Dienstag, 26. Februar 2019

2018 Mit der LIBERTÉ von Paris - Rouen - Paris

oder la vie en rose




Reise 13/18 · 20.07. - 28.07.18 · 9 Tage · PARIS – ROUEN – PARIS 

  • AUF: Canal Saint-Martin (siehe 12/18) und Seine ÜBER: Bogival, Mantes-la-Jolie, Bonnières / Bennecourt, Vernon, Saint Aubin-lès-Elbeuf und Rouen

Tag 1 Freitag 20.07.2018 - es geht in die Unterwelt 

Paris-Port Arsenal nach Carrière-sur-Seine ist der Plan. Johann, der andere Captain der LIBERTÉ und Vater von Thomas Magner sowie der neue Koch sind in der Nacht gegen 1.00 h angekommen und mit Thomas nicht vor 3.00 h im Bett gewesen. Der Wagen wurde noch ausgeladen, die neue Kaffeemaschine, das neue Rad und vieles mehr haben sie mitgebracht. Es gibt Frühstück für uns 6 weiter fahrenden Gäste, wir machen uns danach mit Heidi auf den Weg zum Notre Dame. Wir schlendern über die Île Saint Louis, auf der sich schöne kleine Lädchen befinden. Der Bereich heißt 4e Arrondissement - Saint Gervais - Les Îles - Delikatessen, Boutiquen, Souvenirs etc. Es steht fest, wir müssen hier wieder her. Der Platz vor dem Notre Dame ist schwarz vor Menschen, wir machen ein Foto und gehen wieder auf ‚unsere‘ kleine Insel.  


Heute verlassen wir unseren schönen Liegeplatz im Port de l’ArsenalEinschiffung ist heute bis 11.30 h, die letzten Gäste sind schon an Bord, als wir von unserem Trip zum Notre Dame zurückkehren. Wir machen uns alle bekannt, es gibt Begrüßungssekt und danach Mittagessen wie die letzten Male in der Schleuse, nicht beabsichtigt aber so gekommen. 

Wir sind froh, leichtes delikates Essen. Vorweg Pastete, leider Schwein, also nichts für mich, Steffen Gluten-free Variante, lieb angerichtet. Dann gibt Hähnchenspiess, dazu Paprikagemüse und junge Kartoffeln, als Dessert für uns Obstsalat und die anderen Rum-Eis, sehr schön angerichtet. 

Wir fahren heute auf dem Canal Saint-Martin mit 4,5 km Länge und mit 9 Schleusen, davon einige Doppelschleusen. Aber als erstes geht es in die Unterwelt, unter dem Place de la Bastille hindurch fahren wir durch einen Tunnel mit 2069 m Länge. Auf den Hinweisschildern steht in Englisch, Deutsch und Französisch, dass man nur 18 Minuten für die Durchfahrt hat. 




Der Präfekt von Paris Georges-Eugène Haussmann ließ den Kanal zwischen dem Place de la Bastille und der Avenue de la République auf einer Länge von anderthalb Kilometern unterirdisch legen (voûte souterraine), was durch Dekret vom 30. April 1859 geregelt wurde. 



Der Verkehr wird über Lichtsignale geregelt. Dieser Wasserweg wurde bereits 1825 in Dienst gestellt und diente lange nur der Wasserversorgung der Stadt und für den Transport von Waren. Beide Uferseiten sind dicht belagert von den Besuchern aus aller Welt. Da wir ein wenig spät dran sind, nehmen wir einen 
Liegeplatz um 18.00 h am Quai de L‘Oise hinter der Brücke Rue de L‘Ourcq und Brücke Rue de Crimée (Square de la Place de Bitche). Es fängt an zu nieseln. 
Wir gehen in ein Bistro, dass sehr gut besucht ist, aber deswegen auch sehr laut und der Grund, warum wir wieder an Bord verholen. Es wird kühler durch den Regen, wir gehen heute zeitig zu Bett und können gut schlafen. 




Tag 2 Samstag 21.07.2018

Die heutige geplante Route wäre von Carrière-sur-Seine nach Vernon gewesen, aber wir starten erst etwas später. Einige Gäste stehen schon mit einem Kaffee an Oberdeck und genießen die ersten Kilometer. Wir fahren noch die letzten Kilometer auf dem Canal Saint-Denis in Richtung Seine. Hier verkehren schon größere Schiffe bis 60 m Länge. Links und rechts sind wie schon nach dem Liegeplatz schöne bunte coole Graffitis, die letzten Schleusen werden passiert. 



Um 10.10 h liegt auf Backbord das Stadion St. Denis, um 10.55 h der Bahnhof des Ortes. Steffen spielt Bootsmann und baut die Reling mit Koch Fritz unter Anweisung von Stewardess Sabrina auf. Um 11.23 h dann erreichen wir die Seine, Backbord achtern liegt die Abzweigung für die Rücktour ungefähr bei Seine km 29. Wir fahren wieder ein Stück, das wir auf der letzten Reise schon gefahren sind. So liegen Steuerbord wieder die schönen Villen und Häuser der Vororte Paris. Wir passieren kurz vor dem Mittagessen den Liegeplatz der letzten Reise am Parc de la Marie. Heute gibt es Salat mit Ziegenkäse, Huhn bzw. Schwein, Erbsen-, Spinatpüree und Kartoffel provencale, als Nachtisch Bananencreme. 

Um 15.40 h erreichen wir Conflans-Saint-Honorine, wo die Oise mündet. Ab hier haben wir auch keine Wiederholungen mehr zur letzten Reise, habe Fotos von der Mündung gemacht. 



Captain berichtet von dem nächsten geplanten Ablauf, wir fahren bis Poissy. Und morgen früh bis Vernon so gegen 14.00 h, Mittag vorziehen, dann Ausflug zum Haus und Garten von Claude Monet ca. 2 Stunden, Kaffee später, so sind wir wieder im Plan. 

Wir fahren durch die Schleuse D‘Andresy, ein anderes Schiff namens Martinique liegt mit uns darin. Langsam gewinnt die Sonne wieder an Kraft, es wird wieder warm. Am Nachmittag erreichen wir Poissy, Reste einer Brücke ragen in der Nähe des Anlegers aus dem Wasser, zerstört durch die Alliierten 1944. Die gemauerte Brücke überquerte die Seine einst mit einer Länge von 400 m, die sechs Pfeiler dienen jetzt den Möwen als Landeplatz. 


Wir gehen an Land, gleich hinter dem kleinen Park ist ein französisches Restaurant, das aber erst um 19.30 h öffnet. Ich sehe das „Himalaya“, ein indisches Restaurant, schlendern aber noch durch die Stadt, um nach anderen Restaurants zu schauen, entschließen uns dann doch für indische Küche. Indisch geht immer, egal wo auf der Welt und die erste Entscheidung ist meistens die Richtige. Es war richtig lecker, wir konnten uns die Gerichte teilen, so waren wir nicht übersättigt. Es wird an Bord wieder später....

Tag 3 Sonntag 22.07.2018

Von Poissy fahren wir erstmal nach Giverny, hier befinden sich das Haus und der Garten von Claude Monet. Das Aufstehen fällt etwas schwer, aber nach einem Kaffee, Apfel und einem Jogurt geht es wieder. Wir passieren die Collégiale Notre Dame in Mantes-la-Jolie, ein Château versteckt hinter großen Bäumen mit einem großen Bootsanlegerhaus. Häuschen wäre untertrieben, es hat die Größe eines Einfamilienhauses. Danach passieren wir die nächste Schleuse, die écluse de Méricourt, sie hat zwei Kammern. 

Auf Steuerbord davor liegen Frachter voll geflaggt, ich finde nichts im Internet unter France 22.07. Da steht nur Beginn der dritten Etappe, der Bergetappe, der Tour de France, es kann natürlich auch noch vom Sieg der Fußball WM sein. 

Ich freue mich schon auf den Garten des Claude Monet, aber erstmal gibt es das frühe Mittagessen. Heute Melonenschiffe mit Serrano-Schinken, Semmelknödel, Blumenkohl, Brokkoli, Kaninchenkeule mit Sauce aus Möhren, Pastinaken, Kenobi und Zwiebeln, anschließend Palatschinken. Wir gehen längsseits an drei größeren Fluss-Schiffen und steigen über sie an Land. Jürgen und ein Pärchen bleiben an Bord, wir nehmen ein Taxi für Heidi und uns, der Rest geht in ein Großraumtaxi. 



Eine ellenlange Schlange steht an der Kasse, eine junge Dame sagt, dass es einen Gruppeneingang gibt. Die anderen bleiben stehen und ich checke die Lage. Dann schicke ich Steffen die andern zu holen, wir sind ja eine Gruppe, ich zahle mit Karte. Ich rufe: „Gruppe Bateau, kommen sie nach vorne, Gruppe Bateau zu mir!“ Weil eine ganze Gruppe davor steht. Dann geht es los, wir gehen zuerst in das Monet Haus, bevor wir den Garten sowie Wassergarten mit den Seerosen anschauen. Aus dem Souvenir müssen ein paar Postkarten, ein Buch über den Garten und Monet, sowie Duftsäckchen und ein Lavendel-Spray mit. Das Bild mit der obligatorischen Brücke am Seerosenteich konnte ich wegen der vielen Touristen nicht machen. Aber so ganz ohne Menschen und ohne Brücke ist es doch auch ganz hübsch. 



Von Vernon fahren wir flussabwärts , eine Schleuse passierend, weiter nach Les Andelys. Das Chateau Gaillardia von Heinrich, dem V. erbaut, sieht man schon von weitem, es prangt ein übergroßes gelbes Shirt der Tour de France daran. Nouvelle Normandie - Vernon • Giverny • Les Andelys steht darauf. Um 19.15 machen wir fest. Wir gehen in ein Lokal auf der linken Seite namens la Chaîne d‘Or. 

Es gibt nur Menüs, aber die Portionen sind angepasst und sehr delikat. Krebs-Tatare, Foie Gras, Boeuf, Ravioli mit Hummer, Languste und Krebssauce, eine gute Käseauswahl, Obsttartare, guten Rotwein und Calvados, ich habe einen Chocolate Blend und erhalte dunkle Schokolade dazu, quasi mein Dessert. 

Tag 4 Montag 23.07.2018

Les Andelys nach Rouen, wir sind wieder im Plan, wir fahren 69 km auf der Seine und haben nur eine Schleuse. Wir passieren viele Nebenarme und Seen. Ab der Schleuse Amfreville bei km 202 merkt man die Gezeiten von See, obwohl es noch über 100 km bis Le Havre sind. Einige Reiher und Kormorane fliegen durch das Schiff aufgeschreckt herum. 

Ich nehme eine Auszeit, höre Musik und meditiere an Oberdeck, morgen fahren wir die Strecke ja wieder zurück. Nach dem Mittag gehe ich auf Kabine und schlafe, als hätte ich geahnt, daß ich in der Nacht kaum schlafen konnte. Das Menü, ich lasse mir eine Misosuppe aufrühren, Steffen bekommt Knobisuppe. Normal gibt es Hühnercremesuppe, als Hauptgang Filet Veau, falsches zähes Rinderfilet und als Dessert Käse. 



Ich stehe auf und wir gehen in die Stadt, dort bummeln wir umher auf Suche nach einem Restaurant. Direkt an der Kathedrale Notre Dame de Rouen liegt die Brasserie Paul. Die homemade Foie Gras ist ein Genuss, aber die Portionen selbst der Vorspeisen sind der Hammer. Camembert mit Apfel gebacken in Blätterteig, ich probiere es, schmeckt sehr gut. Dann kommen die Hauptgerichte Riesenportionen Steaks und Lachs-Tartar mit Backkartoffel. Wir gehen an Oberdeck, weil es schön kühl und ruhig ist, Heidi gesellt sich dazu. Captain gibt einen Digestif aus, auf die Hälfte der Reise. Um 23.00 h ziehen wir uns zurück, die anderen sind fast alle noch dem Zwischendeck. Gegen 4.00 h morgens sind junge Leute vor unserem Schiff und feiern und singen. 

Tag 5 Dienstag 24.07.2018 - Der Captain wird entführt!

Geplant war heute die Strecke von Rouen nach Les Andelys, 69 km mit einer Schleuse. Gerädert stehe ich auf, etwas Grüntee und Müsli bauen mich auf. Wir starten später als geplant, da noch Wasser gebunkert wird. Ein Polizeiboot fährt vorbei, leider kommen die beiden Beamten an Bord und verhören ihn. Im Nachhinein ist alles ein Missverständnis und die Beamten stellen sich an, weil Captain kein französisch spricht. Manchmal ist es einfach wie ein Griff ins Klo....

Den Captain nehmen sie mit, um ein Formular mit Hilfe eines Dolmetschers zu unterschreiben. Sabrina gibt Sekt aus und bedient die Leinen. Wir warten auf Captains Rückkehr und das Mittagessen. Schinken mit Meerrettich, Hühnchenbrust mit Sauce, Pilzen und Bohnen, dann Beeren mit Eis. Captain kommt wieder an Bord und um 15.20 h legen wir endlich ab. 

Wir landen nach der Schleuse in Le Mesnil de Poses, wir fahren in den Seitenarm und Ankern hinter der Île de la Motelle. Am Liegeplatz sind wundervolle Häuser, ein kleiner weißer Hund kläfft uns an. Wohl wegen der Wohlgerüche von unserem Grill. Leckerer Kartoffelsalat, grüner Salat und gegrillte Auberginen und Zucchini gibt es als Beilage. Die Sonne geht rot glühend unter. Später am Abend sitzen wir fast alle an Oberdeck. Sabrina hat uns zu einem Chateau Finet aus dem Bordeaux eingeladen. So endet der Tag doch noch sehr schön. Captain verkündet, daß er um 7.30 h starten möchte.

Tag 6 Mittwoch 25.07.2018

Von Poses km 200 aus wollen wir heute nach Mantes-la-Jolie km 109 starten, von Les Andelys zu dem eigentlichen Tagesziel waren es 64 km mit 2 Schleusen, jetzt 91 km. Wir hören die Maschine starten, wir legen ab. Steffen hat in der Dusche auf einmal Hochwasser, er macht sich schnell fertig, um Johann darauf aufmerksam zu machen. 

Johann nimmt einem kleinen Seitenarm hinter der Île de la Lormais, Île de la Cage, die im weiteren Verlauf Île des Grands Bacs heißt bis km 184. Hinter der Île du Port ist leider für Motorboote verboten, perfekt wäre der kleine Ort Muides zum Anlegen gewesen. Die Pumpen kurz abgestellt, schon kommt in der Dusche wieder Wasser hoch. 
In Les Andelys liegen einige Kreuzfahrtschiffe, so entschließt Captain durchzufahren, rechnet mit ca. 19.00 h Ankunft in Mantes-la-Jolie. Dort wird Captain während unseres Landganges dann reparieren. 

In Captains Auftrag frage ich die Gäste der Kabinen 5 und 6, ob die anderen Kabinen deren Toiletten benutzen dürfen. Kein Problem, den Pool machen wir auf als Bad. Steffen geht als erster auf das öffentliche Klo, wie er grinsend verkündet. Wir einigen uns alle prima. An der ersten Schleuse müssen wir warten. Heute gibt es Sauerkrautsuppe, Zander mit Koriander mit Kartoffelpüree mit Erbsen, dann etwas mit Blätterteig. Ich gehe in den Whirlpool, es ist einfach herrlich. Doch lange halte ich es nicht aus, ich gehe auf Kabine, es ist einfach zu heiß. 

Danach passieren wir die 2. Schleuse, kommen auch gleich dran. Wir verbringen den Nachmittag mit Tripple Domino spielen, das ist kniffelig und macht Spaß. 
Gegen 19.00 h machen wir die Leinen fest und ich mache mich gleich fertig. Wir liegen unterhalb der Collégiale Notre Dame aus dem 12. - 13. Jh., unter der Brücke hindurch gehen wir in die Stadt. Wir kommen an einer Bronzestatue eines Hundes vorbei, es ist der Hund von Mantes. 
Der Name "Mantes" stammt aus dem Gallischen: medunta - die Eiche. Der Zusatz "La Jolie" ("die Schöne") stammt aus einem Brief, den König Heinrich IV. an seine in Mantes residierende Geliebte Gabrielle d'Estrées schrieb. Der König schreib an sie: " Ich komme nach Mantes, meine Schöne!" (Quelle Wikipedia).






Richtig nette Brasserien gibt es kaum, eine Angestellte fragte gleich nach der Reservierung. Einen Einheimischen fragen wir in einer Bar nach einem Restaurant, er gleich nach dem Budget. Er weist uns den Weg zu einem sehr guten Lokal in einer kleinen Seitenstraße - das Carte sur Table. Ein Glücksgriff, das war das beste Essen bisher. Liebevoll angerichtet und die 2 Vorspeisen waren durchaus ausreichend. Captain repariert die Abwasseranlage, alles ist wieder gut. Nach Mitternacht gehen wir ins Bett. 

Tag 7 Donnerstag 26.07.2018

Fast pünktlich verlassen wir Mantes-la-Jolie, wir ändern das heutige Endziel in Carrieres-sur-Seine mit einem Zwischenstopp in Conflans-Sainte-Honorine, um dort zu Bunkern. Das Interesse an Versailles bei der Hitze war nicht so groß. Wir passieren wieder einige schöne Villen und um 11.45 h wieder die Schleuse D‘Andresy, es sind einige Meter und wir schaukeln uns hoch. Die letzten Tage ohne viel Bewegung und die Hitze stecken uns allen in den Knochen. 

Um 12.10 h biegen wir in die Oise ein, das Bunkerschiff geht längsseits. Captain verholt auf die andere Seite und wir liegen dort bis 16.00 h, damit die Gäste sich die Beine vertreten können, es gehen kaum welche an Land. Jetzt nehmen wir Kurs auf Carriére-Sur-Seine, wo wir letzte Reise am Place de Fête lagen und die jungen Leute uns in Trab gehalten haben. 

Das erzähle ich, während Captain seine Route für heute erläutert, in dem Routenplan steht nur schöner Liegeplatz. Auf Steuerbord liegen die Schleusen Bogival. Wir fahren in die letzte Schleuse für heute, von dort sind es noch ca. 30 min bis zum Liegeplatz. Herr Pauli mit seinem perfekten Französisch reserviert uns einen Tisch, wir gehen wieder ins Ristorante Il Vaporetto. Zwei Vorspeisen des Tages Avocado Tiramisu mit Krebsfleisch und Carpaccio d‘Espadon (Schwertfisch), als Nachtisch 2 Scheibchen Gorgonzola. Wir gehen wieder an die Dalben vor der Schleuse, weil jetzt schon reichlich Jugendliche am Anleger sitzen. So ist die Nacht ruhig aber 26,8 Grad heiß bei ‚stehender‘ Luft. 

Tag 8 Freitag 27.07.2018

Captain verholt zurück zum Anleger, Frühstück gibt es etwas später, weil Captains Suche nach Baguette etwas dauert. Um 9.45 h legen wir wieder ab Kurs Paris. Wir sind schon im Nebenarm, da sehen wir die Crew von dem Bagger Kobelco wie verrückt winken, schließlich fahren sie hinter uns her und sagen, dass der Nebenarm in 3 km gesperrt ist. Wir befinden uns auf Höhe Épinay-sur-Seine, da wir aber kurz genug sind, um uns hier zu drehen, verlieren wir nicht so viel Zeit. 
Leider müssen wir nun denselben Weg zurück nach Paris nehmen. Es war kein Sperrschild zu sehen. Allerdings steht auf der Elektronischen Karte Verbot für Talfahrt, sind aber Bergfahrt, wir vermuten, dass dort eine Baustelle ist. 



Wir passieren wieder das "Ei" und die Neustadt, dann folgen zur Mittagszeit die schönen Hausboote vor Paris. Das Menü des heutigen Tages besteht aus Brokkoli-Suppe, Spagetti mit Krabben und Knoblauchtomatensauce, als Dessert gibt es selbst gemachtes Limonen-Zitronensorbet. Um 11.00 auf Steuerbord gibt es den ersten Blick auf den Eiffelturm. Nach dem Essen sind alle so schnell in Position, um natürlich die Sehenswürdigkeiten zu fotografieren. 
Gemütlich fahren wir zu unserem Liegeplatz Port de l’Arsenal zurück, so dass wir entspannt schon einigen Sachen einpacken können und noch einmal auf Dosenjagd gehen können. Da hat mich die Heidi angesteckt. Diese Französischen Fischdosen sind aber auch lecker, die beste Sauce ist die pikante Sauce á l’escabèche, die es in Deutschland nicht gibt. 



Wir verabreden uns mit den Männern am Chez Papa (Website), da müssen wir zum Abschied noch einmal hin. Wir Frauen werden auch gleich wieder an ‚unserem‘ Tisch platziert. Es wird immer dunkler, unsere Männer bekommen die ersten Tropfen ab. Dann bricht die Hölle los mit Starkregen, Gewitter und großen Hagelkörnern. Das Essen war wieder prima und wir genießen die Zeit. Eine Regenpause nutzen wir um Pfützen herum hüpfend, um zurück zum Schiff zu kommen. Wir sitzen noch im Salon und lassen den letzten Abend ausklingen.



Tag 9 Samstag 28.07.2018

Heute ist unsere Reise wieder zu Ende. Wir warten auf unser Großraum Taxi, das uns zum Bahnhof fahren soll. Mit dem TGV fahren wir nach Karlsruhe, steigen dort in den ICE und starten gerade gen Mannheim, da gibt es einen Stoß und eine Vollbremsung. Erster Gedanke, oops, da ist wohl jemand davor gesprungen. 

Wir sitzen in einem 5er Abteil, die Dame, die mit uns darinsaß, war gerade in den Restaurantwagen gegangen. Glück für Heidi, weil sie sich in ihren Sitz gesetzt hat und ein Kaffee, der auf dem Tisch stand sich in ihren Platz ergossen hat. Unsere Bahnbegleiterin kam vorbei und bestätigte diesen Verdacht und hat uns Getränke vorbeigebracht. Uns war klar, dass das nun dauern wird. Nach zwei Stunden wurde über eine schmale Planke mit 700 Personen und Urlaubsgepäck umgestiegen auf einen IC nach Mannheim. Dumm für die, die nur eben von Karlsruhe nach Mannheim fahren wollten, das dauert nämlich nur so 20 Minuten. 

In Mannheim angekommen hatte, wie soll es auch sein, der Fahrkartenschalter gerade geschlossen. Es wurden Notschalter aufgemacht, wir bekommen eine Übernachtung und sollen am nächsten Morgen wegen einer Verbindung fragen. An dem Schalter spielen sich Dramen ab, Kinder weinen und die Menschen sind mehr als genervt. Wir nehmen es gelassen und gehen zu dem Pakistanischen Bustan Restaurant - sehr lecker!

Am nächsten Morgen hat Steffen schon die Verbindungen gecheckt und sieht, dass einer der Züge ausfällt, das wussten die am Schalter noch nicht einmal. Wir werden getrennt und fahren mit einer Stunde unterschied, kommen aber fast zur gleichen Zeit zuhause erschöpft an. 

Ende gut, alles gut!

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!

©️Constanze Hoffmann

Dienstag, 12. Februar 2019

Mit der LIBERTÉ von Reims nach Paris

- oder auch von der Champagne in die Stadt der Liebe 



Die LIBERTÉ wurde 1935 in Alphen a. R. etwas südlich von Amsterdam als „MS Androna“ gebaut. Ursprünglich als Frachtschiff auf Kiel gelegt, war sie unter den Namen „Tonia“ und „Anna-Ilona“ unter anderem auf der Lahn unterwegs. Ab Mitte der 70-iger Jahre wurde sie als private Motoryacht genutzt. 1986 begann ihre Karriere als Kreuzfahrtschiff. Im selben Jahr erhielt sie neben einigen Umbauten auch ihren jetzigen Namen. Bis heute haben über 8000 Gäste mit der LIBERTÉ wunderschöne Reisen unternommen. Viele von ihnen waren mehrmals an Bord. Jährlich wechselnde Routen lassen keine Eintönigkeit aufkommen. Immer wieder wurde das Schiff technisch auf neuesten Stand gebracht, der Komfort den gestiegenen Ansprüchen der Passagiere angepasst. Das Steuerhaus, das sich hinten befand musste umgebaut werden. Heute wird das Schiff von vorne gesteuert. Moderne Technik hielt Einzug. 


Reise 12/18 · 10.07. - 18.07.18 · 9 Tage 
  • AUF: Canal de l‘Oise à l‘Aisne, Canal latéral à l‘Oise, Oise, Seine und Canal Saint-Martin (wenn die Genehmigung erteilt wird) 
  • ÜBER: Berry-au-Bac, Bourg-et-Comin, Soissons, Compiègne, L‘IsleAdam, Conflans-Sainte-Honorine und Bogival (Ausflugsmöglichkeit nach Versailles)

Wir starten schon am Montag, den 09.07. und fahren mit der Bahn über Baden-Baden nach Straßburg, wo wir im Hotel Mercure übernachten. Es ist unerträglich heiß, wenn man bedenkt, daß wir heute Morgen mit Jacke zuhause gestartet sind. So richtig Lust herumzulaufen haben wir nicht, wir suchen uns eine Kneipe, um Kaffee zu trinken. Gegenüber sehen wir ein schönes Restaurant - das Le Schnockeloch - auf dem Logo ist eine Mücke oder sowas ähnliches abgebildet. 


Schnockeloch (Trou aux moustiques) - Schnockeleloch ist eine alte elsässische Bezeichnung für die zahlreichen Feuchtgebiete an den Rheinufern. Die Bevölkerung litt hier sehr unter den zahlreichen Mücken. Daran erinnert das Lied „Hans im Schnockeloch“. Der legendäre Held des Volkslieds im Dialekt steht stellvertretend für das traditionelle Bild des ewig unzufriedenen Elsässers, der mehr hat als er braucht, einschließlich der Vorzüge und Mängel. (Quelle http://www.schnockeloch.fr/de/willkommen/)


Ich esse Schnecken und Foie Gras, das ist zwar keine wirklich gesunde Mischung, aber das musste einfach sein. Die Männer genießen ihr lecker Filetsteak mit Morchel Sauce, dazu gibt Rotwein aus dem Languedoc. So schön kann das Leben sein!!

Tag 1 Dienstag 11.07.2018

Am Dienstagmorgen fahren wir weiter nach Reims. Obwohl wir ein ganzes Stück vom Bahnhof zu Fuß gehen, sind wir vor 14.00 h an dem Liegeplatz, wo unsere LIBERTÉ liegt. 

Am Nachmittag gibt es Kaffee und Pflaumenkuchen. Wir können noch ins Zentrum, das ca. 800 Meter entfernt ist, aber wir legen uns nach dem Koffer auspacken noch kurz auf das Ohr. Diesmal kein Problem, da ich nach Marie Kondo (Website) gepackt habe. 

Wir bringen das Gepäck an Bord, ich sehe niemanden, schreibe den Captain an und dann erscheint der neue Koch Ota. Er bringt eine Erfrischung. Der Captain ist mit Stewardess Sabrina zum Einkaufen. Nach und nach treffen dann auch die anderen Gäste ein. Wir bekommen unseren Begrüßungsdrink, dann geht es zum Abendessen. Lauchsuppe, Hühnchenbrust mit Karotten und Wildreis, frische Erdbeeren für mich nur mit Minze. 

Heute Abend spielt Frankreich gegen Belgien. Obwohl keinen Fernseher, hören wir vom Block gegenüber als das 1 : 0 fällt. Die Freude ist groß, bis um 2.00 h morgens fahren hupende Autos durch die Straßen, so lange ist an Schlaf nicht wirklich zu denken. Wir freuen uns mit den Fans!



Tag 2 Mittwoch 11. 07.2018

Um kurz nach 8.00 h nehmen wir Kurs in Richtung Norden. Heute liegen 24 km auf dem Canal de la l’Aisne à la Marne mit 9 Schleusen und 20 km und 1 Schleuse auf dem Canal latera á l’Aisne Captain kommt und erzählt uns, daß man vom Industriehafen noch einen kurzen Blick auf die Kathedrale erhaschen kann. Viel Schifffahrt gibt es hier nicht, der Kanal wird hauptsächlich zum Transport von Getreide genutzt. Die großen Silos zeugen davon, die aus der Ferne ein wenig wie Kathedralen aussehen. Am Morgen ist es noch kühl, aber es wird langsam wärmer. 



Wir steigen an der zweiten Schleuse aus und wandern am Kanal de la l‘Aisne á la Marne noch 3 Schleusen weiter. Wir sehen eine kleine Fledermaus, die an einem Ast hängt. Außerdem kommen wir an einem riesigen Mohnfeld vorbei.



Zum leichten Mittagessen sind wir wieder an Bord, es gibt Thunfisch und Salat. Neun Schleusen passieren wir, bis wir um die Mittagszeit den Kanal zwischen Aisne und Marne verlassen, den neuen Wasserweg erreichen wir bei Berry-au-Bac. Teilweise fahren wir den natürlichen Lauf der Aisne, zum Teil auch auf dem angelegten Seitenarm. Durch das geringe Gefälle mussten hier nur wenige Schleusen angelegt werden. Ich lege mich auf ein Schäfchen in die Kabine, das Glucksen des Wassers an der Bordwand lässt mich sofort einschlafen. Unsere letzte Schleuse passieren wir am Nachmittag, bevor wir an unseren heutigen Liegeplatz in Bourg-et-Comin anlegen. Der Pool wird entleert und gefüllt, außerdem nehmen wir Frischwasser. Der Platz ist sehr ruhig und lädt zu einem Barbecue ein. Im Ort gibt es eine alte Waschstelle (Foto) und eine Allee mit verschiedensten angepflanzten Bäumen - Allee de Jardin. Captain hat gutes Rinderfilet gekauft und Ota hat Antipasti, Saucen und Salate zubereitet. Heute gehen wir etwas früher ins Bett und schlafen auch sofort ein. 



Tag 3 Donnerstag 12. 07.2018

Heute wollten wir zwischen 9.00 und 10.00 h starten, die Hydraulik streikt, sie hat Luft gezogen. Bläschen für Bläschen entweichen, aber es dauert halt. Wir haben 20 Grad, es fühlt sich aber etwas frischer an, der Pool hat 23 Grad, wäre erfrischend bei Wärme. Heute fahren wir 14 km auf den Canal lateral á l‘Aisne mit 5 Schleusen, sowie auf der Aisne 15 km und eine Schleuse fast am Ende der heutigen Tour. 
Reiher, 4 Eisvögel und etliche Lachmöwen sehen wir. Die Sonne kommt heraus, nach dem Mittagessen ist es wieder schön warm. heute gab es Belugalinsen und Artischocken, dann Kaninchen mit Spinat und Gnocchi, als Dessert Brownies mit Vanilleeis. 

Die Vegetation am Fluss erinnert ein wenig an den Amazonas. Es stören nur die Brücken und die Getreidesilos, wir sehen wir gerade ein Schiff beladen wird. Links und rechts am Fluss sitzen Angler. Wir sehen dicke Fische und sogar einen Albino darunter. Wir schaukeln ganz sanft als der Fluss breiter wird. Durch die Wassertiefe von 3 - 4 m kann Captain unsere verlorene Zeit durch höhere Geschwindigkeit fast 14 kn aufholen. 

Unsere letzte Schleuse liegt vor uns, nun sind es noch 3 km bis zum Liegeplatz in Soissons. Im Ort sind die Ruine der Abtei Saint-Jean-des-Vignes und die Kathedrale Saint-Gervais sehenswert. Hier leben etwa 30.000 Einwohner, gute Restaurants und Bars laden zum Verweilen ein. Wir gehen in einen Kebab Laden und lassen den Abend an Bord ausklingen, bis uns hunderte Mücken in die Flucht schlagen. Die Wärme lässt uns immer wieder aufwachen.

Tag 4 Freitag 13.07.2018

Heute geht es von Soissons nach Compiegne auf der Aisne 41 km mit 6 Schleusen, dann auf der Oise 3 km. Leinen los um 9.00 h mit der Strömung, wir werden von einem leeren Frachter überholt, der dann vor uns in die nächste Schleuse fährt. In Vic-sur-Aisne machen wir eine Pause, um Trinkwasser zu nehmen und Captain will gluten-free Brot fangen, noch 3 Schleusen dann wird auch die Reling aufgebaut. Heute gab es Champignonsuppe, für uns Ruccola mit gebratenen Champignons, dann Spaghetti Tomate Seafood (Reis) und Creme Brûlée. Als wir fertig sind, kommt Captain mit einem Rücksack voller Brot sans Gluten. Heute hatten wir eine Orca- und eine Krokodilsichtung, ein Frachter namens Orca und eine grüne Plastikluftmatratze in Form eines Krokodils. 

Die Sonne sticht, wenn sie durch die Wolken hindurchschaut, im Salon ist es kühler. Wir sehen auch sehr schöne Rinder mit langen Hörnern, sowie etliche Reiher, die sich majestätisch in die Lüfte erheben. Morgen ist Feiertag, bei der Planung der Tour vor 2 Jahren bekam Captain die Zusage, dass die Schleusen bedient werden. Wir werden sehen. Compiegnes schöne Altstadt und der Schlosspark laden zum Spazieren ein. Ich schaue auf mein Wetter-App, denn die dunklen Wolken verheißt aber nichts Gutes. In 78 min Regen und Gewitter, da wir aber den Ort noch nicht erreicht haben, fängt es schon eher an und wir nehmen die Wetterfront mit. Es kühlt ab und die Luft wird schön klar, wir warten bis sich der Regen legt und erkunden die Stadt. Die ersten schönen Restaurants finden wir nicht weit von der LIBERTÉ, leider ist das erste schon ausgebucht. 

Das zweite le Bistrot des Arts hat noch Plätze, wir schlendern aber noch durch die Stadt. Gehen zum Restaurant zurück und es gibt für uns Mädels wieder Foie Gras a la Maison. Der Kellner überrascht uns mit einem Amuse Bouche, eine Schälchen Kartoffelsuppe mit Baguette. Steffen isst Carpaccio und hinterher Lachs auf Ratatouille. 



Das Wetter verbessert sich und wir können wieder an Oberdeck sitzen. Captain hat die Reling und die Liegestühle aufgebaut. Das ist auf den Touren der schönste Platz, siehe Foto. Ich halte mich mit meinen Weissflecken lieber im Salon auf und arbeite meinen Blog auf. Mann, hänge ich hinterher!!

Um Mitternacht scheinen die Franzosen ihren Feiertag mit Feuerwerk einzuläuten. Der 14. Juli fête nationale oder 14. juilllet erinnert an den Sturm auf die Bastille im Jahre 1789 und an das Föderationsfest Fête de la Fédération 1790 vom Volksaufstand im Jahre davor. 

Tag 5 Samstag 14.07.2018
  
Die Schleusen werden wegen des Feiertages nicht bedient, wir machen eine kleine Rundtour und werden dann später einen Liegeplatz in suchen. Wir landen schließlich in Longueil-Annel an der Oise. Links und rechts liegen schöne Villen, etliche Hausboote, verrostete Frachter und im Ort selber ein geflaggtes Binnenschiff und eines mit einem U-Boot aufgeschweißt. Auf dem geflaggten Schiff steht Musée de Bateliers, alle grübeln, was Batalier heißt. Die Auflösung finde ich im Internet auf der Website www.citedesbateliers.com, es ist ein Binnenschifffahrt-Museum. Wir legen an und haben Zeit es zu besuchen. 

Auf dem Weg dorthin stehen Informationstafeln, die mit Bild und Ton über die Schleusendurchfahrt und auch die Feiertage und Feste. Im Museum selbst erfahren wir über das Leben der Flussschiffer, es ist eine Berufung, eine Lebensart, es werden große Erfindungen der Flussschifffahrt und Streikbewegungen dargestellt. Un mariage à trois ist der Titel eines Plakats. 



Zum Schluss besichtigen wir noch die beflaggte „Freycinet“ das Steuerhaus und die Kabine sind schön restauriert, im Frachtraum wird der Alltag der Flussschiffer und im Laderaum die Reise eines Flussschiffers im Film dargestellt. Das ist ein schöner ungeplanter Stopp gewesen. Wir kehren nach dem Mittag um nach Compiegne. Diesmal ein tschechischer Pfannkuchen mit Sauerkraut, Ente mit Rhabarbarchutney und Schokomousse. Ich nutze den Fahrtwind, um die Kühle in der Kabine zum Ruhen zu nutzen. Zurück am Liegeplatz weckt mich mein Mann, weil es Kaffee gibt. Wir wollten eigentlich noch in die Stadt, aber es ist zu heiß. Zum Abendbrot gehen wir in ein Restaurant, wir trinken kühlen Cidre und essen Vorspeisen - Lachstatar mit Apfel und Gurke und eine Vorspeise Avocadocreme und Crevetten-Taler. Danach gehen wir wieder an Bord, warten auf das Feuerwerk, das um 23.00h starten soll, allerdings versperren die Bäume ringsherum die Sicht. Ab und zu sieht man privates Feuerwerk. Und am gegenüberliegenden Ufer werden dicke Böller gezündet. Wir hören vom großen Feuerwerk die Raketen und sehen nur den bunten Feuerschein. Aber es ist gemütlich und ein schöner Abend. 

Tag 6 Sonntag 15.07.2018
  
Von Compiegne nach L’Isle-Adam sind es 69 km auf der Oise mit 6 Schleusen. Heute müssen wir ein wenig Zeit und Kilometer aufholen, wir scherzen, heute stoppen wir bei „Container,“ natürlich mit französischem Akzent ausgesprochen. Captain macht immer in alten Routenplänen Notizen, tatsächlich passieren wir einen unzerkratzten Anleger und sauber gestapelte unbenutzte Container. Wir legen am Steg der schönen Stadt L‘Isle-Adam an, das eigentliche Ziel von gestern. Es ist kurz vor Spielanpfiff, Captain fragte bei der Tourist-Info, ob wir hier liegen können, aber die waren wohl schon in Feierlaune. 

Fans in den Nationalfarben strömen zum Public-Viewing. Wir liegen in Front des Bisto L‘Affiche, was auch unser Ziel des Abends ist, fast alle Passagiere gehen dort essen. 17.00 h beginnt das Spiel Kroatien gegen Frankreich, wir hören heute Fußball, die Tore und Gegentore hört man sehr genau heraus. 


4 : 2 der Ort ist in Feierlaune, wir freuen uns mit den Fans und ich darf das Schiffshorn betätigen. Bengalisches Feuerwerk in rot und blau untermalt das fröhliche Hupkonzert und die Gesänge. Alle Bistros um das euphorische Treiben sind voll besetzt, im L‘Affiche ist es ruhig und sehr gemütlich. Ich bekomme 12 Schnecken. Gemütlich klingt der Abend an Deck aus, es wird auch etwas kühler. Um 10.00 h ziehe ich mich zurück, aber die Hitze in der Kabine lässt mich kaum schlafen. 

Tag 7 Montag 16.07.2018

Heute weckt uns der Wecker, gerädert bleibe ich erst liegen. Leicht verschnupft und mit Kopfschmerzen starte ich in den Tag. Kaffee und das Frühstück lassen den Schmerz abklingen. An den prunkvollen Villen erkennt man, dass wir Paris näherkommen. Wir legen einen Stopp in Pontoise ein. Die Einwohner heißen Pontoisens. Kathedrale Saint-Maclou (ville-pontoise.fr) Musée Camille Pissarro oben auf der Anhöhe ist fermé, wie es in dicken Buchstaben auf dem Schild steht. Es ist Montag, Notre Dame und Bäckereien u.v.m. sind ebenfalls geschlossen. Trotzdem machen wir bei noch bedecktem Himmel einen schönen Spaziergang und treffen Captain, der wieder einkaufen war. Um 12.30 h sollen alle wieder an Bord sein. 

Um 12.40 h legen wir wieder ab weiter in Richtung Paris. Wir nehmen die große Schleuse. Es gibt heute Rehrouladen mit Weisskraut, gefüllte Wachteln mit Selleriesauce und Graupen, Obstsalat mit Mangosauce. 14.45 h erreichen wir Conflans-Sainte-Honorine die Mündung der Oise in die Seine. Unzählige Hausboote und Flussschiffer liegen an den Ufern, auch der Schiffsverkehr wird mehr, wir nähern uns der Hauptstadt. 

Wie lange wir heute fahren, steht noch in den Sternen. Statt Kaffee und Kuchen ist heute Eisbüfett geplant passend zu der Wärme. Wir fahren an Bougival vorbei und halten nicht oberhalb der dortigen Schleuse, sondern fahren in die Schleuse Chateau, Backbord liegt Versailles. Wir passieren den Parc de la Marie und legen in Carrieres-sur-Seine an, einem Teil des Arrondissements Saint-Germain-en-Laye am Place de Fête. Wir gehen zum Italiener, der sich binnen kurzer Zeit bis auf den letzten Platz füllt. 

Der Place de Féte wird seinem Namen gerecht, gezählt ca. 26 junge Leute in 2 Gruppen sitzen bei französischer Rap Musik auf den Bänken mit Zigarette und reden und trinken. Gegen Mitternacht machen sie wenigstens die Musik aus, aber dadurch werden die Gespräche lauter. Dann gehen die Motoren an und wir legen ab, Captain entscheidet sich vor die Schleuse an die Dalben zu legen. Ich stehe wieder auf, um die Lage zu checken und genieße unsere erste Nachtfahrt mit der LIBERTÉ und die frische Luft. Es ist schön ruhig, ich schlafe ein, bis mich das Summen einer hungrigen Mücke mich weckt. Sie ist lästig, Mückenschutz wird neu aufgetragen. Aber sie ist hartnäckig, die Nacht ist zu kurz und wir gerädert am Morgen. 

Tag 8 Dienstag 17.07.2018

Steffen liest bad news, Lava Ocean Tours wurde bei einer Vulkantour auf Hawaii von einer Lava Bombe getroffen. Ich schicke Flo, dem Concierge der MS Europa den Link. Die Agenten sagten, als wir dort mitfahren wollten, dass der Captain schon keine Versicherung mehr hat, weil keiner ihn mehr will. Echt traurig 😢

Für uns ist der Tag aber schön, wir fahren langsam um die Inseln auf den Seitenarmen der Seine an einer Werft und den Hausbooten vorbei mit Umwegen in Richtung unseres Liegeplatzes. Da wir uns einig waren, nicht den ganzen Tag in Paris zu sein wie geplant, hat unser Captain alle Zeit der Welt. Wir passieren die Wolkenkratzer der Stadt, bevor wir vor dem Mittag durch Schleuse Suresnes am Quai du Gallieni fahren. Der Hub und der Schwell sind beachtlich, hinter uns liegt noch ein kleines Sportboot. Eigentlich wollen wir anlegen, aber überall prangen Verbotsschilder bzw. gibt es nur Durchfahrten für Sportboote. 

Um 14.00 h nehmen nach einigen Ehrenrunden Kurs auf die Innenstadt und wir sehen jetzt den Eiffelturm voraus hinter hässlichen Hochhäusern. Das Essen war so lala, Mozzarella mit Tomatensauce überbacken, trockenes Schwein bzw. für mich trockenes Huhn, Artischockenböden aus der Dose und Pfeffersauce, sowie für die anderen Gäste Panna Cotta mit Schokosauce. 

LIBERTÉ trifft Liberty 🗽
Dann kommt der Eiffelturm näher und die Liberty 🗽und die Weiterfahrt ist einmalig. Wir fahren noch ein paar Ehrenrunden für die morgen aussteigenden Gäste und fahren dann durch die Schleuse Canal St. Martin unter der Pont Morland zu unserem Liegeplatz in Port de Plaisance de Paris-Arsenal. Zum Abendessen landen wir bei einem Italiener und genießen später die Ruhe in der Marina. 

Extratag Mittwoch 18.07.2018

Nach dem Frühstück und Verabschiedung der anderen Gäste machen wir uns auf den Weg zur Metrostation, um den Bahnhof herum stehen einige Iglozelte. Am Schalter frage ich nach einer 3 Tageskarte für uns und nach dem besten Weg zur Chamsée Lysée, die beiden netten Herren drücken uns sogar den Routenplan aus. Von der Station sind es noch einige Meter zum L’ Arc de Triumphe, wir machen unsere Fotos und kaufen Souvenirs, dann trennen wir uns und suchen ein Restaurant, sehen Le Carpaccio, sehr gute Wahl, endlich viel Gemüse und Lachs-Carpaccio, leckeres selbstgebackenes Brot. Wir gehen den ganzen Weg zu Fuß wieder zurück, über die Toulerien mit Blick zurück über den L’ Arc de Triumphe, den Eiffelturm und den Obelisk von Luxor. 



Wir verweilen einige Zeit im Park, überall stehen Stühle, auf denen man sich setzen kann. Wir beobachten Stare, Spatzen und Krähen auf der Suche nach Brotkrumen. Dann schlendern wir zum Louvre und weiter zurück an der Seine. Beim Pont Neuf scheint ein Arbeiterstreik stattzufinden, überall Polizei und schwer bewaffnetes Militär, die ganze Straße ist für Autoverkehr gesperrt. Am Ende beruhigt sich alles wieder und wir setzen uns in ein Kaffee am Löwenbrunnen.

Heidi und Jürgen haben die Restaurants der Gegend gecheckt, wir gehen in Chez Papa. Sie servieren leckere Schnecken a la Façon Papa, ein Gedicht, für mich gibt es Foie Gras mit Ente und Leber. Super Burger und ein XXL Entrecôte sind unter anderem auch zu haben. Es ist so gut, dass wir für den nächsten Tag wieder den Tisch reservieren. 

Extratag Donnerstag 19.07.2018

Wir können ausschlafen, das ist auch gut so. Wir knapperen einen Proteinriegel dazu bekommen wir unerwartet einen Kaffee. Langsam kehren die Lebensgeister zurück. Wir machen uns auf den Weg zur Rue de Montmatre, unterwegs sage ich: „Es riecht irgendwie nach Giraffe, wollen wir nicht in den Zoo?“



Steffen öffnet sein Hero App, um einen zu suchen - et voilà. Das ist einer, wir gehen zur nächsten Metrostation und fragen nach der Verbindung. Wieder sind die Herren sehr freundlich und drucken uns die Verbindung aus. Wir fahren echt im Kreis, merken, dass es einfach besser gewesen wäre, zu der Station Bastille zu laufen und von dort zu fahren. Die Linie fährt direkt dorthin. Zweimal flüchten wir von Abteil zu Abteil, weil 2 Musiker, Gitarre und Gesang, um laut beschallen. In einer Pizzeria essen wir Salat und machen uns auf den Weg zum Zoo.[https://www.parczoologiquedeparis.fr/en] Mit 20,00 € / Person sind wir dabei, bekommen einen englischen Plan. Der „Parc Zoologique de Paris“ ist schön angelegt und mit vielen Infos versehen, gut gemacht, besonders für Kids. Viele Kinder mit ihren Kindergärtnerinnen sind hier unterwegs. Hier sehe ich meinen ersten Schwarzweißen Vari (Varecia variegata).



Vom Zoo aus gehen wir zu Fuß zum Schiff zurück. Rechtzeitig sind wir wieder im Chez Papa, der Tisch ist für 4 Personen vorbereitet, natürlich essen wir wieder die leckeren Schnecken, danach Thunfisch- bzw. Rindertartar. 
Der Abend klingt an Bord aus, diesmal mit Schnaps hinterher. Um Mitternacht war Schluss. 

Und auch der erste Teil dieser schönen Reise...

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag oder auch au revoir 

©️Constanze 'Paula' Hoffmann



Freitag, 28. Dezember 2018

Ein frohes Neues Jahr 2019









Your goals are the road maps that guide you 
and show you what is possible for your life 
@ Les Brown

Wünsche und Ziele hat wohl jeder, in den letzten Jahren hört man immer wieder den Begriff Bucketlist. Ich konnte erst garnichts damit anfangen. The Bucketlist ist der Originaltitel des US-amerikanischen Films: Das Beste kommt zum Schluss, von Rob Reiner (2007). Spätestens seit diesem Film ist der Begriff in aller Munde. 

Diese Liste mit Dingen, die man noch nie in seinem Leben gemacht hat, aber gerne noch machen würde, bevor man von dieser Erde geht. 

Ich habe lange überlegt, was ist wirklich wichtig, was möchte ich machen? Was möchte ich noch gerne sehen? 

Ich habe mich auf einer Reise mit einem Kapitän unterhalten, der mich nach weiteren Wunschzielen fragte. Ich nannte sie ihm prompt. Er fiel mir ins Wort und sagte, ich würde Reiseziele nur abhaken. Ich war bestürzt, denn abhaken - das klingt so wie Einkaufsliste abhaken, irgendwie abfällig. Denn ich liebe es, Land und Leute kennenzulernen, ich bin offen für andere Kulturen. 

Ich bin sehr dankbar, denn auf unserer letzten Reise habe ich ein paar neue Ziele 'erreisen' können, das finde ich, klingt doch viel netter.

Dennoch es gibt ein paar Dinge und Orte, die ich gerne erleben bzw. sehen möchte:
  1. Angkor Wat 
  2. Borneo
  3. Halong Bucht Vietnam
  4. Machu Picchu
  5. Madagaskar
  6. Petra
  7. Rainbow Mountain Peru
  8. Réunion 
  9. Schnorcheln mit Seekühen
  10. Schnorcheln mit Walhaien

So ungefähr.... 

Aber viel wichtiger ist der Weltfrieden, einfach netter zu anderen Menschen zu sein, Hilfe anzubieten und, und, und....

Wie können wir unsere Welt schöner machen?


Taschen voller Träume 
Am Ende des Jahres gleiten wir
in noch leere Räume,
leise und beinahe ohne Sprache,
doch die Taschen voller Träume.
(© Monika Minder)


Mit diesem netten Gedicht gefunden bei weihnachtsgedichte-sprueche.net, möchte ich Ihnen allen ein gesundes und friedliches Jahr 2019 wünschen.


Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag 
©️ Constanze 'Paula' Hoffmann




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