Samstag, 28. Dezember 2019

2019 Mit der LIBERTÉ von Amsterdam nach Lüttich (Liege)

- weiter geht es durch die Niederlande & Belgien







06.07. - 14.07.2019, Reise 12 / 19 - Dauer 9 Tage




1. Tag 06.07.2019 Samstag Amsterdam/ Osterdok - Uithoorn

Wir fahren nach dem Mittag nicht wie geplant nach Harleem wegen der Brückenzeiten und starken Verkehr nach Haarlem sondern über die Amstel zu dem kleinerem Ort Uithoorn

Das Mittagessen bestand heute aus Lauchsuppe, Rinderfilet mit einer Pfeffersauce mit französischem Cognac und Senf verfeinert, dazu Petersilienkartoffeln und Salat, Schokoladen-Palatschinken als Dessert. 

So erleben wir doch die schöne Fahrt durch Alt-Amsterdam. Für uns werden die alten Klapp-Brücken geöffnet. Wie unser Kapitän des historischen Schiffes schon sagte, am Wochenende sind die Grachten mit Schiffen übersäht. Die Brückenwärter fahren von Brücke zu Brücke, um die alten Brücken zu öffnen, dadurch entstehen wir ab und zu Wartezeiten für uns, denn viele Brücken haben nur eine Durchfahrthöhe von 2,50 m. 





Links und rechts liegen wunderschöne Hausboote, es regnet und wir sehen aufgespannte Schirme, Plastik-Regenhäute, die mich an die Niagarafälle erinnern. Die jungen Leute machen trotz Regen Party auf den offenen Booten. Zur Kaffeezeit passieren wir Ouderkerk an de Amstel. 
Wir erreichen eine große Kirche in Nes San de Amstel, ab hier regnet es wieder, als wie sie passieren sehen wir, dass es eine große Klosteranlage ist. 

Sichtungen: Blässhühnchen mit Jungen, Silbermöwen, Lachmöwen, Haubentaucher, Nilgänse, Höckerschwan auch als Tretboote, Stockenten, Graugänse, Storch, Nebelkrähen, Kormorane, Graureiher, Strassentaube, Rauchschwalben.

Impression aus Leiden 

2. Tag Sonntag 07.07.2019 Sonntag Uithoorn nach Leiden

Jeden Tag neue Mückenstiche, so stark zerstochen war ich seit Jahren nicht mehr. Wir starten um 09.00 h, es geht durch die erste Brücke. Heute ist es wieder grau und kühl. Gemächlich schippern wir durch die Amstel (Fluss) an schönen Häusern vorbei. Es nieselt wieder kurz, während ich 2 Kormorane beobachte, die immer wieder neben dem Heck der LIBERTÉ im Wasser landen, wohl um aufgewirbelte kleine Fische zu fangen. 
Ich genieße die vorbeiziehenden Orte und flache Landschaft, hier versperren keine Deiche den Blick auf das weite Land. Ich beobachte kleine Blässhühnchenjunge, die über die Seerosen am Ufer laufen, gut behütet von dem Elterntier. Ich sehe Spatzen kurz vor der Schleuse - der Tolhuissluizen, ab hier beginnt der Aarkanaal

Wir fahren durch ein Gartenanbau-Gebiet. Ein Bauer scheint Alpakas zu züchten, die kann ich allerdings nicht mitzählen, da sie als Haustiere gelten. Immer wieder sehen wir die großen Gewächshäuser am Ufer, einmal ist genau daneben ein Golfplatz. Captain scherzt, dass das wohl nicht ganz optimal ist. Wir passieren gerade die Aardammerbrug. Die wunderschön bepflanzten Vorgärten sind eine Augenweide, Hortensien und Rhododendren in den schönsten leuchtenden blau und rosa Farbabstufungen strahlen um die Wette.

Um 11.55 h kommen wir nach Alphen, hier wurde die LIBERTÉ gebaut. Das Werftgelände Falcon gibt es nicht mehr. Ich mache ein Foto von dem Platz mit der Hochbrücke Alphen im Hintergrund. 
Die Häuser stehen direkt am Kanal, die Terrassen hängen oft etwas darüber und sind mehr oder weniger schön. Wir passieren gerade die orange Klappbrücke, dahinter liegen die schönsten Villen, eine heißt ANTOINETTE mit hübschen hellblauen vergoldeten Reichsäpfeln. An der Woubrugsebrug beginnt der Ort Woubrugge, auch hier ist ein Haus schöner als das andere.

Das Menü heute: Ziegenkäse mit Ziegenkäse mit Ruccola, Balsamico und Honig-Pinienkernen, dann Kabeljau mit Dillsauce, Erbsenpüree und gegrillten Cherrytomaten, Dessert ist Erdbeercocktail. 
Zur Mittagszeit fahren wir durch Kaag, auch ein zauberhafter Ort. Hier scheint die Einflugschneise für Shiphol zu sein. Die schönen Seen wie der Kaagerplassen sind künstlich angelegt, der Liegeplatz in Leiden liegt im ehemaligen Burggraben. Die sternförmigen Angelegten Verteidigungsanlagen sind von einem Kanal umrundet, der für den Transport der Waren genutzt wurde und jetzt für Rundfahrten. 




Wir gehen in die Stadt und hören Lifemusic, es spielt die Soulcoverband (Website) auf einem Boot, im Schubverband mit einem kleinen Dampfschiff dahinter. Zwei Sängerinnen und jede Menge Blech, ich mache Videos und poste sie bei Instagram. Wir gehen in die Innenstadt, auch dort spielen Bands auf dem Wasser. In einem Restaurant sitzen wir genau vor der Band und genießen das Abendessen bei Musik. Das Event nennt sich WOODSTOCK in Leiden 🎸WOODSTOCK op het water (auf dem Wasser). Alle Menschen tragen "Flower Power" Klamotten und einige auch orange, denn heute spielt ihre Nationalmannschaft und verliert leider. 

Sichtungen am Sonntag: Blässhühnchen am Morgen, d.h. die ganze Nacht ein Gepiepe und Gepfeife vor unseren Bullaugen. Nebelkrähe, Kormorane, Haubentaucher, Stockenenten, Rauchschwalben, Strassentaube. Endlich mal wieder ein Schilfbewohner, der Seggenrohrsänger, Wildbienen schwirren im Schilf zwischen den Blüten hin und her. Spatzen kurz vor der Schleuse - der Tolhuissluizen. Lachmöwe, Graureiher, Blässhühnchenjunge in allen Altersstufen, Kohlweißling, HAHN auf einer Art Hundehütte, wieder eine weiße Stockente, Fasan auf der 2. Golfplatz, Nilgänse, Mäusebussard. 

3. Tag Montag 08.07.2019 Leiden - Delft - Rotterdam

Die Brücken heben sich heute erst ab 09.00 h, vorher können wir unseren Liegeplatz nicht verlassen. Wir starten um 09.50 h, eigentlich wollten wir auf die andere Seite verholen, um Wasser zu Bunkern. Die zwei Schiffe auf der anderen Seite wollten zu dieser Zeit die Pier verlassen und deren Passagiere auf Radtour. 
Allerdings scheint die wegen des Regens auszufallen. 

So starten wir halt später, Captain zahlt noch beim Hafenmeister und ab geht es durch die Klappbrücke, gebunkert wird spätestens in Rotterdam unserem heutigem Tagesziel. Wir nehmen einen alten Wasserweg, auf dem die großen Schiffe nicht verkehren. 

Um 10.30 h passieren wir einen sehr alten Bauernhof bei Voorschoten, an der Vorderseite steht Oost-Vliet. Dann fahren wir an Rijn auf Steuerbord vorbei, in dieser Richtung liegt auch Den Haag, offiziell die Hauptstadt der Niederlande.




Ich bin überrascht über die großen Ansammlungen von Gänsen, mit den Jungtieren sammeln sie Kraft für den Vogelzug im Herbst. 
Wir sehen zwei Mühlen, ein Windpumpwerk, durch Windkraft angetriebenes Pumpwerk kurz vor Leidschendam, das andere ist die Sägemühle de Salamander. 

Den pittoresken Ort können wir entspannt in der alten Schleuse genießen. Hier sitzen die Gäste teilweise auf dem Gelände der Anlage, bei uns undenkbar. Ich finde die Holländer sowieso recht relaxed.

Zum Mittagessen wird uns Brokkolicremesuppe, dann Putenbrust in Currysauce mit Ananas mit Zuckerschoten und Kartoffelpüree mit Honig serviert, danach eine Schokocreme. 

Kurz danach legen wir in Delft am Hooikade an, hier kann Captain Wasser bunkern. Von hier läuft man etwa 15 min zum Stadtzentrum mit dem großen Marktplatz, gut ausgeschildert und an dem hohen Kirchturm zu erkennen. 16.30 h wird die Gangway eingeholt und wir starten um 16.40 h zu Kaffeezeit in Richtung Rotterdam. Wir sehen die Mevlana Moschee auf Backbord und fahren durch Klappbrücke Mathenesserbrücke, die geschlossen eine Höhe von 4 m hat.



Der Liegeplatz stand noch nicht fest, wir sehen schon den Euromast mit seinem Lift, er ist etwa 10 min Fußweg vom Liegeplatz entfernt. Gegenüber liegt das Restaurant und Café De Machinist mit WiFi.
Das WiFi funzt und wir können endlich Apps laden. Auch an Bord geht es prima. Das Essen schmeckt und das Lokal ist ansprechend. 

Sichtungen zum Start der neuen Woche: Stockenenten, Silbermöwen, Dohlen, Rabenkrähen, Blässhühnchen, Silberreiher, Nonnengänse, Rauchschwalben, Haubentaucher, Austernfischer, Höckerschwäne, Kormorane, Lachmöwen, Elster, Spatz, Amsel, Graugänse, Kolbenenten, Kiebitze, Störche, Bachstelze, Felsentaube, Nilgänse, Graureiher, Kuhreiher. 

Rijn-Schie-Kanal 16 km 1 Schleuse, Delfse- und Delfshavense Schie ca. 25 km, Oude Rijn 6 km 

4. Tag Dienstag 09.07.2019 Rotterdam - Dordrecht - Willemstad

Wir fahren später los wegen der Schleusenzeiten der Parksluizen, bei der Rundfahrt im Hafen scheppert es. Die Taxiboote verursachen starken Schwell, bei Wenden kracht es richtig. Ein paar Gläser erleiden Schiffbruch. Bis hier wirken sich Ebbe und Flut von der Nordsee aus. Wir sehen die A-ROSA SILVA auf Backbord und einen Ölplattformversorger subsea 7 namens Seven Vega mit Heimathafen Douglas. Vorbei an der Skyline geht es an etlichen Werften, die die Ufer Backbord und Steuerbord säumen, vorbei in Richtung Dordrecht, eines der ältesten Städte der Niederlande. Auf einem Werftgelände liegt "Seaship Spartacus Antwerpen imo 9834404" ein Saugbagger. 




Von der Noord biegen in die Rietbaan, Captain nimmt Kontakt zum Hafenmeister von Dordrecht auf, wir bekommen einen schönen Liegeplatz im Wolwevershaven. Dort haben wir 1,5 Stunden um die historische Altstadt zu erkunden. Hier liegen viele schöne historische Dampf- und Segelschiffe. Am Hafenbecken an der alten Kirche steht eine Metall-Giraffe, es gibt auch ein Kinderbuch darüber und eine Buchhandlung (Website). Was nun aber zuerst da war? Keine Ahnung. 





Der Lunch bestand heute aus Krabbencocktail, hatte eher Suppencharakter mit Zwiebel und Knoblauchscheiben in Sahne, Szegediner Gulasch mit Böhmischen Knödel nach Fritz‘ Oma, für mich wegen des Paprikas Hühnchengulasch in Tomatensauce, als Dessert Milchreis mit Apfelmus.

Nach dem Mittagessen legen wir pünktlich ab zur Festungsstadt Willemstad am Hollandschen Diep. Der Yachthafen ist einer der schönsten in Holland, die Yachten geben schon was her, es waren nicht die kleinsten. 
Wir gehen spazieren und kaufen uns noch einen Pulli und ein Polohemd, trinken ein Bier in der Sonne. In dem Restaurant kann sogar Carpaccio fliegen, es ist auch sehr laut. Steffen geht in das Restaurant Vista und reserviert dort einen Tisch für 19.00 h, ist begeistert, weil gleich nach Allergien gefragt wird. 
Das Ambiente ist ansprechend, dezente Loungemusik spielt. Die Kellner servieren uns drei kleine Leckereien, wie Blumenkohl-Lolli, eine Art Wantan mit Füllung und Polentawürfel, dann erst kommt das Amuse mit Duo vom Lachs. Die gewählten Speisen sind alle dekorativ angerichtet und sehr delikat, als Abschluss wählen wir eine Käseplatte. 

Sichtungen: Kormorane, Lachmöwen, LIBELLE, GIRAFFE, Spatz, Rauchschwalben, Höckerschwäne, Blässhühnchen, Stockenenten, Silbermöwen.

Nieuwe Maas 10 km, Noord 9 km, Oude Maas 4 km, Dortse Kil 9 km, Hollandse Diep 18 km 


Willemstad Impressionen


5. Tag Mittwoch 10.07.2019 Willemstad - S'Hertogenbosch

Heute legen wir um 09.00 h ab, über das Diep fahren wir zurück in Richtung Osten. Auf Steuerbord passieren wir die wieder die gewaltigen Industrieanlagen von Moerdijk, danach wird es wieder gemütlich. Wir befahren jetzt die Amer, ein Mündungsarm zum Rheindelta gehörend. Das Wetter ist bis Mittag angenehm, sonnige Abschnitte mit einigen Wölkchen, dann scheint es sich zuzuziehen. 
Wir sehen drei Militärhubschrauber und einen gelben, die über uns bei Waalwijk hinweg fliegen. Industrie und Natur wechseln sich ab, immer wieder gibt es kleinere Orte mit Häfen. 




Ich wundere mich über eine normale weiße Hausgans in einer Gruppe Kanadagänse, wir scherzen, sie hat wohl kein Bock auf Weihnachten. Die Innenstadt unseres heutigen Zieles S'Hertogenbosch erreichen wir, indem wir am Nachmittag ein Stück der Zuid-Willemsvaart befahren. Wir haben 58% Regenwahrscheinlichkeit, am Abend Vorausschau 91 %. 

Sichtungen zur Wochenmitte: Lachmöwen, Rauchschwalben, Höckerschwäne, Blässhühnchen, Mäusebussard, Nilgänse mit Jungen, Nebelkrähen, Kanadagänse in einer Gruppe mit einer normalen weißen Hausgans, Graureiher, Flussseeschwalbe, Haubentaucher, Storch, Felsentaube, Elstern, Amsel, erst am nächsten Tag aufgelöst junge Teichhühner.

Hollandse Diep 18 km, Amer 8 km, Bergse Maas 25 km, Maas 12 km, Zuid- Willemsvaart 7 km 1 Schleuse 

6. Tag Donnertag 11.07.2019 S'Hertogenbosch bis irgendwo auf der Strecke

Statt 09.00 h starten wir erst um kurz nach halb 10.00 h, die Schleuse öffnet pünktlich um 10.00 h. Wir müssen rückwärts die 7 km auf dem Zuid-Willemvaart zurück, um dann auf der Maas weiter zu folgen. Ein entspannter Tag auf dem Fluss mit Windmühlen, die aus der Ferne grüßen, wenige Schleusen bieten Abwechslung. Das Teichhühnchen nutzt die LIBERTÉ als Kletterbaum zum Unmut des Captains, der gestern und heute geputzt hat und fährt ein kleines Stück mit. 




In der Schleuse begrüßt uns der Bordhündin Posta des Flussschiffes Merwestroom, an dem wir längsseits gehen. Die Ufer ziehen an uns vorbei, immer wieder sieht man Kuhherden am Wasser stehen, einige suchen Schutz unter Bäumen vor der Sonne, die endlich wärmend scheint. Ich schmunzle schon, da einige sagen, es sei zu heiß an Oberdeck. 

Zeitig gibt es heute Mittagessen: Melone mit Parmaschinken und Himbeerbalsamicocreme, Ragout von Rind und Kaninchen mit Pilz-Rotwein-Sauce dazu Romanesco und Basmatireis und als Abschluss Panna Cotta.
Schon zum Mittag Gewimmel in der Schleuse, ich sage Cappuccino kommt, das passt, denn der erste wird serviert und gleichzeitig geht eine Yacht mit dem Namen längsseits. Am Nachmittag passieren wir die Maas-Waal-Kanal Mündung, von hier kann man bei Nijmegen den Rhein zu erreichen. 

Wir suchen uns eine schöne Stelle an unserer Strecke für den Abend und die Nacht. Das Wetter ist stabil und wir wollen Grillen. Es gibt lecker Kalbsfilet und -Würstchen, Fritz hat Kartoffelsalat und grünen Salat gemacht und der Captain gibt die Getränke dazu aus. Das Wetter spielt mit, trotz Prognose bleibt es trocken und ist angenehm von der Temperatur, da es windstill ist. Es gibt einen schönen Sonnenuntergang. Wir genießen den schönen Sommerabend. 





Sichtungen: Ein Teichhuhn mit grünen Füssen, Lachmöwen, Blässhühnchen mit jungen schauen am Bullauge vorbei, die Gänse- und auch die Entenschar, sie werden mir fehlen. Jetzt zeigen auch die weißen Wildgänse ihre vier Jungen. Nebelkrähe, Haubentaucher mit 2 Jungen, Kormorane, Graureiher, Kühe am Ufer und im Wasser werden nicht gezählt, sowie der Maulesel und das Pony auf der Weide ebenfalls nicht. Flusspferde (Scherz 5 Pferde im Wasser), gemeine Wespe, Stubenfliegen, natürlich Mücken und diese fiesen Stechfliegen, Bachstelze, Mäusebussarde, Höckerschwäne, Kohlweißlinge, Graugänse, Nilgänse, Kanadagänse, Trauerschwäne oder auch Schwarzschwan. 

Zuid-Willemsvaart 7 km 1 Schleuse, Maas ca. 80 km ca. 3 Schleusen 

7. Tag Freitag 12.07.2019 Mook - Roermond

Um ca. 08.00 h legen wir heute ab, es regnet heute, es scheint, dass die Wetterprognose leider stimmt. Ab der ersten Schleuse scheint die Sonne und noch eine Zeit danach. Die Schleuse Sluis Sambeek hat drei Kammern. Auf der Maas geht es zu wie auf einem Güterbahnhof, uns kommen sehr viele Frachtschiffe entgegen. 

Wir sehen an der Strecke, dass die Deiche erhöht werden. Selbst in Mook wurde eine Schutzmauer errichtet, aber schön passend zu der Kirchenmauer. 
Um die Mittagszeit passieren wir Venlo, die deutsch-niederländische Grenze verläuft hier in nur ca. 4 km Entfernung parallel zur Maas. Die nächste größere Stadt ist Krefeld in etwa 25 km landeinwärts. 




Unser Mittagessen am Freitag: Zwiebelsuppe, Lachs mit Zucchini und gelben angebratenen Paprika, Senfsauce und Kartoffeln, danach Creme Brülee. 
Es wird auf einmal sehr windig. Um 14.40 h sagt Steffen, es ist Gewitter angesagt, in dem Augenblick blitzt es auch schon. Ich mache ein Foto von Kühen auf dem Deich, die dastehen wie die Hühner auf der Stange. 
Unser heutiges Ziel heißt Roermond, eine hübsche Stadt in einem größtenteils künstlich angelegten Wassersportgebiet. In den Geschäften und Restaurants viele Deutsche, auch haben viele hier ein Boot liegen, auf den Maasplassen gibt es unzählige Yachthäfen. Die vielen ehemaligen Baggerseen sind alle miteinander verbunden. 




Zur Kaffeezeit erreichen wir unseren Liegeplatz gegenüber des Natalini Turmes, dem 63 m hohen Büroturmes nach einem Entwurf des Architekten Adolfo Natalini und dem Architektenbüro Abken Schrauwe. Wir gegen an Land an einem Hausboot vorbei, dass ein wenig an eine Hütte in den Bergen erinnert. Wir spazieren zum Marktplatz und ich kaufe mir 2 Blusen und eine Stola. 
Dann suchen wir uns ein Restaurant zum Abendessen und wählen das Aruna Cuisine am Kraanpoort 1. Es ist von außen ansprechend und wir werden gleich nett willkommen geheißen. Die Karte ist überschaubar, wir wählen orientalische Vorspeisen in Gläsern und indische bzw. thailändische Hauptgerichte. 

Sichtungen: Graureiher, Spatz, Rauchschwalben, Graugänse, Nilgänse, Nebelkrähen, Kormorane, Lachmöwen, Kanadagänse, Stockenenten, Bachstelzen, Austernfischer, Felsentaube, am Vormittag Biber durch Captain entdeckt, leider nur unscharfes Foto. Rabenkrähen, Trauerschwäne. 
  
Maas ca. 70 km 3 Schleusen 

8. Tag Samstag 13.07.2019 Roermond - Maastricht - Lüttich 

Gegen 7.00 h legen wir ab und fahren noch ein Stück durch das Wassersportgebiet, dann kommt schon die erste Schleuse, ich bin noch im Bad. Die zweite Schleuse hat einen Hub 9,8 m, ab hier (Maasbracht) fahren wir auf dem Julianakanaal. Die Maas begleitet und in einiger Entfernung, sie folgt ihrem uralten Lauf über und ist in diesem Abschnitt nicht schiffbar. 
Ich bin begeistert, hier haben sie Doppel- oder sogar dreifache Schleusen. Nicht wie bei uns in Deutschland, wo alles blockiert ist, wenn das Schleusentor einmal kaputt ist. 



Zum Mittag halten wir in Maastricht, hier bunkert Captain und schauen und wir die Stadt an, Holland hat schöne Geschäfte. Als wir in Richtung Schiff spazieren, sehen wir eine dunkle Wolkenwand auf uns zugekommen. Captain verholt zurück an den Steg und wir können vor dem Regen an Bord gehen. Es ist schwül, ich packe schon einige Sachen zusammen, morgen ist schon Ausschiffung. Schnell noch geduscht.
Zur Kaffeezeit legen wir ab, es gibt Kaffee und Schokokuchen. Ab geht es jetzt Kurs Lüttich, die letzten Kilometer sind normalerweise schnell geschafft. Auf dem Weg dorthin dominiert Industrie das Bild, riesige Hafenanlagen sind am Ufer entstanden. 
Nur noch eine Schleuse ist an der Grenze zu passieren, aber leider lässt uns die kleine Maus mit der angenehmen Stimme (Maus frz. Souris) 50 min vor der Schleuse Lanaye (Ternaaien) warten. Wie im Spiel „Tetris“ werden die Schiffe in der Schleuse verteilt. Irgendwie dauert es ewig, bis das Schleusentor schließt, gemächlich steigen wir die ca. 10 m nach oben, insgesamt 1 1/2 Stunden Wartezeit.

Foto Steffens Handy des letzten Stücks

Lüttich ist eines der Industriezentren Belgiens. Wir haben nach der Schleuse jetzt noch 20 km vor uns. An viel Industrie und Industrieleichen geht es vorbei, viele Brücken zum Teil mit cooler Graffiti wie der Gorilla. Ein Denkmal steht im Fahrwasser ???

Wir fahren an hässlichen Wohnsilos vorbei. Nicht wirklich schön, es sieht dunkel aus. Wir gehen direkt zu dem Restaurant am Anleger, es sind leider nur noch Plätze draußen frei. Wir bestellen Rotwein, nehmen einen Schluck, da fängt es an zu gießen.
Die Tischdecke und auch die Stühle am 6-er Tisch sind klatschnass. Ein anderes Pärchen von Bord findet einen 2-er Tisch unter einen der Sonnenschirme. Es sind Ständer mit vier einzelnen Schirmen, die die Wassermassen in den Zwischenräumen durchlassen. Der Regen stoppt, wir bestellen und setzen uns enger zusammen. Steffen opfert sein Wasserglas, das zweimal voll ist. Unsere eigene Fontäne am Tisch. Das Essen ist prima, wir gehen aber danach gleich wieder an Bord und sitzen draußen. 

Sichtungen: Höckerschwäne, Lachmöwen, Graureiher, Mäusebussarde, Flussuferläufer, Stockenenten mit Jungen, Kohlweißling, Felsentaube, Blässhühnchen. 

Maas (Roermond-Maastricht) 7 km 1 Schleusen, Maas (Maastricht-Lüttich) 33 km 1 Schleuse so ungefähr...

9. Tag Sonntag 14.07.2019 Abreisetag

Nach dem Frühstück heißt es Abschied nehmen, unser Großraumtaxi ist bereits gestern für 10.00 h bestellt worden. Wir sind die ersten von Bord, die aufbrechen, 2 Pärchen fahren mit uns im Zug in Richtung Heimat.

FAZIT der Reise: Das Wetter hatten wir uns anders vorgestellt, es war kälter und ungemütlicher als wir gedacht haben. Wir waren sehr begeistert von Holland!

Vaarwel 👋  tot de volgende keer!! 

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag
©️ Constanze Paula Hoffmann

Mittwoch, 7. August 2019

2019 mit der LIBERTÉ von Bremen nach Amsterdam

oder eine Flusskreuzfahrt durch das Land von Frau Antje 






Wir sind pünktlich um 11.00 h in Elmshorn gestartet, der Anschlusszug nach Bremen geht am gegenüberliegenden Gleis ab. Am Bahnhof essen wir bei Grillwurst und dort trennen uns dort. Ich möchte noch zum Leguano Shop Am Wall 141, mit dem Gepäck und der Hitze wird das ganz schön heftig. Doch wir bekommen, was wir wollen und sind begeistert. 

Ein Security-Man von einem Geschäft gibt uns eine Taxinummer. Es dauert, da gerade auf der Zufahrtsstrasse ein Einsatz der Feuerwehr im vollen Gange ist. Doch der Taxifahrer hält auf der gegenüberliegenden Straßenseite und wir laufen hinüber, da die Wagen und Straßenbahnen wegen der Absperrung nicht weiterfahren können. Er sagt, was, ihr wollt nach Tiefer? Das ist doch gleich um die Ecke, aber ich finde es ist doch ganz schön weit. Es stellt sich heraus, das die LIBERTÉ in der Nähe seines Fischerboot steht. 

Industrie am Ufer





Tag 1 26.02.2019 Mittwoch Bremen nach Elsfleth oder weiter 

Die LIBERTÉ erwartet uns an der Weser am Anleger "Tiefer", es liegt zwischen Tiefer und Osterdeich. Dort geht ein schöner Wind. Ab 14.30 h ist die LIBERTÉ zum Einstieg bereit. Wir wollen ab 15.00 h oder wenn alle an Bord sind Weser abwärts fahren. 

Thomas ist noch an Bord und bringt den Leihwagen weg. Johann übernimmt das Schiff. Thomas wird von uns mit: "Bis Amsterdam" verabschiedet. Wir werden noch am Anlieger obligatorisch begrüßt. 

Wir haben schon das Kellogs-Werk, den Europahafen, mit seinen schönen Leuchtturm passiert. Die Ausfahrt aus der alten Hansestadt ist schon sehr sehenswert. Wir haben Westwind und dümpeln ganz leicht. Wir passieren Hafenanlagen, den Spacepark mit seiner Raketenabschussrampe und den Klöcknerhafen. Klöckler ist mittlerweile in indischer Hand und heißt Arcelormittal Bremen GmbH. 

Entschleunigung 


Später fahren wir an einer Flugzeugwerft und einige Yachtwerften vorbei, darunter der weltweit bekannte Lürssen-Yachtbau (Wikipedia) hinter der Lesummündung. Hier werden und wurden die schönsten Schiffe für wohlhabende Kunden gebaut. Man erfährt fast nie, wer gerade geordert hat. Wir passieren die Werft etwa gegen 17.00 h. Wer weiß, vielleicht können wir den Blick auf einen Neubau werfen. Wir sehen eine Yacht auf Backbord, die ein Feuer an Bord zu haben schien und auf Steuerbord eine verhüllte Yacht. Es brist auf und wird frisch. 

Um 17.50 passieren wir die Fähre Blumenthal. Der Wind pfeift und wir kommen gegen den Strom nur langsam voran. Auf Backbord liegt ein Schiff der Küstenwache die Bad Düben BP83. Wir sind überrascht, dass die Werft so viele verschiedene Standorte hat. Es ist bewölkt und sehr windig. Johann sagt, dass an der Küste Wind bis Stärke 8 gemeldet ist. 

Nach der Passage von Frage biegen wir bei Elsfleth in die Hunte ein. Von den Gezeiten und Öffnungen der Klapp - und Drehbrücken hängt das Erreichen unseres heutigen Liegeplatzes ab. Oldenburg oder doch nur Elsfleth, das Abendessen bekommen wir heute an Bord. Doch wir kommen noch bis Oldenburg an der Cecilienbrücke. 



Unser Koch Fritz hat sich heute viel Mühe mit dem Abendessen gemacht, es gibt jungen Mangoldsalat mit gebackenen Ziegenkäse garniert mit Preiselbeeren und in Honig kandierten Pinienkernen, als Hauptgang Rinderfilet in Senfsauce mit französischen Cognacs und Senf, Kartoffelgratin und Endiviensalat, der Nachtisch besticht mit der  auffälligen Farbe der Kokoscreme zum Palatschinken. 

Sichtungen: 1 Reh vom Zug aus, diverse Möwen, Kormorane, Lachmöwe, Stockente mit Jungen, Uferschwalben, Stare, 

Route: Unterweser 32 km, Hunte 25 km 


2. Tag 27.06.2019 Donnerstag - Die Küstenkanalschwalbe? 

Heute morgen wurden wir unsanft kurz nach 5.00 h geweckt, ein "Fliegender Holländer" rauschte mit seinem Kümo an uns vorbei und wir schlugen mit den Schiff an die Ufermauer. Schon um 07.00 h ist Captain heute gestartet, nach der Oldenburg Schleuse beginnt der Küstenkanal. Er führt die ganze Zeit an der B 401 entlang und verbindet als nördliche Route die Weser mit der Ems. Die vielen Torfstiche am Ufer färben das Wasser manchmal dunkelbraun. Den Elisabethfehnkanal haben wir um 10.44 h bei Kampe passiert. Die Brücken auf dem KüKa sind sehr niedrig, so erfolgt immer ein Signal von der Brücke. 
Captain sagt, dass immer gerne solche Abkürzungen wie Küstenkanal - KüKa benutzt werden. Die "Küstenkanalschwalbe" entstand, weil ich erst die Uferschwalben für Küstenseeschwalben hielt und wir sie im Spaß 'mal eben umgetauft haben.

Die Menüfolge des Tages: Champignoncremesuppe, Entenbrust mit Spinatsemmelknödel (für uns gröberes Pü mit Petersilie) und Orangensauce und Rotkohl. Oh, Dessert des Tages habe ich nicht notiert und vergessen. 


Natur pur


Nach der Schleuse Dörpen mündet der Kanal in die regulierte Ems. Wir liegen am Abend vor der Schleuse Herbrum, denn hinter der Schleuse beginnt das Tidengewässer. Die Schiffe haben schöne Namen wie Medusa und Seestern, das sind dann meine groß geschrieben Tiere. Vor unserem Abendessen an Bord - kalte Platten - können wir uns die Beine vertreten, Steffen läuft bis zum Marktplatz. Aber vorher wird der Ablauf des nächsten Tages unterbreitet. Frühstück und Mittag eine halbe Stunde vorher wegen des Besuches bei der MEYER-WERFT. Ich werde zum Gruppenführer erklärt, d.h. Master of Desaster. 

Sichtungen heute: gleich morgens 2 Krickenten aus dem Badezimmerbullauge, die aufgeschreckt das Weite suchten, eine Stockenten-Mami mit Jungen, Austernfischer, Uferschwalben, Graugans, Silbermöwe, Dohle, Bachstelze, Ringeltaube, Felsentaube, Spatz, Elster, Reiher, Lachmöwe, PANDA, Nilgans, Mücken, Nebelkrähe, SEESTERN. 

Route: Küstenkanal 70 km 2 Schleusen, Dortmund-Ems-Kanal ca. 10 km 1 Schleuse

3. Tag 28.06.2019 Freitag Herbrum - Leer

Um 7.00 h legen wir ab in die Herbrum-Schleuse, alle sind rechtzeitig zum früheren Frühstück um 08.00 h anwesend. Gegen 09.45 h sehen wir zum ersten Mal die MEYER-WERFT (Website), davor eine große Sektion eines Kreuzfahrtschiff in Planen gewickelt. Wir passieren 09.15 h die Strassenbrücke Vellage-Bokel neben der Werft. 

BLICK AUF DIE MEYER-WERFT - GANZ DEUTSCHLAND LEIDET UNTER DER HITZEWLLE 




Das Foto GANZ DEUTSCHLAND LEIDET UNTER DER HITZEWELLE entsteht vor der Werft. Johann weist uns gegen 10.50 h auf eine schöne Windmühle an Steuerbord hin. 



Die alte abgebaute Eisenbahnbrücke Weenerauch Friesenbrücke


Dann passieren wir die Hafenschleuse nach Weener auf Backbord und die alte abgebaute Eisenbahnbrücke Weenerauch Friesenbrücke. Die großen Kreuzfahrtschiffe passten nicht durch die Klappbrücke, so dass das feste Element dann abgebaut werden musste. Neben der kleinen alten Hafenschleuse nur noch für Sportboote zugelassen liegt die Papierfabrik Klingerle. 11.30 h verlassen wir die Stadtschleuse oder ehe Seeschleuse Leer nach dem Arbeitsschritt Report und fahren in den Stadthafen ein. 


Das Modell eines Viehtansporters



Da wir heute die Meyer-Werft besichtigen, gibt es ein frühes Mittagessen. Der Großraumwagen holt uns um 13.45 h ab, die Fahrt von Leer nach Papenburg dauert 45 min. Unsere vom Captain bestellten Tickets müssen wir bis 14.30 h am Segelschiff "Friederike am Rathaus" abholen, denn um 14.45 h soll der Shuttlebus zur Werft starten. Das Schiff heißt eigentlich Friederike von Papenburgist ein Museumsschiff und das Wahrzeichen der Stadt. 

Wir sind ein wenig unentspannt, da die Schlange an der Kasse sehr lang ist. Als wir hechelnd am Bus ankommen, hat sich die Abfahrt auf 15.00 h verschoben. Unsere Werftführung, die letzte des Tages, findet in einer kleinen Gruppe statt. 

Schon im Bus werden wir auf die Familiengeschichte und das Unternehmen eingestimmt. 

Ich freue mich. Endlich habe ich es geschafft, die MEYER-WERFT zu besichtigen. Sie stand schon lange auf meiner Bucketlist! Jeder, der sich für Schiffbau und Kreuzfahrt interessiert, muss diese Tour mitgemacht haben.

Unser Guide hat sein Fachwissen mit flotten Sprüchen rübergebracht, so daß die Zeit im Fluge verging. Die Führung ist sehr interessant und wird mit 2 Filmen untermalt.

An den verschiedenen Schiffsmodellen kann man die beeindruckenden Größenverhältnisse sehen. Und man kann in die "geheiligten" Hallen sehen, wirklich beeindruckend!


Blick in die Produktionshalle der MEYER-WERFT





Sie wollen auch einmal die Werft besichtigen? 


Über die MEYER-WERFT:

Die im Jahre 1795 gegründete MEYER WERFT zeigte nach den Jahren des Holzschiffsbaues im 18. Jahrhundert früh Pioniergeist. Sie begannen 1872 mit dem Bau von Eisenschiffen mit Dampfmaschinen.Die Werft befindet sich in siebter Generation im Familienbesitz. Als Geschäftsführer leiten heute Bernard Meyer, Dr. Jan Meyer, Tim Meyer und Thomas Weigend das Unternehmens.

Die NEPTUN WERFT in Rostock-Warnemünde 1850 gegründet, blickt ebenfalls mit Ihrer mehr als 150- jährigen Geschichte auf eine lange Tradition zurück, sie gehört zu den ältesten Werften der deutschen Ostseeküste. Ebenso wie die Werft im finnischen Turku, deren Wurzeln sogar ins Jahr 1737 zurückreichen. Die Unternehmensgruppe befindet sich im Besitz der Familie Meyer.

Anbei weitere Links zur Familiengeschichte:

Meine Tiersichtungen am dritten Tag: OCTOPUS, Uferschwalben an der Schleuse, Lachmöwe, Felsentaube, Stockenten ohne Ende, Nilgans, Nebelkrähen, viele Graugänse auf den Deich, Schellente, Storch, 

Route: Dortmund-Ems-Kanal ca. 17 km, 1 Schleuse, Ems 14 km, Leda 3 km 1 Schleuse

4. Tag 29.06.2019 Samstag Leer - Delfzijl (NL) - Groningen

Morgens geht es gleich vom Hafen Leer in die Schleuse. Wir müssen uns nach den Gezeiten richten, fahren 3 km auf der Leda, bevor es wieder auf die Ems geht. Der Fluss wird wieder breiter, so dass für alle Fälle die Fenster schließen müssen wegen der entgegen kommenden Schiffe. Ein Highlight heute ist das Ems-Sperrwerk, Schutz vor Sturmfluten und grosse Hilfe für die MEYER-WERFT, wenn die großen Neubauten die Werft verlassen in Richtung offenes Meer. 

Danach passieren wir den Ditzum mit einer hübschen Mühle (man nähert sich Holland) und vielen Segelschiffen, von hier geht eine Fähre nach Petkum. Dollart auf Backbord und der Seehafen von Emden voraus mit den riesigen Windrädern und auch schon drei bullige Autotransporter an der Aussenpier erspähen wir in der Ferne. Hunderte Autos warten hier darauf verladen zu werden. Wir haben mal einen TV-Beitrag einer jungen Frau gesehen, die im Minuten Takt die PKW’s an Bord gefahren hat. Segler und andere kleine Sportboote kommen uns entgegen, über dem Dollard ist es leicht diesig. Dollart oder niederländisch Dollard ist eine ca. 90 km2 große Bucht im Mündungsästuar der Ems. Einer der Autotransporter hat abgelegt mit über 2150 PKW an Bord. Dann passieren wir die Zeeluis Schleuse und Klappbrücke. Jede Menge Industrie sieht man an den Ufern auf Backbord und Steuerbord.


Zeeluis Schleuse und Klappbrücke


In Holland dann gibt es unser Mittagessen: Brokkolicremesuppe, Pasta mit dreierlei Sauce - Bolognese, Hühnchen mit Curry und Gorgonzola und Garnelen in Dillsauce, sowie Milchreis mit Zimt, Zucker und zerlassener Butter.

Sichtungen: Geht gleich gut los am Morgen - viele Graugänse mit ihren Jungen, dazwischen weisse Gänse, Silbermöwe, Lachmöwen, Brantgänse, Mehlschwalben, Stockenten, Austernfischer mit ihrem typischen Gepiepse auf der Landzunge mit den Windrädern, Admiral, Rauchschwalben an der Zeesluis und Klappbrücke, Kormoran, endlich der Haubentaucher. 

Route: Leda 3 km 1 Schleuse, Ems 39 km, Emskanal 25 km 1 Schleuse


Tag 5 30.06.2019 Sonntag Groningen nach Sneek 

Gestern wurde beschlossen, schon um 08.00 zu frühstücken und um 09.00 statt 10.00 h zur ersten Drehbrücke Trombrüg, wir müssen fast 15 min warten bis zur Öffnung. Wir fahren 8 km in Kolonne mit 4 Seglern, später kommt noch eine Tjalk dazu. 


Eine Tjalk 


Die Tjalk ist ein historischer holländischer, einmastiger Segelschifftyp für den Gütertransport im und am Wattenmeer, also ein Wattensegler für flache Küsten- und Binnengewässer. Neben dem Einsatz in der Küstenschifffahrt wurden Tjalken bis ins 20. Jahrhundert häufig auch als reine Binnen-Frachtschiffe eingesetzt 

Unsere zweite Klappbrücke des Tages erreichen wir um 09.20 h, eine dritte folgt auf dem Fuße. Auf Steuerbord liegt das bunte Groninger Museum. Es geht Schlag auf Schlag. Auf der Stadtkarte sind schon 13 Brücken zu sehen, wir fahren durch die schöne Altstadt. Alle Brücken im Verlauf des Wasserweges sind beweglich, es sind sogenannte Mastrouten, die es überall in der Niederlande und Belgien gibt. 11.05 h sind wir in der Schutzsluis, von hier geht es in den Van Starkenborgh Kanaal. Der Kanal wird stark von von der Berufsschifffahrt genutzt, wir sehen auch unzählige Sportboote. Hier gibt es Geschwindigkeitsbegrenzung von 12,5 km/h, die ständig überwacht wird. Zwischen zwei Klappbrücken wird die Zeit genommen, die ein Schiff für diese Distanz benötigt und kann so feststellen, wie schnell man war. Es soll nicht so preiswert sein. 

Die Landschaft ist sehr flach, so daß man sehr weit ins Land hinein schauen. Viele Gräben und Kanäle kreuzen uns. Um Punkt 12.00 h läutet die Kirche von Echten kurz vor dem Ort Delfstrahuizen. 

Sichtungen am Sonntag: Stockenenten, Lachmöwen, Silbermöwen, PAPILLON, Haubentaucher, Blässhühnchen, FLAMINGO und GELBE ENTE als Badeinsel auf einem Flussschiffer, Amsel, Küstenseeschwalben, Kaninchen, Austernfischer, Rauchschwalben, Mäusebussard, Kormoran, Graureiher, Nonnengänse, Storch, LAUS (DEO), Elster, Amsel, Fasan, Eichelhäher. 

Route: Reitdiep (Innenstadt Groningen) 8 km 1 Schleuse, Van Starkenborgh Kanaal 20 km 1 Schleuse, Prinses Margriet Kabaal 42 km, Houkesloot (Stichkanal Sneek) 5 km

6. Tag 01.07.2019 Montag Sneek - Hoorn

Schon um 07.00 h heißt es "Leinen los". Nach ca. 2 Stunden und einer Schleuse erreichen wir das IJsselmeer. Die ehemalige Zuiderzee wird von einem Damm von der Nordsee abgetrennt. In dieser Gegend gibt kein Ebbe und Flut, es ist ein Eldorado für alle Wassersportler, die Uferlinien sind von riesigen Windparks gesäumt. 

Auf dem Heegermeer wenden wir dann aber lieber, da die Wellen sind bis zu 50 cm hoch sind und in den Böen sogar brechen. So geht es weiter über Slotermeer, Grote Brekken und Tjoukermeer. 

Wir erreichen Woudsend eine schöne Feriensiedlung mit pittoresken Häusern und den Seglern direkt vor der Haustür. Dann kommen wir auf das Slotermeer und hier dümpeln schon wieder. Eine gute Entscheidung nicht zum IJsselmeer zu fahren, wo schon 1 m Wellen vorausgesagt wurden. Wir passieren gegen 10.35 h Sloten (Sleat) auf dem Slotegat. 

Wir sehen Jollen einer Segelschule vor Brandemar auf Steuerbord, die den frischen Wind ausnutzen. Ganz entspannt geht es weiter, der Wind bläst noch frisch und wir dümpeln nur noch, wenn uns zu schnelle Boote überholen oder von vorne kommen. 
Leider ist auf unserem Weg eine Brücken-Baustelle nach der Schleuse in Njietrijne, so dass wir drehen müssen. Es gibt eine Verengung der Durchfahrtsbreite auf 4,50 m, für uns nicht geeignet mit unserer Breite von 5.05 m. In der nächsten Kurve erfolgt dann das nächste Wendemanöver. 

Pittoreske Mühle am Wendepunkt 


Unser nächstes Anlaufziel ist jetzt Lemmer über das Tjeukemeer. Wir essen zu Mittag, während Captain kurz anlegt. Heute gibt es Böhmische Küche: Sauerkrautsuppe mit weißen Bohnen, Rehgulasch mit gebratenem Paprika und warme Blaubeeren. 

In Lemmer beträgt das Brückengeld 05,00 €, wieder mit dem Holzschuh zu übergeben. Diesmal darf ich! Wir legen direkt im Stadthafen an, Uhrzeit 17.00 h wir müssen noch die letzte Brücke passieren. Beim Einlaufen erklingt ein Glockenspiel, was für ein schöner Empfang. Lemmer ist eine schöne kleine Stadt mit vielen Kneipen. Wir essen direkt am Hafen im Restaurant de Baai van Lemmer. Drei dekorativ und wohlschmeckende Grüße aus der Küche stimmen uns ein. Zweimal Muscheln und zweimal Fisch, einfach lecker und super Service.

Mal sehen, wie es morgen weitergeht.

Sichtungen in der neuen Woche: Blässhühnchen, Rauchschwalben, Spatz, Haubentaucher, Nebelkrähe, Lachmöwen und Silbermöwen, Hase, Nonnengänse, Bachstelzen, junge Zwergtaucher, Felsentaube oder auch Strassentaube, Kormoran, Nonnengänse, Graugänse, junge Zwergtaucher, Stare vor Sloten (Sleat) auf dem Slotegat. Silberreiher, Rohrdommel, Eiderente in Delfstrahuizen sowie weisse und weissgepunktete Stockenten, Höckerschwanfamilie. Auf dem Rückweg zur Schleuse mache ich nochmal Fotos der bunten und weißen Enten, ich bin sicher, die haben Weissflecken.

Route: Sneek nach Lemmer nach 2 x Wenden 

7. Tag 02.07.2019 Dienstag Lemmer nach Enkhuizen und weiter nach Volendam

Statt Hoorn - Volendam - Weesp starten wir jetzt heute in Lemmer und fahren bis, wer weiß es? Der Hafenmeister kommt um ca. 08.40 h und wir wollen danach starten. Der Jockel springt um kurz nach 09.00 h an. Kurzer Check im Maschinenraum, dann wird abgelegt, ein gutes Manöver vom Captain, da wir zwischen 2 Seglern eingekeilt waren. 

Plan des Tages: Wir versuchen erst das IJsselmeer, wenn das nicht klappt kommt Plan B. Ein Telefonat bestätigt, dass die Brücken hinter der Schleuse / Brücke hinter Lemmer hoch genug sind. Der Wind ist abgeflaut, aber die See wird sich aufgebaut haben. Windstärke 4 haben wir dennoch und See und Wind kommen von der Seite, aber noch sind wir unter Abdeckung. Die Windräder auf Backbord stehen akkurat in einer Flucht. 

In Reih und Glied - Windräder 

Gott sei Dank ist die See ruhig, sie plätschert sanft an die Bordwand. Viele auch alte Segler sind unterwegs. So langsam nähern wir uns Enkhuizen. Wir können hier in die alte Schleuse fahren, drei markante Schornsteine einer alten Räucherei tauchen auf und ein Mastenmeer der zahlreichen Seglern in der Marina. Das Menü habe ich für den wieder nicht notiert, na sowas. 

Um 12.40 h erreichen wir die Klappbrücke und alte Schleuse - Krabbersgatsluizen. Nach der Schleuse erreichen wir das Markermeer, das südliche IJsselmeer, der Houtribdijk trennt die Meere. Am entfernten Ufer spiegelt sich alles, die Bäume, die Häuser scheinen zu schweben, es ähnelt einer Fata Morgana. 

Zeester
Mittagsruhe ist angesagt. Wir werden wach als wir Volendam anlegen. Wir liegen unterhalb der kleinen Hafenmeile namens Haven. Als wir festliegen, geht ein Segler aus Lemmer namens Zeester (zu deutsch Seestern) längsseits mit uns ins Päckchen. 

Ein Skipper und ein Matrose mit Bordhund Olly, der auf‘s Wort gehorcht, kümmern sich um 32 Kids, davon auch einige über 18 Jahren. Mehrfach marschieren sie freundlich grüßend in Grüppchen über unser Deck an Land, selbst Olly schaut vorbei. 


Dohlen, Nebelkrähen, Spatzen, Stare, Lachmöwen und Silbermöwen stürzen sich auf die Brotkrumen, die die Touristen ihnen darbieten. Obwohl ein großes Schild darauf hinweist, es bitte nicht zu tun. Dementsprechend ist der Andrang groß, ein Gewimmel ohne Ende. 

Wir essen im Hotel und Restaurant Le Pompadour (Website) und sind uns einig bei der Bestellung. Die Auswahl besteht aus gegrilltem Lachs mit Salat und Beilagen, für uns ungewöhnlich mit Rotkraut mit Zimtnote, Rhabarberkompott, grüne Bohnen mit Speck und Chicoréegemüse mit Schinken. 

Sichtungen: Rotkehlpieper, Rauchschwalben, Haubentaucher, Lachmöwe, Stockenten, unzählige Höckerschwäne, Haubentaucher, Blässhühnchen, Bisamratte, Mäusebussard, Zitronenfalter, Kormoran, Marienkäfer, Dohlen, Nebelkrähen, Spatzen, Stare, Lachmöwen und Silbermöwen, Stockenten.


8. Tag 03.07. 2019 Mittwoch Volendam nach Amsterdam 

Um 10.40 h legen wir nach der Zeester ab, die um 10.30 h startet. Ich mache ein kleines Video, wie sie die Hafeneinfahrt verlässt. Wir passieren die Insel Marken auf dem Markenmeer und sehen auf Steuerbord den hübschen Leuchtturm der Insel. 

Ganz weit in der Ferne an Steuerbord sieht man die ersten hohen Schornsteine Amsterdams. Wir fahren nah unter Landabdeckung in Richtung Noordzeekanaal, unser Ziel ist der Liegeplatz Osterdok in Amsterdam. 

Unser letztes Menü auf dieser Reise besteht aus: fruchtiger Tomatensuppe mit Gin, als Hauptgang folgt - Schweinefilet oder Garnelen mit Knoblauchsauce, Gnocchi und Rahmspinat und als Dessert Bananencocktail. 

Wir fahren in Amsterdam ein, unser Liegeplatz ist im Innenhafen, dort wo die normalen Flussschiffe nicht hinkommen. Die letzte Brücke ist niedrig - alle hinsetzen. 

Sichtungen am Mittwoch: Stockenenten, Dohlen, Nebelkrähen


9. Tag 04.07.2019 Donnerstag Amsterdam 

Heute ist für die anderen Gäste Abreisetag, wir verabschieden uns von ihnen und nutzen den Tag, um das Schifffahrtsmuseum (Website Het Scheepvaartmuseum) besuchen. Es befindet sich in dem historischen Gebäude mit dem Namen "Arsenal", einem aus dem Jahr 1656 stammenden Lagerhaus der königlich niederländischen Marine. Gleich neben dem Museum liegt der Replika eines Schiffes der Niederländischen Ostindien-Kompanie, das größte Exponat der Ausstellung. Das Museum ist in vier Abteilungen unterteilt, in die vier Himmelsrichtungen, im Aussenbereich sind sind noch 2 weiter historische Schiffe, unter anderem die prunkvolle königliche Barkasse, auf der noch Königin Beatrice gerudert wurde. 

 Die königliche Barkasse


Zur Mittagszeit besuchen wir das italienische Ristorante "A Tavola" (Link TripAdvisor), die Antipasti und Pasta sind so lecker, dass wir für den nächsten Abend einen Tisch reservieren. Der Chef und Kellner ist Sizilianer, der Koch aus Sardinien. Es nehme einen Montepulciano und es gibt noch einen sizilianischen Limoncello auf‘s Haus. 

Am Abend bleiben wir an Bord und sind noch immer pappsatt, Sichtungen waren heute nebensächlich. 


10. Tag 05.07.2019 Freitag Extratag Amsterdam

Nach dem Frühstück erkunden wir Amsterdam, kaufen ein paar Souvenirs und ich finde zwei Blusen und Jäckchen. Die Hanfbalsam und die Tropfen sind hier von besserer Qualität und der Eigentest zeigt, dass ich mir besser noch eine weitere Dose besorgen  muss. Da kommt die Salbe mit dem Bruno Hund (keine Werbung, da keine Namennennung) gegen die Schmerzen nicht mit. 

Das Essen im "A Tavola" ist wieder sehr schmackhaft, natürlich gibt es noch eine Bewertung bei TripAdvisor, wo ich jetzt natürlich auch "paulabloggt" heiße. Ich wähle eine Miniportion Pasta mit Vongole und dann die Tagliatelle mit frischen schwarzem Trüffel. 


Der Abend ist noch sehr lang. Wir haben noch den nächsten Tag, aber das ist eine andere Geschichte.


Tot ziens tot de volgende keer! - 
Auf Wiedersehen bis zum nächsten Mal!



Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag
©️ Constanze Paula Hoffmann