Mittwoch, 7. August 2019

2019 mit der LIBERTÉ von Bremen nach Amsterdam

oder eine Flusskreuzfahrt durch das Land von Frau Antje 






Wir sind pünktlich um 11.00 h in Elmshorn gestartet, der Anschlusszug nach Bremen geht am gegenüberliegenden Gleis ab. Am Bahnhof essen wir bei Grillwurst und dort trennen uns dort. Ich möchte noch zum Leguano Shop Am Wall 141, mit dem Gepäck und der Hitze wird das ganz schön heftig. Doch wir bekommen, was wir wollen und sind begeistert. 

Ein Security-Man von einem Geschäft gibt uns eine Taxinummer. Es dauert, da gerade auf der Zufahrtsstrasse ein Einsatz der Feuerwehr im vollen Gange ist. Doch der Taxifahrer hält auf der gegenüberliegenden Straßenseite und wir laufen hinüber, da die Wagen und Straßenbahnen wegen der Absperrung nicht weiterfahren können. Er sagt, was, ihr wollt nach Tiefer? Das ist doch gleich um die Ecke, aber ich finde es ist doch ganz schön weit. Es stellt sich heraus, das die LIBERTÉ in der Nähe seines Fischerboot steht. 

Industrie am Ufer





Tag 1 26.02.2019 Mittwoch Bremen nach Elsfleth oder weiter 

Die LIBERTÉ erwartet uns an der Weser am Anleger "Tiefer", es liegt zwischen Tiefer und Osterdeich. Dort geht ein schöner Wind. Ab 14.30 h ist die LIBERTÉ zum Einstieg bereit. Wir wollen ab 15.00 h oder wenn alle an Bord sind Weser abwärts fahren. 

Thomas ist noch an Bord und bringt den Leihwagen weg. Johann übernimmt das Schiff. Thomas wird von uns mit: "Bis Amsterdam" verabschiedet. Wir werden noch am Anlieger obligatorisch begrüßt. 

Wir haben schon das Kellogs-Werk, den Europahafen, mit seinen schönen Leuchtturm passiert. Die Ausfahrt aus der alten Hansestadt ist schon sehr sehenswert. Wir haben Westwind und dümpeln ganz leicht. Wir passieren Hafenanlagen, den Spacepark mit seiner Raketenabschussrampe und den Klöcknerhafen. Klöckler ist mittlerweile in indischer Hand und heißt Arcelormittal Bremen GmbH. 

Entschleunigung 


Später fahren wir an einer Flugzeugwerft und einige Yachtwerften vorbei, darunter der weltweit bekannte Lürssen-Yachtbau (Wikipedia) hinter der Lesummündung. Hier werden und wurden die schönsten Schiffe für wohlhabende Kunden gebaut. Man erfährt fast nie, wer gerade geordert hat. Wir passieren die Werft etwa gegen 17.00 h. Wer weiß, vielleicht können wir den Blick auf einen Neubau werfen. Wir sehen eine Yacht auf Backbord, die ein Feuer an Bord zu haben schien und auf Steuerbord eine verhüllte Yacht. Es brist auf und wird frisch. 

Um 17.50 passieren wir die Fähre Blumenthal. Der Wind pfeift und wir kommen gegen den Strom nur langsam voran. Auf Backbord liegt ein Schiff der Küstenwache die Bad Düben BP83. Wir sind überrascht, dass die Werft so viele verschiedene Standorte hat. Es ist bewölkt und sehr windig. Johann sagt, dass an der Küste Wind bis Stärke 8 gemeldet ist. 

Nach der Passage von Frage biegen wir bei Elsfleth in die Hunte ein. Von den Gezeiten und Öffnungen der Klapp - und Drehbrücken hängt das Erreichen unseres heutigen Liegeplatzes ab. Oldenburg oder doch nur Elsfleth, das Abendessen bekommen wir heute an Bord. Doch wir kommen noch bis Oldenburg an der Cecilienbrücke. 



Unser Koch Fritz hat sich heute viel Mühe mit dem Abendessen gemacht, es gibt jungen Mangoldsalat mit gebackenen Ziegenkäse garniert mit Preiselbeeren und in Honig kandierten Pinienkernen, als Hauptgang Rinderfilet in Senfsauce mit französischen Cognacs und Senf, Kartoffelgratin und Endiviensalat, der Nachtisch besticht mit der  auffälligen Farbe der Kokoscreme zum Palatschinken. 

Sichtungen: 1 Reh vom Zug aus, diverse Möwen, Kormorane, Lachmöwe, Stockente mit Jungen, Uferschwalben, Stare, 

Route: Unterweser 32 km, Hunte 25 km 


2. Tag 27.06.2019 Donnerstag - Die Küstenkanalschwalbe? 

Heute morgen wurden wir unsanft kurz nach 5.00 h geweckt, ein "Fliegender Holländer" rauschte mit seinem Kümo an uns vorbei und wir schlugen mit den Schiff an die Ufermauer. Schon um 07.00 h ist Captain heute gestartet, nach der Oldenburg Schleuse beginnt der Küstenkanal. Er führt die ganze Zeit an der B 401 entlang und verbindet als nördliche Route die Weser mit der Ems. Die vielen Torfstiche am Ufer färben das Wasser manchmal dunkelbraun. Den Elisabethfehnkanal haben wir um 10.44 h bei Kampe passiert. Die Brücken auf dem KüKa sind sehr niedrig, so erfolgt immer ein Signal von der Brücke. 
Captain sagt, dass immer gerne solche Abkürzungen wie Küstenkanal - KüKa benutzt werden. Die "Küstenkanalschwalbe" entstand, weil ich erst die Uferschwalben für Küstenseeschwalben hielt und wir sie im Spaß 'mal eben umgetauft haben.

Die Menüfolge des Tages: Champignoncremesuppe, Entenbrust mit Spinatsemmelknödel (für uns gröberes Pü mit Petersilie) und Orangensauce und Rotkohl. Oh, Dessert des Tages habe ich nicht notiert und vergessen. 


Natur pur


Nach der Schleuse Dörpen mündet der Kanal in die regulierte Ems. Wir liegen am Abend vor der Schleuse Herbrum, denn hinter der Schleuse beginnt das Tidengewässer. Die Schiffe haben schöne Namen wie Medusa und Seestern, das sind dann meine groß geschrieben Tiere. Vor unserem Abendessen an Bord - kalte Platten - können wir uns die Beine vertreten, Steffen läuft bis zum Marktplatz. Aber vorher wird der Ablauf des nächsten Tages unterbreitet. Frühstück und Mittag eine halbe Stunde vorher wegen des Besuches bei der MEYER-WERFT. Ich werde zum Gruppenführer erklärt, d.h. Master of Desaster. 

Sichtungen heute: gleich morgens 2 Krickenten aus dem Badezimmerbullauge, die aufgeschreckt das Weite suchten, eine Stockenten-Mami mit Jungen, Austernfischer, Uferschwalben, Graugans, Silbermöwe, Dohle, Bachstelze, Ringeltaube, Felsentaube, Spatz, Elster, Reiher, Lachmöwe, PANDA, Nilgans, Mücken, Nebelkrähe, SEESTERN. 

Route: Küstenkanal 70 km 2 Schleusen, Dortmund-Ems-Kanal ca. 10 km 1 Schleuse

3. Tag 28.06.2019 Freitag Herbrum - Leer

Um 7.00 h legen wir ab in die Herbrum-Schleuse, alle sind rechtzeitig zum früheren Frühstück um 08.00 h anwesend. Gegen 09.45 h sehen wir zum ersten Mal die MEYER-WERFT (Website), davor eine große Sektion eines Kreuzfahrtschiff in Planen gewickelt. Wir passieren 09.15 h die Strassenbrücke Vellage-Bokel neben der Werft. 

BLICK AUF DIE MEYER-WERFT - GANZ DEUTSCHLAND LEIDET UNTER DER HITZEWLLE 




Das Foto GANZ DEUTSCHLAND LEIDET UNTER DER HITZEWELLE entsteht vor der Werft. Johann weist uns gegen 10.50 h auf eine schöne Windmühle an Steuerbord hin. 



Die alte abgebaute Eisenbahnbrücke Weenerauch Friesenbrücke


Dann passieren wir die Hafenschleuse nach Weener auf Backbord und die alte abgebaute Eisenbahnbrücke Weenerauch Friesenbrücke. Die großen Kreuzfahrtschiffe passten nicht durch die Klappbrücke, so dass das feste Element dann abgebaut werden musste. Neben der kleinen alten Hafenschleuse nur noch für Sportboote zugelassen liegt die Papierfabrik Klingerle. 11.30 h verlassen wir die Stadtschleuse oder ehe Seeschleuse Leer nach dem Arbeitsschritt Report und fahren in den Stadthafen ein. 


Das Modell eines Viehtansporters



Da wir heute die Meyer-Werft besichtigen, gibt es ein frühes Mittagessen. Der Großraumwagen holt uns um 13.45 h ab, die Fahrt von Leer nach Papenburg dauert 45 min. Unsere vom Captain bestellten Tickets müssen wir bis 14.30 h am Segelschiff "Friederike am Rathaus" abholen, denn um 14.45 h soll der Shuttlebus zur Werft starten. Das Schiff heißt eigentlich Friederike von Papenburgist ein Museumsschiff und das Wahrzeichen der Stadt. 

Wir sind ein wenig unentspannt, da die Schlange an der Kasse sehr lang ist. Als wir hechelnd am Bus ankommen, hat sich die Abfahrt auf 15.00 h verschoben. Unsere Werftführung, die letzte des Tages, findet in einer kleinen Gruppe statt. 

Schon im Bus werden wir auf die Familiengeschichte und das Unternehmen eingestimmt. 

Ich freue mich. Endlich habe ich es geschafft, die MEYER-WERFT zu besichtigen. Sie stand schon lange auf meiner Bucketlist! Jeder, der sich für Schiffbau und Kreuzfahrt interessiert, muss diese Tour mitgemacht haben.

Unser Guide hat sein Fachwissen mit flotten Sprüchen rübergebracht, so daß die Zeit im Fluge verging. Die Führung ist sehr interessant und wird mit 2 Filmen untermalt.

An den verschiedenen Schiffsmodellen kann man die beeindruckenden Größenverhältnisse sehen. Und man kann in die "geheiligten" Hallen sehen, wirklich beeindruckend!


Blick in die Produktionshalle der MEYER-WERFT





Sie wollen auch einmal die Werft besichtigen? 


Über die MEYER-WERFT:

Die im Jahre 1795 gegründete MEYER WERFT zeigte nach den Jahren des Holzschiffsbaues im 18. Jahrhundert früh Pioniergeist. Sie begannen 1872 mit dem Bau von Eisenschiffen mit Dampfmaschinen.Die Werft befindet sich in siebter Generation im Familienbesitz. Als Geschäftsführer leiten heute Bernard Meyer, Dr. Jan Meyer, Tim Meyer und Thomas Weigend das Unternehmens.

Die NEPTUN WERFT in Rostock-Warnemünde 1850 gegründet, blickt ebenfalls mit Ihrer mehr als 150- jährigen Geschichte auf eine lange Tradition zurück, sie gehört zu den ältesten Werften der deutschen Ostseeküste. Ebenso wie die Werft im finnischen Turku, deren Wurzeln sogar ins Jahr 1737 zurückreichen. Die Unternehmensgruppe befindet sich im Besitz der Familie Meyer.

Anbei weitere Links zur Familiengeschichte:

Meine Tiersichtungen am dritten Tag: OCTOPUS, Uferschwalben an der Schleuse, Lachmöwe, Felsentaube, Stockenten ohne Ende, Nilgans, Nebelkrähen, viele Graugänse auf den Deich, Schellente, Storch, 

Route: Dortmund-Ems-Kanal ca. 17 km, 1 Schleuse, Ems 14 km, Leda 3 km 1 Schleuse

4. Tag 29.06.2019 Samstag Leer - Delfzijl (NL) - Groningen

Morgens geht es gleich vom Hafen Leer in die Schleuse. Wir müssen uns nach den Gezeiten richten, fahren 3 km auf der Leda, bevor es wieder auf die Ems geht. Der Fluss wird wieder breiter, so dass für alle Fälle die Fenster schließen müssen wegen der entgegen kommenden Schiffe. Ein Highlight heute ist das Ems-Sperrwerk, Schutz vor Sturmfluten und grosse Hilfe für die MEYER-WERFT, wenn die großen Neubauten die Werft verlassen in Richtung offenes Meer. 

Danach passieren wir den Ditzum mit einer hübschen Mühle (man nähert sich Holland) und vielen Segelschiffen, von hier geht eine Fähre nach Petkum. Dollart auf Backbord und der Seehafen von Emden voraus mit den riesigen Windrädern und auch schon drei bullige Autotransporter an der Aussenpier erspähen wir in der Ferne. Hunderte Autos warten hier darauf verladen zu werden. Wir haben mal einen TV-Beitrag einer jungen Frau gesehen, die im Minuten Takt die PKW’s an Bord gefahren hat. Segler und andere kleine Sportboote kommen uns entgegen, über dem Dollard ist es leicht diesig. Dollart oder niederländisch Dollard ist eine ca. 90 km2 große Bucht im Mündungsästuar der Ems. Einer der Autotransporter hat abgelegt mit über 2150 PKW an Bord. Dann passieren wir die Zeeluis Schleuse und Klappbrücke. Jede Menge Industrie sieht man an den Ufern auf Backbord und Steuerbord.


Zeeluis Schleuse und Klappbrücke


In Holland dann gibt es unser Mittagessen: Brokkolicremesuppe, Pasta mit dreierlei Sauce - Bolognese, Hühnchen mit Curry und Gorgonzola und Garnelen in Dillsauce, sowie Milchreis mit Zimt, Zucker und zerlassener Butter.

Sichtungen: Geht gleich gut los am Morgen - viele Graugänse mit ihren Jungen, dazwischen weisse Gänse, Silbermöwe, Lachmöwen, Brantgänse, Mehlschwalben, Stockenten, Austernfischer mit ihrem typischen Gepiepse auf der Landzunge mit den Windrädern, Admiral, Rauchschwalben an der Zeesluis und Klappbrücke, Kormoran, endlich der Haubentaucher. 

Route: Leda 3 km 1 Schleuse, Ems 39 km, Emskanal 25 km 1 Schleuse


Tag 5 30.06.2019 Sonntag Groningen nach Sneek 

Gestern wurde beschlossen, schon um 08.00 zu frühstücken und um 09.00 statt 10.00 h zur ersten Drehbrücke Trombrüg, wir müssen fast 15 min warten bis zur Öffnung. Wir fahren 8 km in Kolonne mit 4 Seglern, später kommt noch eine Tjalk dazu. 


Eine Tjalk 


Die Tjalk ist ein historischer holländischer, einmastiger Segelschifftyp für den Gütertransport im und am Wattenmeer, also ein Wattensegler für flache Küsten- und Binnengewässer. Neben dem Einsatz in der Küstenschifffahrt wurden Tjalken bis ins 20. Jahrhundert häufig auch als reine Binnen-Frachtschiffe eingesetzt 

Unsere zweite Klappbrücke des Tages erreichen wir um 09.20 h, eine dritte folgt auf dem Fuße. Auf Steuerbord liegt das bunte Groninger Museum. Es geht Schlag auf Schlag. Auf der Stadtkarte sind schon 13 Brücken zu sehen, wir fahren durch die schöne Altstadt. Alle Brücken im Verlauf des Wasserweges sind beweglich, es sind sogenannte Mastrouten, die es überall in der Niederlande und Belgien gibt. 11.05 h sind wir in der Schutzsluis, von hier geht es in den Van Starkenborgh Kanaal. Der Kanal wird stark von von der Berufsschifffahrt genutzt, wir sehen auch unzählige Sportboote. Hier gibt es Geschwindigkeitsbegrenzung von 12,5 km/h, die ständig überwacht wird. Zwischen zwei Klappbrücken wird die Zeit genommen, die ein Schiff für diese Distanz benötigt und kann so feststellen, wie schnell man war. Es soll nicht so preiswert sein. 

Die Landschaft ist sehr flach, so daß man sehr weit ins Land hinein schauen. Viele Gräben und Kanäle kreuzen uns. Um Punkt 12.00 h läutet die Kirche von Echten kurz vor dem Ort Delfstrahuizen. 

Sichtungen am Sonntag: Stockenenten, Lachmöwen, Silbermöwen, PAPILLON, Haubentaucher, Blässhühnchen, FLAMINGO und GELBE ENTE als Badeinsel auf einem Flussschiffer, Amsel, Küstenseeschwalben, Kaninchen, Austernfischer, Rauchschwalben, Mäusebussard, Kormoran, Graureiher, Nonnengänse, Storch, LAUS (DEO), Elster, Amsel, Fasan, Eichelhäher. 

Route: Reitdiep (Innenstadt Groningen) 8 km 1 Schleuse, Van Starkenborgh Kanaal 20 km 1 Schleuse, Prinses Margriet Kabaal 42 km, Houkesloot (Stichkanal Sneek) 5 km

6. Tag 01.07.2019 Montag Sneek - Hoorn

Schon um 07.00 h heißt es "Leinen los". Nach ca. 2 Stunden und einer Schleuse erreichen wir das IJsselmeer. Die ehemalige Zuiderzee wird von einem Damm von der Nordsee abgetrennt. In dieser Gegend gibt kein Ebbe und Flut, es ist ein Eldorado für alle Wassersportler, die Uferlinien sind von riesigen Windparks gesäumt. 

Auf dem Heegermeer wenden wir dann aber lieber, da die Wellen sind bis zu 50 cm hoch sind und in den Böen sogar brechen. So geht es weiter über Slotermeer, Grote Brekken und Tjoukermeer. 

Wir erreichen Woudsend eine schöne Feriensiedlung mit pittoresken Häusern und den Seglern direkt vor der Haustür. Dann kommen wir auf das Slotermeer und hier dümpeln schon wieder. Eine gute Entscheidung nicht zum IJsselmeer zu fahren, wo schon 1 m Wellen vorausgesagt wurden. Wir passieren gegen 10.35 h Sloten (Sleat) auf dem Slotegat. 

Wir sehen Jollen einer Segelschule vor Brandemar auf Steuerbord, die den frischen Wind ausnutzen. Ganz entspannt geht es weiter, der Wind bläst noch frisch und wir dümpeln nur noch, wenn uns zu schnelle Boote überholen oder von vorne kommen. 
Leider ist auf unserem Weg eine Brücken-Baustelle nach der Schleuse in Njietrijne, so dass wir drehen müssen. Es gibt eine Verengung der Durchfahrtsbreite auf 4,50 m, für uns nicht geeignet mit unserer Breite von 5.05 m. In der nächsten Kurve erfolgt dann das nächste Wendemanöver. 

Pittoreske Mühle am Wendepunkt 


Unser nächstes Anlaufziel ist jetzt Lemmer über das Tjeukemeer. Wir essen zu Mittag, während Captain kurz anlegt. Heute gibt es Böhmische Küche: Sauerkrautsuppe mit weißen Bohnen, Rehgulasch mit gebratenem Paprika und warme Blaubeeren. 

In Lemmer beträgt das Brückengeld 05,00 €, wieder mit dem Holzschuh zu übergeben. Diesmal darf ich! Wir legen direkt im Stadthafen an, Uhrzeit 17.00 h wir müssen noch die letzte Brücke passieren. Beim Einlaufen erklingt ein Glockenspiel, was für ein schöner Empfang. Lemmer ist eine schöne kleine Stadt mit vielen Kneipen. Wir essen direkt am Hafen im Restaurant de Baai van Lemmer. Drei dekorativ und wohlschmeckende Grüße aus der Küche stimmen uns ein. Zweimal Muscheln und zweimal Fisch, einfach lecker und super Service.

Mal sehen, wie es morgen weitergeht.

Sichtungen in der neuen Woche: Blässhühnchen, Rauchschwalben, Spatz, Haubentaucher, Nebelkrähe, Lachmöwen und Silbermöwen, Hase, Nonnengänse, Bachstelzen, junge Zwergtaucher, Felsentaube oder auch Strassentaube, Kormoran, Nonnengänse, Graugänse, junge Zwergtaucher, Stare vor Sloten (Sleat) auf dem Slotegat. Silberreiher, Rohrdommel, Eiderente in Delfstrahuizen sowie weisse und weissgepunktete Stockenten, Höckerschwanfamilie. Auf dem Rückweg zur Schleuse mache ich nochmal Fotos der bunten und weißen Enten, ich bin sicher, die haben Weissflecken.

Route: Sneek nach Lemmer nach 2 x Wenden 

7. Tag 02.07.2019 Dienstag Lemmer nach Enkhuizen und weiter nach Volendam

Statt Hoorn - Volendam - Weesp starten wir jetzt heute in Lemmer und fahren bis, wer weiß es? Der Hafenmeister kommt um ca. 08.40 h und wir wollen danach starten. Der Jockel springt um kurz nach 09.00 h an. Kurzer Check im Maschinenraum, dann wird abgelegt, ein gutes Manöver vom Captain, da wir zwischen 2 Seglern eingekeilt waren. 

Plan des Tages: Wir versuchen erst das IJsselmeer, wenn das nicht klappt kommt Plan B. Ein Telefonat bestätigt, dass die Brücken hinter der Schleuse / Brücke hinter Lemmer hoch genug sind. Der Wind ist abgeflaut, aber die See wird sich aufgebaut haben. Windstärke 4 haben wir dennoch und See und Wind kommen von der Seite, aber noch sind wir unter Abdeckung. Die Windräder auf Backbord stehen akkurat in einer Flucht. 

In Reih und Glied - Windräder 

Gott sei Dank ist die See ruhig, sie plätschert sanft an die Bordwand. Viele auch alte Segler sind unterwegs. So langsam nähern wir uns Enkhuizen. Wir können hier in die alte Schleuse fahren, drei markante Schornsteine einer alten Räucherei tauchen auf und ein Mastenmeer der zahlreichen Seglern in der Marina. Das Menü habe ich für den wieder nicht notiert, na sowas. 

Um 12.40 h erreichen wir die Klappbrücke und alte Schleuse - Krabbersgatsluizen. Nach der Schleuse erreichen wir das Markermeer, das südliche IJsselmeer, der Houtribdijk trennt die Meere. Am entfernten Ufer spiegelt sich alles, die Bäume, die Häuser scheinen zu schweben, es ähnelt einer Fata Morgana. 

Zeester
Mittagsruhe ist angesagt. Wir werden wach als wir Volendam anlegen. Wir liegen unterhalb der kleinen Hafenmeile namens Haven. Als wir festliegen, geht ein Segler aus Lemmer namens Zeester (zu deutsch Seestern) längsseits mit uns ins Päckchen. 

Ein Skipper und ein Matrose mit Bordhund Olly, der auf‘s Wort gehorcht, kümmern sich um 32 Kids, davon auch einige über 18 Jahren. Mehrfach marschieren sie freundlich grüßend in Grüppchen über unser Deck an Land, selbst Olly schaut vorbei. 


Dohlen, Nebelkrähen, Spatzen, Stare, Lachmöwen und Silbermöwen stürzen sich auf die Brotkrumen, die die Touristen ihnen darbieten. Obwohl ein großes Schild darauf hinweist, es bitte nicht zu tun. Dementsprechend ist der Andrang groß, ein Gewimmel ohne Ende. 

Wir essen im Hotel und Restaurant Le Pompadour (Website) und sind uns einig bei der Bestellung. Die Auswahl besteht aus gegrilltem Lachs mit Salat und Beilagen, für uns ungewöhnlich mit Rotkraut mit Zimtnote, Rhabarberkompott, grüne Bohnen mit Speck und Chicoréegemüse mit Schinken. 

Sichtungen: Rotkehlpieper, Rauchschwalben, Haubentaucher, Lachmöwe, Stockenten, unzählige Höckerschwäne, Haubentaucher, Blässhühnchen, Bisamratte, Mäusebussard, Zitronenfalter, Kormoran, Marienkäfer, Dohlen, Nebelkrähen, Spatzen, Stare, Lachmöwen und Silbermöwen, Stockenten.


8. Tag 03.07. 2019 Mittwoch Volendam nach Amsterdam 

Um 10.40 h legen wir nach der Zeester ab, die um 10.30 h startet. Ich mache ein kleines Video, wie sie die Hafeneinfahrt verlässt. Wir passieren die Insel Marken auf dem Markenmeer und sehen auf Steuerbord den hübschen Leuchtturm der Insel. 

Ganz weit in der Ferne an Steuerbord sieht man die ersten hohen Schornsteine Amsterdams. Wir fahren nah unter Landabdeckung in Richtung Noordzeekanaal, unser Ziel ist der Liegeplatz Osterdok in Amsterdam. 

Unser letztes Menü auf dieser Reise besteht aus: fruchtiger Tomatensuppe mit Gin, als Hauptgang folgt - Schweinefilet oder Garnelen mit Knoblauchsauce, Gnocchi und Rahmspinat und als Dessert Bananencocktail. 

Wir fahren in Amsterdam ein, unser Liegeplatz ist im Innenhafen, dort wo die normalen Flussschiffe nicht hinkommen. Die letzte Brücke ist niedrig - alle hinsetzen. 

Sichtungen am Mittwoch: Stockenenten, Dohlen, Nebelkrähen


9. Tag 04.07.2019 Donnerstag Amsterdam 

Heute ist für die anderen Gäste Abreisetag, wir verabschieden uns von ihnen und nutzen den Tag, um das Schifffahrtsmuseum (Website Het Scheepvaartmuseum) besuchen. Es befindet sich in dem historischen Gebäude mit dem Namen "Arsenal", einem aus dem Jahr 1656 stammenden Lagerhaus der königlich niederländischen Marine. Gleich neben dem Museum liegt der Replika eines Schiffes der Niederländischen Ostindien-Kompanie, das größte Exponat der Ausstellung. Das Museum ist in vier Abteilungen unterteilt, in die vier Himmelsrichtungen, im Aussenbereich sind sind noch 2 weiter historische Schiffe, unter anderem die prunkvolle königliche Barkasse, auf der noch Königin Beatrice gerudert wurde. 

 Die königliche Barkasse


Zur Mittagszeit besuchen wir das italienische Ristorante "A Tavola" (Link TripAdvisor), die Antipasti und Pasta sind so lecker, dass wir für den nächsten Abend einen Tisch reservieren. Der Chef und Kellner ist Sizilianer, der Koch aus Sardinien. Es nehme einen Montepulciano und es gibt noch einen sizilianischen Limoncello auf‘s Haus. 

Am Abend bleiben wir an Bord und sind noch immer pappsatt, Sichtungen waren heute nebensächlich. 


10. Tag 05.07.2019 Freitag Extratag Amsterdam

Nach dem Frühstück erkunden wir Amsterdam, kaufen ein paar Souvenirs und ich finde zwei Blusen und Jäckchen. Die Hanfbalsam und die Tropfen sind hier von besserer Qualität und der Eigentest zeigt, dass ich mir besser noch eine weitere Dose besorgen  muss. Da kommt die Salbe mit dem Bruno Hund (keine Werbung, da keine Namennennung) gegen die Schmerzen nicht mit. 

Das Essen im "A Tavola" ist wieder sehr schmackhaft, natürlich gibt es noch eine Bewertung bei TripAdvisor, wo ich jetzt natürlich auch "paulabloggt" heiße. Ich wähle eine Miniportion Pasta mit Vongole und dann die Tagliatelle mit frischen schwarzem Trüffel. 


Der Abend ist noch sehr lang. Wir haben noch den nächsten Tag, aber das ist eine andere Geschichte.


Tot ziens tot de volgende keer! - 
Auf Wiedersehen bis zum nächsten Mal!



Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag
©️ Constanze Paula Hoffmann

Donnerstag, 6. Juni 2019

2019 Mit der LIBERTÉ von Berlin nach Poznan

oder manchmal kommt es anders, als man denkt



Entdeckt!






Reise 01/19 · 01.04. - 08.04.18 · 8 Tage · Berlin nach Posen (Poznan)

1. Tag 01.04.2018 Montag Berlin Spandau nach Eberswalde

Per Bahn geht es für uns zum Bahnhof Berlin-Spandau, natürlich essen wir eine Berliner Currywurst. Unsere LIBERTÉ Crew erwartet uns an ihrem Liegeplatz in der Nähe des Bahnhofs der etwa 400 – 500 m entfernt ist. 

Um 12.00 h wollen wir die Leinen los machen. Kapitän Thomas ist noch einkaufen, Vater Johann, sowie der Koch Fritz und Stewardess Sabrina begrüßen uns. Wir sind heute zu elft, bis auf 2 Personen alles Wiederholer. Ein Gast ist großer Vogelfan und notiert jegliche Tiersichtung, ich lasse mich infizieren. 

In der ersten Schleuse gibt es unser Mittagessen, Bohnensuppe, dann Rinderbraten mit Pilzsauce und Kartoffelknödel, anschliessend Panna Cotta. 
Wir bleiben dann ein kleines Stück auf der Unteren Havel, bei der Spandauer Zitadelle passieren wir die Mündung der Spree. Nach der Schleuse beginnt der Großschifffahrtsweg Berlin - Stettin, heute nur noch Havel-Oder Wasserstraße genannt. Zunächst bildet die Havel eine Art Seenkette, später rücken die Ufer wieder dichter zusammen und wir befahren eine Mischung aus natürlicher und künstlicher Wasserstraße.



Wir passieren Oranienburg, sowie das Klinkerwerk Oranienburg fahren unter der Brücke der ehemaligen Betriebseisenbahn hindurch. Die Figuren vor dem Werk symbolisieren die Häftlinge bzw. die Arbeitssklaven aus dem KZ Sachsenhausen, die diese Großziegelei errichtet haben. 



Von Juli bis September 1942 fielen hier unter dem Namen "Aktion Klinker" fast alle damaligen Rosa-Winkel-Häftlinge einer gezielten Mordaktion der SS zum Opfer. Der ehemalige Lagerälteste Harry Naujoks berichtet in seinen Erinnerungen von der Ermordung von 200 Homosexuellen und "Amtsanmaßern". 1996 wurde das gesamte Gelände unter Denkmalschutz gestellt, ein Jahr später wurde beschlossen, daß ein Geschichtspark an die frühere Nutzung des Areals erinnern soll (Quelle Wikipedia).

Wir kreuzen die Marienwerda und das erste Sicherheitstor, wir können noch die Reste des alten Tores sehen. 

19.40 h alle sitzen im Salon, es ist recht still. Wir bekommen außer der Reihe kalte Platten zum Abendessen, da wir den Liegeplatz so spät erreicht haben und sitzen danach noch recht lange unten im alten Salon. Wir legen morgen früher ab statt 8.00 um 06.30 h. 

Ich bin angesteckt - meine heutigen Sichtungen: Kraniche, Reiher, Kormorane, Enten, Gänse, Blässhuhn, Lachmöwe, Höckerschwäne, Nebelkrähen, Graugänse, Fasan, Biberbau ohne Biber, Biberrutschen und angenagte Bäume, und endlich doch Biber, Eisvögel, Endlich ein Reh auf einem Hügel und ein Seeadler. 

Havel-Wasserstraße   1km,  Havel-Oder-Wasserstraße     67 km      2 Schleusen

2.Tag  02.04.2019 Dienstag - Bei Eberswalde – Groß Neuendorf/Oder

Ablegen um 06.30 Uhr, schon vorher werden wir von dem Schwell eines polnischen Frachters geweckt. Ich habe dadurch noch easy Zeit zum Duschen. Den ersten Höhepunkt unserer Reise erleben wir im Schiffshebewerk Eberswalde-Niederfinow. Um 7.30 h machen wir im Hebewerk fest. Das neue ist immer noch nicht in Betrieb, Johann fragt sich schon, ob er das noch erleben wird. Für die Passage muss das obere Sonnendeck für ca. 3 Stunden abgebaut werden.

Im diffusem Licht 


Das am 21. März 1934 in Betrieb genommene Schiffshebewerk ist das älteste noch arbeitende Schiffshebewerk Deutschlands und hat auch den 2. Weltkrieg unbeschadet überstanden. Die alte Technik ist imposant, seit den dreißiger Jahren versieht sie störungsfrei ihren Dienst. Die Ausmaße betragen 85 m Länge und 12 m Breite. Die Betriebszeiten sind von 0.00 - 24.00 h, bei geringem Schiffsverkehr findet von 22.00 - 06.00 h keine Hebebetrieb statt, wir werden um 36 Meter abgesenkt.

Im Dezember 2007 erhielt es die von der Bundesingenieurkammer erstmals verliehene Auszeichnung Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland. Das neue Hebewerk soll das historische bis spätestens 2025 ersetzen. Der Neubau ist fertig, die Baustelle ist beeindruckend, aber es ist noch viel zu tun.


Eine beeindruckende Konstruktion 

Dann folgen wir dem uralten Verlauf eines Oderarmes, halten in Oderberg, nehmen Wasser auf am Bollwerk Oderberg und spazieren durch den kleinen verträumten Ort, der schön mit Osterdeko geschmückt ist. Steffen besucht noch das Museum, das ab 10.00 h geöffnet hat. Das Museums-Schiff zu besichtigen, schafft er leider nicht, da wir um 11.00 h weiterfahren. 
Wir passieren Hohensaaten, zum Mittagessen gibt es heute Ruccola mit Ziegenkäse und Scampi mit Balsamico, Entenkeule mit Rotkraut und Kartoffelgratin, danach für die anderen selbstgemachte Schokolade mit Kirschen und Vanillesauce. Sieht lecker aus!
Dann passieren wir die Zollbrücke, hier befindet sich das Theater am Rand

Dobry Dzień! 

Ab der Schleuse verläuft die Staatsgrenze zwischen Polen und Deutschland in Flussmitte, hier sind schon beide Mobilnetze verfügbar. Bis nach Groß Neuendorf durchfahren wir ein Rastgebiet von Zugvögeln, in dem auch See-und Fischadler zu Hause sind. Unseren nächtlichen Liegeplatz erreichen wir ca. 16.40 Uhr. Johann macht einen Termin bei einem Freund namens Manfred Dannegger (Website Die Brauntöpferei), einem ehemaligen Kapitän, der aus einer Fischerfamilie stammt und jetzt Keramik nach alten Formen herstellt. 

Noch vor 100 Jahren gab es das Braungeschirr in den Haushalten der Fischer, Bauern und Bürger, auch im Oderbruch und Umgebung. Die Steintöpfe - damals Pfennigwaren - waren trotzdem formschön und hatten hervorragende Gebrauchseigenschaften (Quelle Website Die Brauntöpferei).

 
Doch als erstes sehen wir den historischen Verladeturm im Denkmalensemble "Kultur Hafen Groß Neuendorf" und besuchen später das Restaurant Maschinenbaus. Auf dem Weg zur Töpferei machen wir einen kurzen Spaziergang durch den Ort. Herr Dannegger zeigt uns seine Werkstatt und seinen kleinen Laden und demonstriert uns sein Können, natürlich können wir nachher Ware kaufen. Wir entscheiden uns für Müslischüsseln. 

Thomas hat für den heutigen Abend im Restaurant einen Tisch gebucht, das zwei 2 Schwestern betreiben, sie haben extra für uns geöffnet. Es gibt ein kalt-warmes Büfett, danach klingt der Abend wieder entspannt aus. 

Sichtungen des Tages: Enten, Höckerschwäne, Bachstelze, Lachmöwen, Mäusebussard, Graugans, Zebraspringspinne, Gänsesäger, Admiral, Stockenten, Mauersegler, Kormorane, Nebelkrähe, Silbermöwe, Reiherente, Seeadler, dunkle Erdhummel, zahlreiche Kormorane, die vom Wasser aufsteigen, Baldachin-Spinne aus der Kirschblütendeko, Trauerseeschwalbe, Weißstorch, Feuerwanzen, Biene. 

Havel-Oder-Wasserstraße     25 km    1 Hebewerk     1 Schleuse     In Oder bei ca. 92 Oder (Odra)   32 km



3.Tag  03.04.2019 Mittwoch - Groß Neuendorf - Landsberg

Um 07.30 Uhr startet unsere Maschine, es ist der beste Wecker überhaupt. Wir geniessen die Morgenstimmung beim Ablegen und das Frühstück. Die Oder ist ein besonders ruhiger Fluss, hier sind Hast und Hektik ein Fremdwort. Uns kommt die Frederic Chopin von Niko Tours mit 80 Passagieren entgegen, sie gehörte ehemals der Dahlmann Reederei. 




Um 10.00 h erreichen wir bei Küstrin (Kostrzyn) die Mündung der Warthe in die Oder. Viel ist nach dem Krieg von der alten Festungsstadt nicht übriggeblieben. Nach ein wenig Industrie an den Ufern tauchen wir wieder in die Einsamkeit ein - des Nationalparks Warthamündung.





Am frühen Abend legen wir in Landsberg-Großpolen (Gorzów Wielkopolski) an. Die neu gebaute Uferpromenade, noch im Bau, braucht keinen Vergleich mit denen deutscher Großstädten zu scheuen. Wir laufen in Richtung Stadtzentrum, dort ist ebenfalls noch Großbaustelle. Es gibt fast alles an Restaurants: Kebaphaus, Inder, Sushi, Burgerbuden etc. Wir entdecken das "Restauracja Aneri Cafe meeting & lunch (Link zur Facebookseite)", ich entdecke Carpaccio auf der Karte draußen, das klingt vielversprechend. Die Einrichtung ist gemütlich und spricht uns sehr an. 

Okay, wir bekommen polnische Menükarten und können aber nur raten, was darauf steht. Der nette Kellner übersetzt uns daraufhin die Menüs in englisch. Wir sind angetan, alle Gerichte sind liebevoll mit Blüten und Sprossen angerichtet, werden mit Salat serviert und sind wirklich schmackhaft. Ein schöner Abschluss für den heutigen Tag. 

Sichtungen: leider verpaßt schöner sitzender Adler, Steffen Foto, Lachmöwe, Kormorane, Stockenten, Graugänse, Mäusebussard, Höckerschwan, Nebelkrähe, Reiherente, im V ziehende Graugänse, Schilfrohrsänger, Graureiher, Flußuferläufer, Wildschwein, Gänsesäger, Blässhühnchen, Spatz, Seeadler, Kraniche, Feldsperlinge, junge Silbermöwe, Seeadler sitzend und fliegend (Fotos), Bachstelze, Kiebitz, Reh, Silbermöwe, Storch, Schellente, Silberreiher, Dohlen, Hornisse

Oder (Odra)   18 km  ,   Warthe (Warta)   56 km


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4.Tag  04.04.2019 Donnerstag - Landsberg - Schwerin

Ich mache noch Fotos für den Tag des Löwenzahns (05.04. gefeiert in den USA, National Dandelion Day). Wir werfen einen Blick zurück auf die große Stadt mit vielen Wohnsilos aus den siebziger Jahren. Die nächste richtige Stadt ist Posen. 





Große Pferdeherden und eine große Hühnerzucht freilaufender Hühner liegen auf Steuerbord. Seit gestern sehen wir auch etliche bewohnte Storchennester links und rechts an den Ufern. Am Anfang scheint die "Vögelei" wie abgerissen, dann geht es wieder Schlag auf Schlag. 

Ruhig gleitet der Bug der LIBERTÉ durch das gemächlich strömende Wasser des Flusses. Nach ca. 2 Stunden erreichen wir bei Zantoch (Santok) die Mündung der Netze (Notec). Der Anleger scheint neu zu sein und für uns nicht nutzbar. So wird es nichts mit dem kleinen Spaziergang. Auf einem Hügel befindet sich ein Aussichtsturm, von dem man einen großen Teil des Netzebruches überblicken kann.

Um die Mittagszeit haben wir dann doch Sichtungen ohne Ende. Heute gibt es Couscous, wir bekommen Ruccola, dann Lammkeule, ich Huhn mit Karotten und Stampfkartoffeln. Das Dessert ist ein Traum aus Kokos und Nougat Eis.



Am Nachmittag legen wir dann in Schwerin (Skwierzyna) an. Das Stadtzentrum ist über die Brücke schnell erreicht, und direkt am Anleger befindet sich ein sehr schönes Hotel namens Dom nad Rzeka (Website) - das Haus am Fluss übersetzt. Hier hat Johann einen Tisch reserviert. Es gibt Russische Piroggen, ich probiere beim Gottfried, sie schmecken echt lecker. Wir nehmen Zander mit Reis und Sauce.

Sichtungen des Tages: Streckerspinne, Dohle, Elster, Stockenten, Ringeltaube, Weißstorch, Mäusebussard, Lachmöwe, Nebelkrähe, Fasan, Graureiher, Silberreiher, Kranich, Reh, Grünfinken, Höckerschwan, Bachstelze, Kleiber, Honigbiene, bräunliche Stinkwanze seebestattet, Schwarzmilan, Koniks (aus dem Polnischen: Pferdchen, kleines Pferd - ist eine Ponyrasse aus dem mittel- und osteuropäischen Raum - Quelle Wikipedia), Kormorane, Seeadler, Fischadler, Uferschwalbe, Kiebitze

Warthe 32 km

5.Tag  05.04.2019 Freitag - Schwerin - (Zirke geplant) - Schwerin (Skwierzyna)

Heute legen wir früher als geplant ab, um 8.00 h statt um 9.00 Uhr. In 52 Kilometern schlängelt sich die Warthe durch die Natur - ein Tag zum Entspannen, eine einmalige Flusslandschaft erwartet uns. Ab und zu liegt eine kleine Ortschaft am Ufer oder hinter dem Deich. Hier werden wir wohl keinen anderen Schiffen begegnen. Steffen sieht einen Biber und kann dessen Schwanz sehr gut erkennen. 

Km 115 Kiesel Peeling, wir hängen fest, 1,70 m aber wahrscheinlich eine verschobene Sandbank. Insgesamt setzen wir drei Mal auf, um 14.10 h versuchen wir unterhalb von dem Ort Międzychód (Birnbaum) zu drehen. Alles klappt, super Manöver. Międzychód ist die Kreisstadt des Landkreises Powiat Międzychódzki in der polnischen Woiwodschaft Großpolen. 

Unser Ziel Zirke (Sirakow) wird wegen Niedrigwasser gestrichen, in Poznan ist der Wasserstand alle 8 Stunden um 1 cm gesunken, beim km 124,5 fahren ein Wendemanöver. Unser nächstes Ziel ist wieder Schwerin, der Liegeplatz vom gestrigen Abend. Wir erleben Expedition pur!!

Johann reserviert wieder einen Tisch im Restaurant, ich werde heute Piroggen essen. Um 15.20 h erreichen wir wieder km 115, Captain bittet um Ruhe und läßt die LIBERTÉ sehr sanft über die Untiefe gleiten. Beim Schloss ist noch einmal eine Untiefe, aber nicht so markant und flach wie am km 115. 

Es ziehen Wolken auf und es ist fast windstill, in der Sonne ist es so fast sommerlich warm. Um 16.20 h fallen starke drei Regentropfen vom Himmel, so daß wir später einen schönen Regenbogen haben. Gegen 18.00 h legen wir wieder am Hotel in Schwerin km 92 an, der Tisch ist reserviert. Aber vorher gibt es eine Lagebesprechung wegen der nötigen Umroutung. 

Ich esse Piroggen, aber leider sind sie nicht so schön wie am Tag davor. Heute ist das Hotel stark besucht, junge Amerikaner, wir vermuten, daß eine Base in der Nähe ist. Ich gehe heute früh ins Bett und schlafe wie ein Murmeltier.

Was haben wir gesehen? Bachstelze, Stockente, Höckerschwäne, von Bibern angenagte Bäume säumen die Landschaft und Biberrutschen zeugen von der Anwesenheit der fleissigen Baumeister. Stubenfliege, Mäusebussard, Kormorane, Graureiher, Seggenrohrsänger, Stare auf einer Stromleitung und größere Schwärme, Elster, Nebelkrähen, Kranich, Zitronenfalter, Grünfinken, Steinhummel, Eisvogel, Kreuzspinne, Gartenhummel im Schiff am Anleger. 
Nicht zählbare Tiere: Kuhherden, Pferde, diverse Hunde

Warthe 35,5 km                         hin und wieder zurück 


6.Tag   06.04.2019  Samstag Schwerin (Skwierzyna) - Drawsko 

Heute sind wir um 08.15 h in Schwerin losgefahren, alles steht auf Abenteuer, wie weit ist die Noteć beschiffbar, unser Plan ist bis Santok zu fahren. Beim Frühstück kommt unsere Stewardess Sabrina herunter und öffnet die Gardine, wunderschöne sehr neugierige Koniks laufen mit uns ein Stück am Ufer entlang. Zwei schwarze Kühe unterbrechen ihre Futteraufnahme nur kurz, um uns zu beäugen. 

In Santok km 68 sehen wir die neuen Wasserstände und drehen wieder, auf zu den neuen Abenteuern und biegen später in die Noteć ein. Hier gibt es wieder Natur pur. 

Wir kommen an der Schleuse Krzyz (Kreuz) an, dank Johanns Überredungskunst schleusen sie uns durch. Wir überlegen uns schon, wie und ab wo bzw. wann wir mit der Bahn fahren.

So erreichen wir den Ort Drawsko, Begrüßungstor Przystań YNDZEL Drawsko am Steg und haben die Möglichkeit 45 min uns die Beine zu vertreten, das nutzen Steffen und ich im strammen Marsch. Im Hafen gibt es eine Tafel, ich fotografiere sie und werde gleich durch einen QR Code auf die Website - Der Großpolen Ring Abenteuer auf dem Wasser geleitet, es ist die Attraktion für Wassertouristen. 




Glutrot geht die Sonne unter und zeitgleich gefühlt alle Braunkohleöfen an. Um 20.00 h gibt es ein polnisches kaltes Abendbrot. Mit einer Salami mit Meerrettich, die scharf im Abgang ist, Käse in Brotform, der warm gegessen wird, sowie Räucherkäse, eine Wurst aus dem Kessel, alles sehr lecker. Dazu gibt es Mädchenbier mit Erdbeergeschmack wie Thomas sagt.

Die Sichtungen des heutigen Tages: Höckerschwan, Graureiher, Konik, eines davon mit Kuhmuster in schwarz-weiß, Silbermöwen, Rehbock mit drei Rehen, 2 Störche kreisen am Horizont, Nebelkrähe, Biber, Graureiher, Stare, Stockenten, junger amerikanischer Marienkäfer, Mäusebussard, Kormorane, auf einer Wiese 1 Storch, Graugänse und ein Kranich, Silberreiher, Schellente, Bachstelzen, Höckerschwäne, 2 fliegende Kraniche (Bilder 2x ), Kohlmeise, großes Mausohr (Fledermaus)

Warthe und Netze (Noteć) 53 km - von der Mündung km 226 bis Wielka km 173 

7.Tag   07.04.2019  Sonntag Wielka Pętla Wielkopolski - Gorzow-Wielkopolsko

Um 9.00 h startet Johann ein Drehmanöver in dem kleinen Hafen des Ortes, der auf km 173 liegt, um wie mit dem Scheusenwärter besprochen, zwischen 9.00 und 10.00 h wieder an der Schleuse Krzyz zu sein. Dort ist die Ampel auf Rot. 

Der Hund Mops ist schon wach, einmal Typhon und der Schleusenwärter erscheint und schaltet die Ampel gleich auf grün. Mops ist eine Art Schäferhund in Wolfsfarben. Wir bunkern hier Wasser. Die Schleuse wird noch mit Handbetrieb betätigt. Neben der Schleuse sieht man die Wehranlage mit dem Kran darauf. 





Wir dürfen die Wehranlage besichtigen, Johann sagt, weil heute Sonntag ist. Mit den Gewichten und dem Kran wird die Wassermenge geregelt. Heute gibt es den 11.00 h Sekt, um den Sonntag zu begrüßen. Um 11.20 h machen wir uns wieder auf den Weg, wir werden heruntergeschleust. Gegen 11.30 h setzen wir wieder auf und schieben ein wenig Schlagseite, daß Koch Fritz die Töpfe festhalten muss. Danach ist alles wieder frei. Heute gibt es Blumenkohl - Erbsen- Cremesuppe mit Croutons, Schweinefilet (für mich Huhn), selbst gemachten Krautsalat und Kartoffelpüree. 




In Santok winken uns die Menschen freundlich zu und genießen die wärmenden Sonnenstrahlen. Links und rechts am Uferrand sehen wir zahlreiche Angler. Wir kommen wieder an der großen Hühnerzucht vorbei, auch der Ackergaul schaut wieder, wie wir vorbeifahren. Die ersten Häuser Gorzow sind zu sehen. Das Restaurant vom letzten Mal machte leider heute um 19.00 h zu, der nette Kellner empfiehlt uns eines in 50 m weiter rechts. Gepackt habe ich fast alles schon vorher, mache den Rest vorm Schlafengehen. Bin um 23.30 im Bett, als Steffen kommt, machen wir den Koffer zu. 




Was sehen wir am letzten Seetag? Es startet mit einer Bachstelze, 4 Rehen, Ringeltaube und ein Spatz an der Schleuse. Natürlich ist auch Puck unsere Stubenfliege wieder mit dabei, eigentlich müßte sie ja Salonfliege heißen. Kohlmeise, Dohle, Stechmücken leider jetzt auch an Bord der LIBERTÉ, eine ist jetzt weniger. Natürlich reichlich vertreten Stockentenpärchen, Graureiher, Nebelkrähen, Elstern, Seggenrohrsänger, 22 Punkte Marienkäfer, Thomas entdeckt einen Eisvogel, Streckerspinne, Rehe, 14 Kraniche am blauen Himmel, Höckerschwäne, Konike, Teichrohrsänger, jede Menge Weißstörche, Roter Milan, Admiral, Steinhummel, Starenschwärme, Silberreiher, Mäusebussard, Kiebitze, Ringelnatter, der junge amerikanische Marienkäfer ist auch noch an Bord, Feldlerchen, Spatz. 

Noteć 53 km und Warthe 13 km 

8.Tag  08.04.2019 Montag - Auf Wiedersehen! Gorzow

Leider ist heute schon wieder Abreisetag. Früh geht der Wecker, wir bekommen ein früheres Frühstück. Alle anderen Gäste sind auch früher hoch. Nach dem Frühstück ist alles verstaut. Schon vor 9.00 h, der abgemachten Zeit ist der Taxifahrer da, uns kommen Zweifel, ob alles in den Wagen geht. Ein Raumwunder, kurz vor dem Bahnhof haben wir fast einen Unfall. Unser Zug fährt fast pünktlich um 09.52 h. 

Die letzten Sichtungen: Krähe schwarz geler Schnabel, Nebelkrähe, Elstern, Spatzen, Stare, Stockenten, Möwen, Ringeltauben, Bachstelzen, Dohlen, Amseln, Silbermöwe, Höckerschwäne, Graugänse, Fasane, Kranich, Mäusebussard auf dem Feld, diverse Rehe links und rechts neben der Bahnstrecke


Do Widzenia! 

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag
©️ Constanze Paula Hoffmann