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Samstag, 25. April 2015

Von Halifax nach Cuxhaven 04.06. - 17.06.2006



oder meine erste Atlantiküberquerung mit der MS Hanseatic (Überarbeitete Version)

Der Atlantik ist nach dem Pazifik das zweitgrößte Weltmeer, er bedeckt ca. 106 Millionen km². Der Atlantische Ozean, wie er auch genannt wird, entstand durch die Teilung der erdgeschichtlichen Kontinente Laurasia im Norden und Gondwana im Süden und trennt heute Europa und Afrika vom amerikanischen Kontinent. Seine durchschnittliche Tiefe beträgt 3 300 m und die größte Tiefe 9 219 m (Puerto-Rico-Graben). Die Länge des Atlantiks beträgt 21 300 km (Nord-Süd) und die Breite 5 500 km. Der Atlantik umfasst als Nebenmeere: Nordpolarmeer, Baffinmeer, Europäisches Nordmeer, europäisches und amerikanisches Mittelmeer, Hudsonbai, Nord- und Ostsee und Weddellmeer. Er ist der verkehrsmäßig wichtigste unserer drei Ozeane. 
Neben den natürlichen Verbindungen zu den angrenzenden Weltmeeren existieren auch von Menschen geschaffene Verbindungen, wie der Suezkanal, er verbindet das europäische Mittelmeer mit dem Roten Meer und dem Panamakanal, verbindet das amerikanische Mittelmeer mit dem Pazifik. Weitere Informationen erhalten Sie bei  Wikipedia oder bei wissen.de






Nach unserem Halifax Abenteuer auf den Spuren der Wikinger geht es in Richtung Heimat auf meine erste Atlantiküberquerung, ich bin total aufgeregt. 



Tag 1 - 04.06.2006  - Halifax / Nova Scotia
Nach unserem Landausflug nach Peggy's Point nimmt die Hanse nun Kurs auf St. Bridge / Neufundland - Entfernung 436 sm.

Tag 2 - 05.06.2006 - Auf See 
Das Lektorenteam und die Offiziere dieser Reise werden vorgestellt, heute ist wieder Welcome Cocktail und Dinner mit dem Kapitän.

Tag 3 - 06.06.2006 - St. Bridge / Neufundland
Gegen 08.00 Uhr gehen wir vor Anker, es ist sehr neblig. Ich lege einen Künstlichen Seetag ein. Am Nachmittag lichtet sich der Nebel und wir laufen in Richtung St. John's aus - Entfernung - 178 sm. Hier geht es zur offiziellen Website der Stadt.
 
Tag 4 - 07.06.2006 - St. John's / Neufundland

Da wir hier beim letzten Mal einen Ausflug gemacht haben, ziehen wir heute auf eigene Faust los. St. John's ist für Nordamerika architektonisch untypisch, die Straßenläufe wurden hier gekrümmt angelegt, um im Falle eines Feuers die Ausbreitung zu verhindern. Eine wunderschöne Stadt mit vielen historischen Häusern im Kolonialstil, sowie Kirchen und eine fantastische Feuerwache

Wir besichtigen das Museum The Rooms, in dem die Kultur Neufundland und Labrador zusammen kommt - Geschichte, Erbe und künstlerischer Ausdruck. The Rooms ist das Landesarchiv, Art Gallery and Museum in einem. Dann geht es zurück an Bord, da wir um 13.00 Uhr in Richtung Bantry auslaufen wollen. Wir haben ruhige See und etwas Nebel, laut einiger Einheimischer haben wir mit dem Wetter richtig Glück gehabt. Das stimmt mich ruhig. Am Abend haben wir eine Show mit allen Künstlern dieser Reise, wir lernen auf diesem Trip Claus Debusman kennen - Mr. Redshoe.

Tag 5 - 08.06.2006 - Auf See - Kurs Bantry / Irland
Erster Seetag, die See ist ruhig. Sie sieht aus wie ein Spiegel, teilweise Nebelfahrt. Um 10.15 Uhr findet eine Brückenführung mit dem Kapitän statt, er erklärt interessierten Passagieren die Brücke. Nach dem Essen bekommen wir in einer kleinen Gruppe eine Maschinenraumführung, die ist sehr interessant! Am Abend spielt Mr. Redshoe - sein Motto Kreuzfahrtfieber. 

Tag 6 - 09.06.2006 - Auf See
Zweiter Seetag, die See ist ruhig, wir haben 3 - 4 Windstärken. Es werden mehrere Lichtbildvorträge in der Darwin Hall gezeigt, die man aber auch bequem von der Kabine auf dem Bordkanal verfolgen kann. Nach dem Abendessen findet dann das Highlight des Tages, eine Party auf dem Pooldeck statt - Fußball WM Eröffnungsparty. Eine herrscht Superstimmung an Bord!!
 
Tag 7 - 10.06.2006 - Auf See
Dritter Seetag, der Wind brist auf, wir haben jetzt 5 - 6 Windstärken und auch stärkere Bewölkung. Heute ist Frühschoppen, lecker Bufett, Freibier und Musik in der Explorer Lounge. Am Abend gibt es eine musikalische Darbietung mit dem Motto "Zwischen Tag und Traum". Nachts legt der Wind noch weiter zu.
 
Tag 8 - 11.06.2006 - Auf See

Vierter Tag auf See, es hackt. Das Barometer ist im Keller. Ab 4.00 Uhr morgens steigt es dann wieder leicht. Die schlimmste Zeit ist gegen Mittag, die Wellen schlagen bis zum Restaurantfenster hoch. Es gestaltet sich alles ein wenig schwierig, aber dennoch sind alle wohlauf. Um 16.00 Uhr machen wir eine Küchenbesichtigung, immer eine Hand für das Schiff. Der Wind kommt von der Seite, Windstärke 9 - 10, in Böen 11. Das macht den Ablauf an Bord nicht wirklich leichter. Das Motto des Abends "Klassik trifft Pop", Alexander Gorlenko am Klavier wird von der Odeyssey Band begleitet. Der Wind läßt nach - nur noch Windstärke 7 - 8.

Tag 9 - 12.06.2006 - Bantry / Irland

Wir laufen in Bantry ein, ankern zur Mittagszeit. Endlich einmal wieder Land unter den Füßen. Per Bus geht es auf eine 6 1/2 - stündige Tour - Ring of Kerry, Muckross House und das Seengebiet von Killarney. Ich bin gespannt, da ich vorher noch nicht auf Irland gewesen bin. Auf der 2 - stündigen Panoramafahrt auf einem Teilstück des Ring of Kerry, den Busse wegen der Enge der Straßen nur in einer Richtung (gegen den Uhrzeigersinn) der irischen Nationalstraße 70 befahren dürfen, geniessen wir den Ausblick auf die wilden Moore und Hügellandschaften. Mich faszinieren die vielen lilafarbenen Rhododendren, die überall wild wachsen. Der Ring of Kerry führt um die Iveragh-Halbinsel die Küste entlang von Kenmare über Waterville nach Killorglin, dann landeinwärts über Killarney und wieder nach Kenmare.

Wir kommen jetzt zum Muckross House, in der imposanten Viktorianischen Villa spiegeln die elegant eingerichteten Räume den Lebensstil des Landadels wieder. Der Garten mit seinen Steingarten - und Wasserarrangements sucht seinesgleichen.
Hier geht zur offiziellen Website des Muckross Houses. 

Nach der Besichtigung des Hauses und des Gartens geht es weiter zur Seenlandschaft von Killarney,
die offizielle Website finden Sie hier. Der über 100 km² große Nationalpark grenzt an die Stadt Killarney und umfasst die drei Seen Lough Leane, Muckross Lake und Upper Lake, die insgesamt eine Fläche von 22 km² des Parks ausmachen. Die von mir so bewunderten Rhododendren sind hier allerdings zur Plage geworden. Sie gedeihen hier prächtig, da sie durch den Golfstrom - Einfluss im milden, feuchten Klima ideale Wachstumsbedingungen finden. In Kenmore legen wir einen Stopp ein, bevor es über die Caha Mountains zurück an Bord geht. Am Abend findet die "The Red Shoes Rock 'n' Roll Piano Show" im Stil der 50 - er Jahre mit Claus Debusman statt. Gegen 20.00 Uhr nimmt die Hanse Kurs auf die Scilly Islands - Entfernung 195 sm.

Tag 10 - 13.06.2006 - Tresco / Isles of Scilly

Zum Mittag ankern wir vor den Scilly Inseln, mit den Tenderbooten geht es an Land. Ab 14.00 Uhr gehen wir  auf einen geführten Rundgang in den Tresco Abbey Gärten
Durch das milde Klima der Scilly-Inseln wachsen hier unter anderem Bananen - und Zitrusbäume. Eine Reihe von Aussichtspunkten mit herrlichen Ausblicken auf das Meer und den Garten reizt einem zum Lustwandeln. Nach der Führung haben wir noch Zeit dazu und wer will, kann noch eine Wanderung zu einer zweiten von uns angelegten Landstation machen. Das letzte Boot legt um 17.30 Uhr ab, da es um 18.00 Uhr heißt, Anker hoch in Richtung Sark / Kanal Inseln - Entfernung 163 sm. 


Tag 11 - 14.06.2006 - Sark und St. Peter Port / Kanal Inseln

Um 8.00 Uhr ankern wir vor Sark, sie ist die kleinste der Kanalinseln. Heute ist eine Pferdekutschenfahrt geplant. Mit Traktoren und Anhängern werden wir zum Harbour Hill hinaufgefahren, zu dem "Dörfchen" Collinette. Dort steigen wir auf die Pferdekutschen um. Es ist kühl und nebelig, dass wir die einzigartige Schönheit der Insel nur erahnen können. Auf den Straßen existiert weder Asphalt noch eine Beleuchtung. Das Überfliegen der Insel ist verboten, es gibt keine PKW, Traktoren sind nur für wichtige geschäftliche Verwendungen erlaubt. Ersatzweise werden Pferdewagen und Fahrräder eingesetzt, sogar der Krankenwagen wird von einem Traktor gezogen. 


Vor dem Mittag nehmen wir Kurs auf St. Peter Port / Guernsey - Entfernung
12 sm. Es gibt ein frühes Mittagessen, um 14.00 Uhr startet unser Ausflug - Impressionen von Guernsey. Wir starten per Bus entlang der Hafenfront und der felsigen Küste. 
Wir besichtigen eine kleine Kapelle in Les Vauxbelets, die 1920 von einem Mönch mit Kachelscherben und Muscheln verziert wurde. In der Nachbildung der Grotte aus der Kirche von Lourdes finden nur 10 Personen gleichzeitig Platz. Außerdem machen wir einen Stopp am Aussichtspunkt Pleinmont Point. 
Auf der Rückfahrt passieren wir L' Ancresse Bay, Couet und Pembroke.  Wir können St. Peter Port erkunden und gehen danach zum Schiff zurück. 

Eine Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien bei Wikimedia Commons

Um 18.30 Uhr nimmt die Hanse Kurs auf Portsmouth / England - Entfernung 131 sm. Nach dem Abendessen schauen wir in dem "Hanseatic Fußballstadion" - unserer Darwin Hall, das Spiel Deutschland gegen Polen. Es gibt Freibier und Würstchen, eine lockere Party, zu unserer Freude gewinnen wir 2 : 0!!

Tag 12 - 15.06.2006 - Portsmouth / England

Wir haben den Sonnenaufgang und die Einfahrt in die Hafenstadt Portsmouth am frühen Morgen genossen, hinter uns fahren zwei weitere Passagierschiffe. Eines folgt uns in den Hafen, das zweite viel größere biegt vorher ab. Es ist die Queen Mary 2 auf dem Weg nach Southampton. Es scheint ein Kinderspiel zu sein, elegant legt unser Kapitän die Hanse nach einer Drehung um die eigene Achse an den Pier. Das geht schnell, ich bin beeindruckt. Wir sehen im die Hafen die HMS Victory liegen, von der ich im Internet einen schönen Beitrag des Marinemalers Olaf Rahardt gefunden habe, sehr gut geschriebenen und mit tollen Bilder, zum Link geht es hier.


Heute stehen zwei Ausflüge zur Wahl, Panoramafahrt London und Salisbury und Stonehenge. Ich entscheide mich für den zweiten Trip, ein Traum wird wahr. 

In westlicher Richtung geht es an Southampton vorbei nach Salisbury mit ihrem mittelalterlichen Stadtbild. Überragt wird es von dem 123 m hohen Kirchturm der St. Mary's Cathedrale aus dem 13. Jahrhundert. Nach einen kleinen Rundgang durch den Stadtkern besichtigen wir die Kathedrale. 
 
Weiter geht es in Richtung Stonehenge, von dem man vermutet, daß dieses Bauwerk ein vorzeitliches Observatorium darstellt. Die Entstehung der Anlage lässt sich grob in drei Phasen unterteilen. Die Frühphase der Anlage, mit einem kreisrunden Erdwall und einem Graben, wird auf etwa 3100 v. Chr. datiert.


Die auffällige Megalithstruktur wurde etwa zwischen 2500 v. Chr. und 2000 v. Chr. errichtet. Die gesamte Anlage ist jedoch vermutlich deutlich älter als bisher angenommen. Demnach stand die Megalithstruktur bereits um 3000 v. Chr. Obwohl man es am Gesichtsausdruck nicht sieht, ich bin ergriffen, als ich endlich davor stehe.

Heute ist wieder Abschiedsabend mit Cocktail und Kapitäns Dinner. Unser Shanty Chor mit einigen richtig guten Solisten geben uns ein Ständchen, der Favorit ist wie beim letzten Mal Larry.


Tag 13 - 16.06.2006 -Auf See - Richtung Cuxhaven Wir bereiten uns auf die Ausschiffung vor, eine lange Zeit waren wir an Bord. Ich bin froh, daß ich die Tage auf See so gut überstanden habe. Ich genieße die letzten Stunden an Bord, bin ein wenig wehmütig.

Tag 14 - 17.06.2006 - Cuxhaven / Deutschland
Ein sehr frühes Frühstück, das Gepäck muss spätestens bis 6.00 Uhr vor der Kabine stehen, dann geht es von Bord.

Ich freue mich auf die nächsten Reisen, aber das ist eine andere Geschichte.
© Constanze Hoffmann

Freitag, 28. Januar 2011

Von Halifax nach Halifax 22.05. - 04.06.2006

... einmal um Neufundland, die Premiere der MS Hanseatic 2006

Stand 07/26


Die Insel Neufundland (engl. Newfoundland, frz. Terre-Neuve) ist eine Insel vor der Nordostküste Nordamerikas im Atlantischen Ozean. Sie ist der am dichtesten besiedelte Teil der kanadischen Provinz Neufundland und Labrador
Von Labrador ist Neufundland durch die Belle-Isle-Straße getrennt, von der Kap-Breton-Insel durch die Cabotstraße. Die Insel hat eine Fläche von 108.860 km² und wird von etwas weniger als 500.000 Einwohnern bewohnt. (mit allen vorgelagerten Inseln wie Twillingate, Fogo und Bell Island insgesamt 111.390 km²).
Die Provinzhauptstadt St. John’s befindet sich ganz im Südosten auf der Halbinsel Avalon. Der Stadt vorgelagert ist Cape Spear, das nicht nur der östlichste Punkt der Insel, sondern auch des gesamten nordamerikanischen Kontinents ohne Grönland ist. Etwa 25 km südlich von Neufundland liegt die Inselgruppe Saint-Pierre und Miquelon, ein französisches Überseegebiet

Weitere Informationen erhalten Sie 👉 hier oder auf der englischen Website Newfoundlands and Labradors.



Diese Reise ist eine Premiere der MS Hanseatic, zum ersten Mal wird die Hanse, wie sie liebevoll von der Crew und langjährigen Gästen genannt wird, Neufundland umrunden. Expeditionsleiter David Fletcher hat diese Erstumrundung Neufundlands seit langem geplant. Er erforscht seit vielen Jahren die Polarregionen unserer Erde, unter anderem im Auftrag des British Antarctic Survey.

Tag 1 - 22.05.2006  - Halifax / Nova Scotia:
Nach einiger Verzögerung, unser Zubringerflug von Montreal hatte 3 Stunden Verspätung, kamen wir um ca. 20.00 Uhr in Halifax an. Halifax ist die Hauptstadt der Provinz Nova Scotia in Kanada. Das Wetter ist eher durchwachsen. In der Stadt wird am heutigen Tage des Geburtstages von Queen Victoria gedacht. Bei einer Stadtrundfahrt erfahren wir auch von der grossen Explosion - der Halifax Explosion. Am 06.12.1713 stieß ein französisches Schiff voll beladen mit Sprengstoff mit einem Norwegischen Frachter zusammen. Das war eine der größten nicht atomaren Explosionen auf dem nordamerikanischen Kontinent, an keinem anderen Tag zwischen dem Amerikanischen Sezessionskrieg und dem Terrorangriff auf das World Trade Center kamen bei einem einzelnen von Menschen verursachten Ereignis so viele Menschen ums Leben. Um 20.30 Uhr - mit 1 1/2 Stunden Verspätung laufen wir aus. Wir können es uns endlich heimisch machen, es gibt heute ein spätes Abendessen. Die Hanseatic nimmt Kurs auf den Canso Kanal und Charlottetown / Prince Edward Island.

Tag 2 - 23.05.2006 - Charlottetown Prince Edward Island

Frühes Aufstehen (6.00 Uhr = 11.00 Uhr deutsche Zeit) ist angesagt. Wir haben 6° C und Windstärke 4, es fühlt sich aber kälter an. Auf Grund dieser Wetterbedingungen werden uns unsere bekannten roten Parkas ausgegeben. Es geht durch die Straße von Canso, die zwischen Nova Scotia und Cape Breton Island liegt und durch einen 1955 aufgeschütteten Verkehrsdamm verbunden sind. Unsere Hanse paßt da gerade einmal so durch. Gegen Mittag werden die Reiseleitung und die Lektoren dieser Reise vorgestellt. Am frühen Abend können wir auf eigene Faust Charlottetown erkunden. Wir beobachten eine Autofahrerin, die in einer Parklücke beide vor unter hinter ihr parkenden Wagen rammt. Eine echte Meisterleistung, denn sie hat eine Lücke, in die ihr Wagen mehr als 3 x hineingehen würde !! Brille vergessen? Die Hanseatic bleibt über Nacht im Hafen liegen.


Tag 3 - 24.05.2006 - Charlottetown / Prince Edward Island

Die Hanseatic verholt auf Anker, da ein grösseres Schiff mit 1500 Passagieren unseren Platz benötigt. Mit den Tendern geht es an Land, wir haben uns für eine 2 - stündige Kajaktour entschieden. Da es heute ziemlich kalt ist, ziehen wir unsere Parkas an. In einer kleinen Gruppe geht es den Uferverlauf lang an schön gelegenen Häusern vorbei, wir treffen einige Fischer bei ihrer Arbeit. Nach einiger Zeit merken wir unsere Arme und Hände (Blasenbildung) und bereuen, daß wir uns so warm angezogen haben. Wir freuen uns auf die heisse Bouillon, eine Dusche und auf unser Mittagessen. Später gehen wir noch einmal in die Stadt, um ein paar Souvenirs zu kaufen. Wir finden richtig witzige T- Shirts. Um 15.00 Uhr nimmt die Hanse Kurs auf Ingonish / Cape Breton, die Entfernung 206 sm. 

Heute Abend ist Welcome Cocktail und Dinner angesagt, unser Kapitän Ulf Wolter lädt dazu ein, er ist zu der Zeit einer der jüngsten Kapitäne eines Kreuzfahrtschiffes. 

Tag 4 - 25.05.2006 - Ingonish Island und Baddeck / Cape Breton

Nachdem die Landstation eingerichtet ist, geht es auf unseren ganztägigen Landausflug. Wir gehen auf Wanderung mit der sympathischen Wahlneufundländerin deutscher Herkunft Frau Dr. Elke Dettmer. Sie ist Volkskundlerin und Tourismusexpertin und organisiert seit Jahren wunderschöne Wandertouren durch ihre Wahlheimat. Die ca. 4 km lange Wanderung geht zur Keltic Lodge mitten durch die wundervolle Landschaft des Cape Breton Highlands National Park zur Halbinsel Middle Head. An besonders atemberaubenden Aussichtspunkten legen wir einen kurzen Stopp ein. Auf der Keltic Lodge bekommen wir ein frühes Mittagessen, während die Hanse derweil Kurs auf Baddeck nimmt - Entfernung 46 sm. Wir machen nach unserer Mittagspause eine Panoramafahrt auf dem berühmten Cabot Trail, er gilt als einer der schönsten Panoramastraßen des nordamerikanischen Kontinents. Am Strand von Margaree Harbour wandern wir noch ca. 1 Stunde umher und erreichen gegen Abend Baddeck, wo es wieder an Bord geht.

Nach dem Abendessen heißt es Leinen los in Richtung Louisbourg / Neu Schottland, Entfernung 99 sm.

Tag 5 - 26.05.2006 - Louisbourg / Nova Scotia

Heute geht es  nach dem Frühstück auf eine 1 - stündige Landschaftsfahrt mit anschließendem Ausflug nach Glace Bay in das Miners Museum im Ocean Deeps Colliery. Uns wurde vorher gesagt, dass besonders grosse Menschen lieber von der über 1 Stunde dauernden Führung absehen sollten, da der Stollen weniger als 160 cm hoch ist. Ich bin wirklich nicht gross (163 cm) und musste die Zeit gebeugt gehen. Ein ehemaliger Bergarbeiter führte uns durch den Stollen. Der Stollen reicht zum Teil bis 3 km unter das Meer und ist bis zu 800 m tief. Die Ausstellung des Museums gibt uns Aufschluss über das harte Leben unter Tage. Wir erfahren, daß hier bis 1925 viele Kinder gearbeitet haben, die oft für ihre kranken Väter einspringen mussten. Danach besuchen wir die Telegraphenstation, an der Guglielmo Marconi 1902 das erste drahtlose Signal über den Atlantik nach Irland sendete. 
Nach dem Ausflug erwartet uns an Bord ein Muschelbüffet an Bord mit den frischen Muscheln der Gegend. Wir haben noch die Möglichkeit die Festung Louisbourg zu besuchen, bevor wir auslaufen. 17.00 Uhr - die Hanse nimmt Kurs auf St. Bridge / Neufundland - Entfernung 253 sm. Auch das Abendessen ist auf die Region abgestimmt - französisch - kanadische Küche. 

Als besonderen Abschluss gibt es in der Explorer Lounge ein Konzert mit dem Motto: Musik der Romantik mit dem Duo Matthei - Theede.

Tag 6 - 27.05.2006 - Auf See - St. Bridge / Neufundland
Am morgen hält Sylvia Stevens einen Vortrag über den "Kabeljau - der Fisch, der die Welt verändert hat". Wir sind wie vorgesehen um 12.00 Uhr vor St. Bridge angekommen, nur leider verhindern Windstärke 7-8 und hohe Wellen unsere Anlandung und geplanten Ausflüge. Eine Klippenwanderung ist obendrein bei den heftigen Regenschauern nicht wirklich spannend. So nehmen wir Kurs auf den nächsten Ort Agentia. Gegen 14.05 Uhr legt unser Kapitän bei den ungemütlichen Bedingungen die Hanse gekonnt an die Pier. Der Wind nimmt zum Abend hin immer mehr zu, in Böen brist er bis Windstärke 11 auf. Wir haben jetzt einen richtigen Sturm. Unsere Hanse wird mit 11 Windstärken an die Pier gedrückt, ohne Schlepperhilfe gibt es keine Chance abzulegen. Da aber kein Schlepper in der Nähe ist, heißt es für uns abwarten. Angenehmer Nebeneffekt - wir können wenigstens ein einigermaßen geruhsames Abendessen geniessen. Gegen 22.30 Uhr drehte der Wind zurück und unser Kapitän schafft es, das Schiff abzulegen. Es war eine sehr bewegte Nacht in Richtung St. Pierre / Französisches Überseedepartement -  Entfernung 96 sm.

Tag 7 - 28.05.2006 - St. Pierre / Französisches Überseedepartement 
Schönstes Wetter, ruhige See und blauer Himmel, was will man mehr. St. Pierre taucht vor uns mit seinen steilen Felsen auf, wir gehen vor Anker. Wir booten aus und schauen uns den Ort an. An dem heutigen wird der Tag des Seefahrers gefeiert, der Bischof geleitet eine Prozession zum Hafen, eine Schiffsprozession fährt später bis zu unserem Ankerplatz. 
Gegen 14.00 Uhr nehmen wir Kurs auf Norris Point / Neufundland - Entfernung 310 sm. Am Nachmittag sehen wir in der Restdünung des Vortages Wale. 

Tag 8 - 29.05.2006 - Norris Point /Neufundland

Kurz nach dem Sonnenaufgang entsteht Nebel, das Nebelhorn ertönt, nach einer Stunde aber kann sich die Sonne durchsetzen. Gegen Mittag fahren wir in die Boon Bay und ankern vor Norris Point. Gegen 15.30 Uhr machen wir eine Zodiacausfahrt dicht unter der Uferkante entlang. In der Bucht wartet unser Kreuzfahrtdirektor Matthias Meyer mit einem Rum. Wir bilden eine Sternenformation und vertäuen die Zodiacs, es herrscht beste Stimmung in den Booten. 

Tag 9 - 30.05.2006 - Norris Point / Neufundland

Der Tag beginnt wie der gestrige - Sonne und blauer Himmel. Die Wanderungen und Ausflüge gehen in den Gros - Morne - Nationalpark, der seinen Namen dem gleichnamigen 814 m hohen Berg verdankt. Dieser Park - UNESCO Weltkulturerbe - ist ein Highlight für Naturliebhaber besonders aber für Geologen. Wussten Sie, daß sich hier das Gestein türmt, das sich vor 200 Millionen von Jahren von dem Urkontinent Pangeä löste? Die Tablelands, die hohen Plateauberge sind Aufschiebungen des Meeresbodens. Nach ca. 1 Stunde Busfahrt erreichen wir den Western Brook Pond Trail. 

Von dort machen wir uns auf eine 45 - minütige Wanderung, die am Western Brook Pond Dock endet, einem 16 km langen Süßwasserfjord. Dort begeben wir uns auf eine eine 2 - stündige Bootstour durch den Fjord, der malerisch von bis zu 800 m hohen Steilwänden und Wasserfällen eingerahmt ist. Welch ein schöner Tag, wir sehen (die hier erst 1904 eingeführten) Elche, sowie Karibus und eine 3 - köpfige Schwarzbärenfamilie. Um 15.30 Uhr verlassen wir Norris Point nach L' Anse aux Meadows. Nach dem Recab mit den Lektoren und dem Abendessen bringt das Duo Matthei Theede heute Meisterwerke der Kammermusik. 

Tag 10 - 31.05.2006 - L' Anse aux Meadows / Neufundland

Auf dem Weg dorthin sichten wir in der Straße von Belle Isle Eisberge, der Kapitän manövriert die Hanse näher heran und wir umkreisen sie. Da die Straße von Belle Isle nicht sehr tief ist, können hier nur sehr flachgehende Eisberge driften. Der Größte von den uns angesteuerten Eisbergen saß vermutlich auf Grund, wie zur Begrüßung kalbt er. Die Back wird geöffnet, so daß wir nah am Geschehen sein können. Größere Eisberge werden bei der Navtex registriert. Doch nicht nur vor denen muß sich jeder Kapitän in Acht nehmen, auch die kleineren Growler, ein Eisbrocken zwischen Scholle und Eisberg, treiben sich hier herum. 
Gegen 14.00 Uhr werfen wir Anker vor unserem Ziel L' Anse aux Meadows - Bucht bei den Wiesen. Dort werden wir die Wikinger Siedlung besuchen, die 1960 von Dr. Helge Ingstad und seiner Frau Anne Stine gefunden wurde. Man vermutet, daß die Siedlung um 1000 angelegt wurde, möglicherweise von der Leif Erikssons Expedition. Von der ursprünglichen Siedlung gibt es nur noch Grundrisse, deswegen wurde gleich nebenan eine Replika errichtet. Die wie ich finde, sehr gut zeigt, wie die Menschen früher hier gelebt haben. Wir wandeln auf den Spuren der Wikinger. Um 18.00 Uhr Anker hoch Richtung Twillingate - Entfernung 132 sm.

Tag 11 - 01.06.2006 - Twillingate / Neufundland
Um 8.00 Uhr erreichen wir Twillinggate, wir erkunden den Ort auf eigene Faust. Besichtigen ein Museum und eine Kirche, wollen dann in den Leuchturm, der leider nicht geöffnet ist. Dabei regnet es in einer Tour und ist einfach nur saukalt! Um 18.00 Uhr geht es weiter nach St. Johns - Entfernung 205 sm. 

Tag 12 - 02.06.2006 - St. Johns / Neufundland

Foto Wikipedia

St. Johns ist die älteste Stadt Nordamerikas, eine Großstadt mit rund 100.000 Einwohnern. Wir gehen heute mit Elke Dettmer auf einen ca. 6 - stündigen Ausflug einen Großteil unserer Wanderung werden wir von Neufundländern und ihrem Frauchen begleitet. Besonders witzig ist ein Pudel, der mit ihnen aufgewachsen ist und denkt, er sei ein waschechter Neufundländer. Er ist schwarz wie sie und kopiert sogar deren einzigartigen Gang! 

Als erstes geht es auf einen Rundgang auf dem Signal Hill, dem Wahrzeichen von St. John, danach geht es zum Teil am Kliff entlang auf einem Pfad wieder zurück in die Stadt. Wir haben während des Abstiegs wundervolle Ausblicke auf St. John. Weiter geht es dann auf den Marine Drive - Killick Coast Touring Route - nach Torbay. Dort starten wir eine 3 - stündige Wanderung auf dem East Coast Trail, einem Fernwanderweg, der mit einer Länge von 400 km der Küste der Avalon Halbinsel folgt. An der südöstlichen Spitze der Halbinsel steht der Leuchtturm von Kap Race, wo kurz nach Mitternacht der Notruf der Titanic am 12. April 1912 in der Funkstation eintraf.
Von Torbay geht es weiter nach Flatrock, dieser Pfad wurde früher bereits von Father Troy benutzt. Am Nachmittag geht es dann per Bus wieder nach St. Johns und die Hanse nimmt wieder Kurs auf Halifax - Entfernung 562 sm.
Heute Abend ist der Farewell Abend, unser Kapitän lädt zum Abschiedscocktail und Dinner ein.

Tag 13 - 03.06.2006 - Auf See - Kurs Halifax / Nova Scotia
Ein Seetag, heute ist Hanseatischer Frühschoppen angesagt, auf der Bühne in der Explorer Lounge steht ein Büffet, das keine Wünsche offen läßt. Die meisten Passagiere machen sich für die morgige Rückreise fertig, uns erwarten noch wundervolle Tage auf See.

Tag 14 - 04.06.2006  - Halifax / Nova Scotia
Gegen 7.00 Uhr morgens legt die Hanse in Halifax an, heute ist großer Wechsel. Wir bereiten uns auf unseren Landausflug vor, es geht nach Peggy's Cove. Dort machen wir die Stadtrundtour in Halifax mit und fahren auf der Küstenstraße zu dem wohl schönsten und bekanntesten Leuchtturm Kanadas.  Leuchtturm Peggy's Point, mit ihm erschienen 2004 und 2005 20-Dollar-Silbermünzen. Am Nachmittag nimmt die Hanse Kurs auf St. Bridge / Neufundland - Entfernung 436 sm. 


Aber das ist eine andere Geschichte ...

Viel Spaß beim Lesen!
© Constanze 'Paula' Hoffmann


PS: Während ich schreibe und Informationen zusammensuche, erinnere ich mich an all die wundervollen Menschen, die ich auf dieser Reise kennengelernt habe und auf anderen Trips wieder getroffen haben und auch an die, die leider nicht mehr unter uns verweilen. Denen widme ich diesen Blogbeitrag.