Samstag, 25. August 2012

Das Lächeln Japans Teil 2

- von Toba nach Otaru 

Satsuma-Samurai - Quelle Wikipedia, Foto von Felice Beato


Wie ist Japan erstanden? Die Legende überliefert folgende Begebenheit:
Über den unendlichen Weiten des ursprünglichen Chaos stehen der Gott Izanagi und die Göttin Izanami, auf der alles überspannenden Himmelsbrücke und blicken auf die bisher nur aus Wasser bestehende Welt. Sie finden kein Land, worauf sie sich niederlassen können. So stoßen sie einen Korallenspeer in den Ozean. Als sie den Speer aus dem Wasser ziehen, fallen einige Tropfen ins Meer zurück. Die Tropfen erstarren und bilden die japanischen Inseln, auf die das Götterpaar herabsteigt und den Korallenspeer zum Zentrum ihres Hauses macht. Textquelle - die Welt der Samurai.


Dienstag 05.06.2012 - 13.00 h - die Hanse nimmt Kurs auf Osaka - Entfernung 220 sm. Taifun Mawar im Nacken - siehe Wetterkarte der MS Hanseatic.


Wetterkarte vom 05.06.2012 - gut zu sehen Taifun Mawar (Rose)


Mi 06.06.2012 -  Osaka/Japan, Ankunft 8.00 Uhr  
Laut Kapitän Wolter passieren wir auf dem Weg nach Toba in der Nacht die größte Hängebrücke der Welt. Ich habe mir den Wecker gestellt und das Schauspiel leider verschlafen. Die Akashi-Kaikyo-Brücke (jap. 明石海峡大橋 Akashi-kaikyō ōhashi, dt. große Brücke der Akashi-Meerenge), benannt nach der Wasserstraße von Akashi ist eine Autobahn - Hängebrücke. Sie verbindet den Stadtbezirk Tarumi-ku von Kōbe auf der Hauptinsel Honshū mit dem Ort Awaji auf der südlich gelegenen Insel Awaji-shima mit 2×3 Fahrspuren. Mit einer Mittelspannweite von 1991 m ist sie seit 1998 die Brücke mit der größten Stützweite der Welt. 
Aber wussten Sie, daß der Abstand zwischen den beiden 297,3 m hohen Pfeilern genau 1990 m betrug? Durch das verheerende Erdbeben von Kōbe am 17. Januar 1995, dessen Epizentrum etwa 2 km östlich des Südturms lag, schoben sich jedoch die beiden Brückentürme fast einen Meter weiter auseinander, so dass der Abstand heute genau 1990,8 m beträgt. Da die Brücke zu diesem Zeitpunkt noch im Bau war, bereitete die Anpassung daran aber keine Schwierigkeiten, ihre Gesamtlänge beträgt 3911 m.

7.00 h - Der Lotse kommt an Bord, wir fahren in den Hafen von Osaka. Osaka, das auch das Venedig des Ostens" genannt wird, vereinigt Vergangenheit und Zukunft zwischen seinen zahlreichen Wasserarmen. Ein Feuerwehrschiff begrüßt uns mit seinen Wasserfontänen. Gegen 8.00 h erreichen wir den Tempozan Pier, dort werden wir mit traditionellen Trommelklängen, den Wadaiko, begrüßt. Danach werden Blumen und Geschenke überreicht. Heute werden hier im Hafen 60 t gebunkert. Um 8:30 h geht es für uns auf die Ganztagestour nach Kyoto, die alte, ehemalige Kaiserstadt verbunden mit einer Shinkansenfahrt. Nach einer längeren Bustour über die Autobahn erreichen wir die Kyoto. 



Der goldene Tempel
Als erstes besichtigen wir den Kinkakuji Tempel - den Goldenen Tempel mit seinen schön angelegten Gärten. Als zweites den Ryoanji Tempel, ein 1499 gegründeten Zen Tempel mit einem großen Steingarten zum Meditieren, der im Innenhof liegt. Erbaut wurde er 1450 von Hosokawa Katsumoto, einem hohen Staatsbeamten der Muromachi-Zeit, auf einem Grundstück, das ursprünglich der Fujiwara-Familie als Landsitz diente. Seit 1994 gehört er zusammen mit anderen Stätten zum UNESCO-Weltkulturerbe.





 

Das Mittagessen nehmen wir im Restaurant Ganko Takasegawa Nijoen ein. Ganko Takasegawa Nijoen ist ein Herrenhaus, das fast 400 Jahre als Ferienhaus für die Mächtigen und Reichen benutzt wurde, das Restaurant hat einen eleganten und prächtigen Garten. Danach besichtigen wir die 10 Minuten entfernte Burg Nijo-jo mit dem legendären Nachtigallenparkett. Diese Burg ist der ehemaliger Sitz des Shōguns in Kyōto. Sie erhielt den Namen wegen der Straße Nijō, an der sie liegt. Mehr Informationen darüber gibt es auf der englischen Version von Wikipedia




http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/4e/Nijo_Castle.jpg/300px-Nijo_Castle.jpg
Der Ninomaru-Palast in der Burg Nijō - Quelle Wikipedia

Das vierte Ziel ist der Sanjusangen do - Tempel mit seinen 1000 Buddha Statuen des Juichimen senju sengen Kanzeon, kurz Kannon genannt. Im Tempel wird hauptsächlich Bodhisattva Sahasrabhuja-arya-avalokiteśvara oder die "Tausendarmige Kannon" verehrt. Ihre Statue wurde in der Kamakura-Zeit von dem Bildhauer Tankei geschaffen und gehört zu den Nationalen Kulturgütern Japans. Beidseits der großen Kannon-Statue sind 1.001, im Detail unterschiedliche, lebensgroße Statuen der "Tausendarmigen Kannon" jeweils in einer regelmäßigen Reihenanordnung von 10 mal 50 Statuen aufgestellt.

Statuen der Kannon - Quelle Wikipedia

Die Statuen haben 11 Köpfe, 40 Hände und 2 normale für die Gaben, erklärt uns unser Guide. 124 dieser Statuen stammen noch aus dem ursprünglichen Tempel, die restlichen wurden im 13. Jahrhundert angefertigt. Sie sind aus Japanischer Zypresse und vollständig vergoldet. Vor den Kannonstatuen stehen 28 Wächterfiguren und zwei berühmte Statuen von Fujin (Gottheit des Windes) und Raijin (Gottheit des Donners), die ebenfalls Nationale Kulturgüter Japans sind. Es ist verboten im Tempel zu fotografieren.



Datei:Fujinraijin-tawaraya.jpg
Fūjin-raijin-zu - Quelle Wikipedia


Ich kaufe mir einen Talisman in Form eines orangen Beutels, er soll gegen Kopfschmerzen helfen. Wichtig ist, nie den Beutel öffnen. Im Bus überreicht unsere Führerin Park jedem von uns ein Banner für das Haus als Schutz, unter anderem soll es Einbrecher fernhalten. Per Bus geht es dann zum Bahnhof, von dort fahren wir mit dem Shinkansen nach Osaka und dann weitere 30 Minuten zum Hafen. Zur Info - Shinkansen (jap. 新幹線, [ɕĩŋkaãsẽɴ], dt. „neue Stammstrecke“) ist sowohl der Name des Streckennetzes japanischer Hochgeschwindigkeitszüge der verschiedenen JR-Gesellschaften, als auch der Züge selbst (Quelle Wikipedia).

Heute Abend gibt es nach dem Abendessen ist einen Empfang in der Explorer Lounge, der deutsche Generalkonsul Herr Dr. Alexander Olbrich ist zu Gast. Er hält einen Vortrag über die Deutsch - Japanische Beziehung. 12.00 h 22°, 19°, 1014 hPa, WSW 4, bewölkt mit sonnigen Abschnitten, SA 4:45 h, SU 19:10 h.


Do 07.06.2012 - Osaka/Japan, Abfahrt 24.00 Uhr 
Schon um 7.00 h müssen die ersten Gäste los, sie haben den Ausflug nach Tokio gebucht. 8.00 h Durchsage Ingrid mit den aktuellen Infos, Wetterdaten: 19°, 19°, 1002 hPa, 82%, N1, leicht bewölkt, in Tokio 27°, 94%, nachmittags kann es in Tokio Gewitter geben. Wir sind um 8.30 h dran mit dem Ausflug Berg Rokko und Sake Brauerei. Nach 45 minütiger Bustour über Hishogi, die Kobe Bridge, wir fahren an der "Mop" Maishima Müllverarbeitung von Hundertwasser gestaltet vorbei, erreichen wir die Stadt Kobe. Dort gab es 1995 ein Erdbeben, vieles wurde neu aufgebaut. Dieses Erdbeben wurde auch das große Hanshin-Erdbeben (beziehungsweise das Hanshin-Awaji-Erdbeben) genannt. Es hatte eine Stärke von 7,2 auf der Richterskala.

Unser Guide erzählt uns während der Busfahrt von einer Art Wettbewerb, der zwischen den Städten Kyoto und Kobe geherrscht hat. Sie erzählt uns ebenfalls Wissenswertes über die Firma Toyota, Toyota Stadt und die Gründerfamilie Toyoda. Per Seilbahn geht es zur Graden Terrace, die auf 931 m Höhe liegt. Der Berg Rokko ist die höchste Erhebung einer 30 km langen Gebirgskette. Es ist wieder einmal diesig, bei guter Sicht hat man hier einen guten Blick über die Bucht von Osaka, bei ganz klarer Sicht bis zur Awaji Insel



Unsere Sakeauswahl

Wir fahren danach zur Fukuji Sake Brauerei - Fukuji bedeutet langes Leben. Wir werden in der Fabrik herumgeführt und der Mitarbeiter erklärt uns die Herstellung und die traditionelle japanische Trinkkultur. Danach verkosten wir 5 verschieden alte Sorten der Firma unter anderem einer Art Perlwein. Die KOBE SHU-SHIN-KAN BRAUEREI, im Jahre 1751 gegründet, liegt im "NADA" Viertel von Kobe, ein Gebiet Japans, das seit Jahrhunderten für die beste Produktion von japanischen Sake bekannt ist.





Nach dem Mittagessen an Bord fahren wir mit dem Riesenrad und machen daraus Fotos über die Stadt und den Hafen, Im Einkaufszentrum kaufen wir Tabi für mich - die traditionellen Zehensocken aus Japan. Am Abend gehen wir ins Ethno - es gibt Curry Tafel. Wir sehen das Riesenrad vom Restaurant bunt leuchten, je nach Farbe zeigt es das Wetter für den nächsten Tag an - wie folgt: Rot sonnig, grün wolkig, blau regnerisch. Um 3.00 h verläßt die Hanse Osaka und nimmt Kurs auf Himeji - Entfernung 50 sm. SA 4:45 h, SU 19:10 h.




Blick aus dem Riesenrad

Fr 08.06.2012 - Himeji/Japan, von 8.00 bis 18.00 Uhr 

Die eingehüllte Burg von Himeji

7:29 h Durchsage Ingrid, Guten Morgen liebe Gäste - いらっしゃいませ = Irasshaimase = Herzlich Willkommen - unser Willkommenskomitee ist bereits da, es gibt weiter eine 50%ige Chance auf Regen am Nachmittag. 21°, 19°, 88%, 1008 hPa. 

Das sind ja tolle Aussichten, als hätten wir es gewußt, wir machen heute keinen Ausflug. Um 9.00 h geht der erste Shuttlebus in die Stadt. Die Haltestelle ist am Bahnhof, von dort spazieren wir zur Burg von Himeji. Der höchste Turm der Burg ist leider eingehüllt, da er restauriert wird. Trotzdem mich beeindruckt die Japanische Architektur, die Burg Himeji mit seiner schlossartigen Bauweise läßt mich staunen. Wir wandeln durch die wunderschönen Kokoen-Gärten. Zurück am Bahnhof bummeln wir durch die Geschäfte und ich erwerbe weitere Socken. Für mich und meine kleinen Füße ist es hier das reinste Paradies. 





Wir nehmen den 12.00 h Shuttle zurück. Auf dem Lemairedeck gibt es heute Barbecue. Am Nachmittag schreibe ich am Logbuch weiter und schaue den Film auf Kanal 4 - Und ewig lacht das Oel - Chinas Griff nach Afrika - von Frank Sieren. Hier geht es zum YouTube Link. Es ist 18.00 h - die Hanse nimmt Kurs auf Hiroshima - Entfernung 160 sm. 18.15 h Asiens Griff nach Afrika - Diskussion mit Frank Sieren, Andreas v. Stechow und Dr. Manfred Osten. Zum Abendessen gehen wir ins Ethno, dort gibt es Französische Klassiker. 6.00 h 20,5°, 18°, 1008,5 hPa, windstill, bedeckt, diesig, SA 4:57 h, SU 19:14 h. 



Die Kintai - Brücke
Sa 09.06.2012 - Hiroshima/Japan, von 7.00 bis 14.00 Uhr
Gegen 8.00 h sind wir in Hiroshima, unser Ausflug zur Kintai Brücke und dem Schloß Iwakuni startet um 8.15 h. Unser Guide ist wieder Miko. Wir fahren mit dem Bus eine Stunde, bis wir die Stadt Iwakuni und die Holzbrücke erreichen. Die 1673 errichtete Brücke ist auch unter dem Namen Brokatschärpen-Brücke bekannt. Sie wurde 1950 durch eine Flutwelle zerstört, aber 1953 wieder aufgebaut. Zur Feudalzeit durfte sie nur von den Samurai benutzt werden, das gemeine Volk musste mit Booten den Fluss überqueren. Es ist sehr ungewohnt darüber zu gehen, da die Brücke so kleine und flache Stufen hat. Die Brücke mit ihren Bögen ist 193 m lang und 5 m breit. 



Bildquelle - omamorifromjapan.blogspot.de
  
Wir besuchen einen Laden, der mit versteinerten Insektenpuppen handelt. Diese (shi ningyoo 岩国 の 石 人形) Puppen aus Stein werden von Hand gefertigt aus dem Nest eines Insekts japanisch "ningyoo tobikera 石 蚕", die in den sehr klaren und sauberen Flüssen in Iwakuni gefunden werden. Diese Puppen sollen die Verkörperungen der Seelen von Menschen sein, die während des Baus der Kintai-Brücke gestorben sind oder aber waren menschliche Opfer während dieser Zeit. Die häufigsten sind die sieben Götter des Glücks, Jizo Bosatsu und andere religiöse Figuren.
 
Danach besuchen wir die Ausstellung im Reptilienhaus im Kikkō-Park, in dem sich weiße Schlangen mit roten Augen befinden, die den Geist der Glücksgöttin Benzaiten verkörpern sollen. Durch den schönen Park mit dem Samuraiviertel, den leuchtenden Blauen Schwertlilien, Teichen mit Koikarpfen und Schildkröten und dem Rosengarten geht es zum Fuße der Seilbahnstation. Oben angekommen, genießen wir die kühlere, klare Luft. Auf dem Wege zur Burg sehen wir wieder die großen Schmetterlinge und wahrlich riesige Regenwürmer. Diese großen Schmetterlinge, das erfahre ich später von einem befreundeten Schmetterlingsexperten, gehören zur Gattung der Papilionidae (Ritterfalter). Ein Stück noch bergauf dann erreichen wir die Iwakuni Burg, die 1962 wieder aufgebaut wurde. In der Burg schauen wir uns die Sammlung von Samuraiwaffen und Ausrüstungen an. Per Bus geht es dann wieder zurück zum Schiff.




Heute ist das Motto des Abends - Japanischer Abend. Ich habe auf anraten der Bordfriseurin Stäbchen mitgenommen, die sie mir ins Haar steckt. Um 17.30 h ist die offizielle Willkommenszeremonie mit der Hafenbehörde und dem Tourismusverband bei uns in der Explorer Lounge. Außerdem spielt das Hiroshima Junior Marimba Ensemble für uns. Die Geschenke und Blumen werden überreicht und viele Fotos gemacht - auch von meinen Stäbchen. Die Kids sind einmalig gut und von einer ansteckenden Fröhlichkeit, die gleich gute Laune macht - anbei ein Video von YouTube.


 
















 
Nachdem das ganze Equipment von Bord ist, legen wir um 19.15 h mit Hanseatic Hymne ab. Die Kids sind fasziniert von unseren Fähnchen, die Proviantmeister bündelt einige zusammen und ich werfe sie ans Ufer. Mit lautem "Auf Wiedersehen!" laufen die Kids bis zum Ende der Pier und auch diesmal kommen nicht nur mir die Tränen. Kurs Aomori - Entfernung 817 sm. Im Gang vor dem Restaurant und auch darin ist alles Japanisch dekoriert - selbst das Personal hat sich in Japaner verwandelt. In der Bar singt Anika heute Musical Hits. 12.00 h 25°, 18°, 1000 hPa, 88%, S5, wolkig, SA 4:57 h, SU 19:22 h. 


Auf Wiedersehen!!

So 10.06.2012 -  Entspannung auf See
9.00 h Durchsage des Kapitäns: Holland in Not, sie haben 1:0 verloren, wir gegen Portugal 1:0 gewonnen. 34°49 N 131°27 O, Steuerbord liegt die Westküste Japans. Um 4.10 h kam der Lotse an Bord, Kurs offenes Meer, Kurs NO, 54°, 14,5 Knoten, alle Segel sind gesetzt. 1693 sm seit Südkorea, 192 sm seit Hiroshima, Restdistanz 618 sm. 100 m Wassertiefe, Ankunft in Aomori am 12.06.2012, 7.00 h, Wetter 21°, 20,5°, 1006 hPa, leicht bewölkt, Brise NNO 4, max. Wellenhöhe 0,5 m, später O 4-5. 10.00 h Das Alphabet des Schweigens - nonverbale Kommunikation in Japan - Dr. Manfred Osten. 11.30 h Alltag in Japan - wie ticken die Japaner? Eine nicht ganz ernstgemeinte Einführung für Goijins (Langnasen) mit Carl D. Goerdeler. Ich schreibe dabei mein Logbuch weiter, dann schlüpfe ich ab in mein bayrisches Dress. O' zapft is! Um 12.30 h ist Frühschoppen, wir haben eine nette Runde am Tisch. Um 16.30 h Frank Sieren mit Wie Japan und seine Nachbarn Alternativen zu westlichen Positionen finden. Heute ist Repeater Treffen und unser Pianist Uwe Künstler gibt in der Explorer Lounge nach dem Abendessen ein Konzert mit Werken von Georg Friedrich Händel und Frédéric Chopin. SA 4:41 h, SU 19:18 h. 
Mo 11.06.2012 - Entspannung auf See 
9.00 h Durchsage des Kapitäns: Position 38° 35 N 136° 37 O, Längenbreit wie Lissabon und Izmir. Die Küste ist in 70 sm Abstand. 18°, 19,5°, 1004,5 hPa, heiter, NO 4, Wellenhöhe 0,5 - 1m, Kurs 64°, 13,5 Knoten, 537 sm seit Hiroshima, Restdistanz 280 sm. Wir werden am 12.06.2012 um 7.00 h festmachen. 10.00 h Freihandel mit Japan - die EU verhandelt. Machen wir den Bock zum Gärtner? Expertenvortrag mit Andreas v. Stechow. 11.30 h - War Goethe ein Japaner? mit Dr. Manfred Osten. Um 12.30 h gibt World Cruise Lunch - eine kulinarische Weltreise. 16.30 h Das Zeitalter der Shogune mit Wilfried König. 18.30 h Kapitäns Abschiedscocktail, Kapitän: Wir fahren nördlichen Kurs, es ist länger hell, die Sonne geht früh auf. Aomori ist eine Premiere, wir haben maximal 18°, heiter bis wolkig, O 3-5. Um 14.00 h werden wir die Segel setzen, wir haben max. 12° in Hokkaido. Er läßt unsere Route Revue passieren: 6 Häfen, der erste Taifun der Saison Mawar. Aber wir hatten Glück, es gab schon Plan B und C. Die Freundlichkeit hier kam von Herzen. Unsere Hanseatic ist jetzt 19 Jahre alt, es ist die 514. Reise mit 2526 sm, in 19 Jahren 1.491.610 sm, umgerechnet 69 x um die Welt. 141 Länder, 1223 Destinationen. Diese Reise maximal 25° in Osaka, niedrigste Temperatur war 16°, aber warten wir einmal den Norden ab. Stärkster Wind ONO 6-7 mit 3-3,5 m Wellen, 205 t dh. 14,6 t Brennstoff / Tag. Durchschnittsalter an Bord ohne die 6 Wochen alten Twins 66,5 Jahre - mit Twins 65,5 Jahre. Es läuft ein Antrag für das Guinnessbuch der Rekorde - jüngste Twins an Bord. Nach dem Empfang gehen wir zum Gala Dinner und haben später die Seekarten Versteigerung. Es singt für uns traditionell der Shanty Chor der MS Hanseatic.

Di 12.06.2012 - Aomori/Japan, von 7.00 bis 14.00 Uhr 
Pünktlich erreichen wir Aomori, Durchsage Ingrid: Um 7.30 h findet eine Willkommenszeremonie an der Pier statt. Außerdem wird ein Stadtrundgang mit Apfelkuchen backen von der Stadt angeboten. Auch heute haben wir keinen Ausflug gebucht. Wir schauen über die Reling und sehen Trommler und bunte Tänzer, die uns begrüßen. Nach den Ansprachen werden die Geschenke ausgetauscht. Die Ausflügler werden später von Bussen abgeholt, wir gehen von Bord. Dort stehen einige Buden mit Souvenirs und einige Guides. Um 9.00 h geht es dann mit 10 Gästen auf den Stadtrundgang. 
Zuerst werden wir per Taxi ein Stück in die Stadt zu einer Schulbäckerei gefahren, alle Guides kommen mit. Die Gegend um Aomori ist das größte Apfelanbaugebiet Japans. Wir erfahren von unseren Guides, daß in Aomori lange und harte Winter herrschen, 1,5 m Schnee sind keine Seltenheit. Aus diesem Grund sind alle Gebäude um das Stadtzentrum zentriert, was günstig für die Schneeräumung ist. 




In der Bäckerei erwarten uns 10 Damen in rosa Schürzen. Unter ihrer Anleitung bereiten wir unseren eigenen Apfelkuchen zu, den wir danach kennzeichnen. Während unser Kuchen in 40 min fertigbackt, machen wir einen Spaziergang zum sehenswerten Fischmarkt der Stadt. Eine der Bäckerinnen besorgt mir eingeschweißten Lotus, den ich auch von der chinesischen Küche kenne. Als wir später die Bäckerei erreichen, kommt uns schon an der Treppe der Duft des Kuchens entgegen. Zu unserem warmen Apfelkuchen bekommen wir Tee gereicht. Wir verabschieden und von den Damen und gehen zum Utou Schrein, dort wird uns ein Tempeltanz mit Gesang und Trommeln vorgeführt. 

Als Abschluß nehmen wir an einer Teezeremonie teil und füttern die Koi Karpfen. Als wir zum Schiff zurückkehren, denke ich nur Was für ein schöner Tag. An Bord bekommen wir verschiedenfarbige Luftschlangen, die wir zum Abschied werfen und das andere Ende in der Hand halten sollen. Unsere Guides und sogar die Damen aus dem Backshop sind zum Abschied an die Pier gekommen. Sie winken, fotografieren und rufen laut: Come back. Ich kann meine Tränen nicht mehr halten und bin noch jetzt, da ich darüber schreibe total aufgewühlt. Wir halten die Bänder fest, bis sie beim Ablegen der Hanseatic reißen. Die Hanseatic nimmt Kurs auf Otaru - Entfernung 224sm. 14.12 h Kapitän: Pünktlich um 14.00 h Leinen los, Kurs Nord. Wir waren das 2. Schiff in Aomori in diesem Jahr. Position 40°49' N wie Neapel, 140°44' O, es hat aufgebrist. Die Wetterdaten heute: 16°, 15°, 84%, 1009 hPa, bedeckt. O5-6 in Boen bis 7, Leeseite die Landmasse als Schutz, 224 sm, 14,2 Knoten, in Otaru gehen wir um 7.00 h längsseits. Wetter max. 13° und bedeckt, Regen, Wind SO wird aber schwächer. 17.40 h haben wir auf Backbord Honshū, an Steuerbord Hokkaido, vorm Bug springt eine Delfinschule. Um 18.15 h Talkrunde - die Gäste der Hanseatic diskutieren mit ihren Experten. 12.00 h 16°, 15°, 1010 hPa, O5, sonnig und windig, SA 4:03, SU 19:09. 


Come back!!

Mi 13.06.2012 - Otaru (Sapporo)/Japan, Ankunft 8.00 Uhr
Um 5.30 h schon aufstehen, da wir die Koffer vor die Tür stellen müssen. Wir schauen uns das Anlegemanöver an und sehen an der Pier einige Personen, die ein Welcome Banner halten und wie es scheint, ein wenig lustlos mit Fähnchen winken. Unsere Gruppe verläßt das Schiff als erstes. Wir werden vom Kapitän und seinen Offizieren verabschiedet. Das Schiffshorn erklingt, als der Bus von der Pier abfährt. Wehmut macht sich bei mir breit. Wir besuchen das Freilichtmuseum Hokkaido Kaia n o Mura im Naturwald Nopporo mit einer Fläche von 54 ha mit ca. 60 Gebäuden. Hier ein Link zu japan-guide.com und einem PDF Download für mehr Informationen. Wir bekommen sogar eine deutsche Version der Beschreibung ausgehändigt. Wir sehen unter anderem einen alten Zeitungsverlag, einen buddhistischen Tempel, ein Postamt, einen Friseursalon und vieles mehr.  



Hokkaido Kaia n o Mura

Wir bekommen zum Mittagessen japanischen Hot Pot, der hier Shabu Shabu heißt und Sushi in einem Restaurant. Das ist ein schöner Abschluß unserer Japanreise, danach geht es zum Flughafen. Wir fliegen noch an diesem Nachmittag nach Tokio. Auf der Fahrt zum Hotel Hilton sehen wir den großen Tower Tokyo Sky Tree, der alles mit seinen 634 m überragt. Er ist der höchste Fernsehturm und gleichzeitig nach dem Burj Khalifa das zweithöchste Bauwerk der Erde. Wir essen eine Kleinigkeit zu Abend, da wir früh am nächsten Morgen mit dem A380 zurück nach Frankfurt fliegen.


Do 14.06.2012 - Tokyo – Frankfurt – Hamburg




Der Flug mit dem A380 ist entspannend und sehr angenehm. Beim Start sehe ich an den Tragflächen die Windverwirbelung, es erinnert mich ein wenig an Bilder von Tests im Windkanal

Diese Reise hat mich sehr berührt, ich bin dadurch ein wenig in Verzug mit meiner Schreiberei gekommen. Ich hoffe aber, ich kann das mit meinen Recherchen und Bildern wieder wettmachen. 

Als Spruch des Tages stand auf dem letzten Tagesprogramm:


Wenn wir Abschied nehmen,
wird unser Verhältnis zu dem, was schätzen,
immer noch wärmer - Montaigne

Ich wünsche Ihnen einen wundervollen Tag
© Constanze Hoffmann

PS: Ich habe eine Seite Index/ Navigation in meinen Blog eingebaut, dort sehen sie die einzelnen Reiseberichte nach Jahreszahl sortiert. 



Kommentare:

  1. Der Fachmann für Schmetterlinge heißt Alfred Westenberger, lieben Dank Alfred!

    http://www.yasni.de/index.php?action=webprofile&name=Alfred+Westenberger&number=1098031

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  2. Liebe Conny,
    deine Ausführungen lassen mich - wie echt - teilhaben und wecken in mir, dir nach zu reisen und all das auch zu erleben!
    Wunderschöne Ausführungen und Fotos!
    Glückwunsch dazu!
    Herzliche Grüße,
    Lena/Marlene Scheuren

    Schade, dass ich kein Profilbild dazu bekomme ....

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  3. Ein starkes Erdbeben entlang des Nankai-Grabens, der von Präfektur Shizuoka auf der Hauptinsel Honshu bis zur Südinsel Kyushu reicht, hätte verheerende Folgen, wie NHK News berichtet. Gemäss einer Studie der Universität Tokio im Auftrag der Regierung würde ein Beben von der Stärke 9,1, wie dasjenige vom 11. März 2011, einen gigantischen Tsunami auslösen.
    http://asienspiegel.ch/2012/04/die-34-meter-riesenwelle/

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  4. Heavy rains overflow barriers surrounding Fukushima water tanks
    Water has overflowed at Japan’s Fukushima Daiichi nuclear plant. Tokyo Electric Power Company (TEPCO) is attempting to discern the quality of the water and possible radioactive substances which could have been spilled.
    TEPCO announced on Monday that the water overflowed in 12 areas of the plant.
    Read more under:
    http://rt.com/news/fukushima-leak-radioactive-overflow-469/

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  5. Was ist da dran?

    http://www.focus.de/wissen/natur/tiere-und-pflanzen/unheilvoller-bote-aus-japanischer-legende-folgt-den-riemenfischen-nun-ein-erdbeben-_aid_1138857.html

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