Montag, 13. Juni 2016

Historische Schiffe, große Entdecker und Pata Negra - Teil 2

Etappe 1 von Cadiz nach Teneriffa oder auch auf der Suche nach dem schwarzen Schwein - Teil 2

Steilküste im Naturpark La Brena



Der kurze Break hat doch etwas länger gedauert, so geht es nach einer längeren Schaffenspause weiter. Jetzt habe ich zwar wegen einer weiteren Reise noch mehr aufzuarbeiten, aber egal - in die Hände gespuckt und los geht's nach Cádiz.

Do, 29.10.2015        Cádiz/Spanien, (keine Koordinaten) von 6.00 bis 16.00 h
Unsere Wanderung im Naturpark La Brena startet um 07.45 h. Unsere Gruppe ist klein und überschaubar, per Bus fahren wir eine Stunde bis zum Ausgangspunkt unserer 3 - stündigen Wanderung. Imposante Steilküsten, Pinienwälder, Dünenlandschaften und Marschland wechseln sich ab. Die ersten Kilometer gehen wieder über den lockeren, sandigen Dünenboden, so daß ich Angst habe, mir neue Blasen zu laufen. Die Klippen (acantilado) von La Brena ragen am höchsten Punkt 100 m über den Meeresspiegel, am Wachturm Torre del Tajo (Foto) aus dem 16. Jahrhundert haben wir einen überwältigenden Blick auf den Atlantik, dieser Ausblick entschädigt mich.



Wir können später auch den 34 m hohen Leuchtturm auf der Erhebung am Kap Trafalgar sehen, der 1860 errichtet wurde. Dort befindet sich ebenfalls die Ruine eines arabischen Leucht- und Beobachtungsturms (Almenara). Berühmt geworden ist das Kap durch die Schlacht von Trafalgar am 21. Oktober 1805, bei der die britische Flotte unter Admiral Nelson die vereinigte spanisch-französische Flotte vernichtete und Nelson den Tod fand.

 
Das letzte Stück fahren wir mit dem Bus direkt zum Kap, in dem farbenfrohen Hippieort Villa de Guadalupe bekommen wir in der Kneipe La Duna Erfrischungen und verschiedene Sandwiches. Ein Künstler bietet im Inneren seine coolen Lederwaren an, mir gefällt der Hippiestyle und im nachhinein ärgere ich mich, daß ich die eine Tasche nicht gekauft habe. Das obige Warnschild hing in mehrfacher Ausführung in den Gasträumen. Wir gehen nach dem Essen noch in Richtung Leuchtturm, dann wird es Zeit, mit dem Bus zum Hafen zufahren. Gegen 13.15 h sind wir wieder an Bord, es folgt die Durchsage des Kapitäns: Unser Kurs führt uns durch den Golf von Cádiz S – SW, durch die Straße von Gibraltar. Die Brücke ist gesperrt, weil hier in den Gewässern eine große Militärübung stattfindet. Wetter 21° und Sonne. Um 16.00 h nehmen Kurs auf Casablanca / Marokko – Entfernung 192 sm. SA 7.45 h, SU 18.32 h, Uhr 1 Stunde vor. 


Fr, 30.10.2015         Casablanca/Marokko, 33°36.510'N 7°36.660'W von 8.00 bis 20.00 h
Um 7.08 h kommt die Durchsage der Kreuzfahrtdirektorin Ulrike mit den Wetterdaten: Luftdruck 1020 hPa, 18°, 21° Wasser. Unseren Ausflug zu Fuß durch das Zentrum von Casablanca am Vormittag haben wir rechtzeitig gecancelt, wir wollen auf eigene Kappe in Rick's Café, um dort den obligatorischen Drink zu nehmen. Dieses Café wurde dem Filmset des berühmten Filmes "Casablanca" nach empfunden. Das ist eigentlich eine gute Idee, wir verabreden uns zu sechst um 12.15 h an der Gangway, um den Shuttle um 12.30 h zu nehmen. Der Matrose sagt uns, daß der Bus schon abgefahren sei. Die Pier scheint mit einem Altölfilm überzogen zu sein, nicht gerade einladend. In diesem Moment kommt der Ausflugsbus zurück, wir erfahren, daß unser Pianist im Café gespielt hat und daß man ohne Reservierung keine Chance auf Einlass hat. Wir gehen ins Bistro, dort gibt es mediterrane Spezialitäten. Um 20.00 h nehmen wir Kurs auf Arrecife / Lanzarote – Entfernung 431 sm. Durchsage vor dem Auslaufen: Wir kommen in ein großes Regengebiet, das uns den Staub von Casablanca abwaschen wird. Die Dünung wird sich wegen eines Tiefdruckgebietes aufbauen, die Kaltfront wird uns morgen erreichen. Am Abend spielt das Art Deco Trio (Link zur Website) in der Explorer Lounge – "Es hat der Wind ein Lied erzählt". Hui - das passt! Die Uhr wird wieder um 1 Stunde zurückgestellt, SA 6.47 h, SU 17.40 h.

Sa, 31.10.2015        Entspannung auf See
Uns weckt die 9.00 h Durchsage: Unsere aktuelle Position 31°55'N 10°24'W, 15 kn, 222°, 194 sm haben wir seit Casablanca hinter uns gebracht, Restdistanz 242 sm. Der Wind abnehmen, die Vorhersage 4,5 m See wegen des Tiefdruckgebietes im Nordatlantik, NW Dünung, Regenschauer, 18°, 20° Wasser, 1022 hPa, N6, 2m Seegang. Um 10.30 h hält Christine Reinke-Kunze (Link zu ihren Büchern bei Amazon)  einen Vortrag über "Die Kanarischen Inseln", über Makaronesien – die glücklichen Inseln, die da sind: Madeira, Azoren, die Kanaren und die Kap Verden. Heute ist Frühschoppen mit Bayrischen und Österreichischen Spezialitäten mit den Glorious Four. Um 17.00 h gibt es einen Vortrag über spanische Ausnahmearchitektur des 20. Jh. Um 18:30 h präsentieren Christine und Birgit "Die Antarktis" in der Explorer Lounge. SA 7.00 h, SU 18.00 h. 

Lavabomben auf Lanzarote

So, 01.11.2015        Arrecife/Lanzarote/Spanien, 28°58.130'N 13°31.630'W von 07.00 bis 18.00 h
Unsere Wanderung in den Feuerbergen startet um 9.00 h und soll um 13.30 h zurück am Schiff sein. Die Vulkane prägen das Landschaftsbild der Insel. Nach einer 30 - minütigen Busfahrt erreichen wir das Besucherzentrum des Nationalparks Timanfaya mit seiner bizarren Mondlandschaft aus Vulkanen und Kratern. Dort wird in einer künstlichen Grotte ein Vulkanausbruch simuliert. Von dem Besucherzentrum aus starten wir unsere Tour. Beeindruckend ist der Vulkan Montana Colorado mit seiner roten Flanke. An einigen Stellen liegen deponiert unterschiedliche Gesteinsbrocken der Guides, die uns als Anschauungsmaterial dienen. Je nachdem, was die Eruption des Vulkans an die Oberfläche beförderte, haben diese Steine verschiedene Farben und Einschlüsse. 
Wir wandern zur Caldera de los Cuervos (Rabenkessel), in der Caldera wachsen sehr viele wilde Geranien. Anschließend fahren wir mit dem Bus zurück zum Schiff durch die Weinanbaugebiete, die geprägt sind durch die flachwachsenden Rebstöcken geschützt durch die Trockenmauern. 



Schon um 15.00 h fahren die Busse zu den Jameos del Agua, diese Kunst- und Kulturstätte wurde 1966 von dem Künstler und Naturschützer César Manrique erbaut. Dort findet heute für uns ein Cocktailempfang und ein klassisches Konzert statt. Es singt die Sopranistin Ruth Terán (Facebookseite) begleitet von dem Pianisten Juan Francisco Parra, die Akustik in der Höhle läßt ihre künstlerische Fähigkeit sehr gut zur Geltung kommen.
Um 18.00 h nehmen wir Kurs auf Santa Cruz / La Palma – Entfernung 228 sm. Heute ist Abschiedsabend. Wetterdaten: leicht bewölkt, nachmittags sonnig, bei 20°, SA 7.06 h, SU 18.08 h. 



Mo, 02.11.2015        Santa Cruz/La Palma, 28°40.470'N 17°45.920'W, Pier 12.21 bis 22.00 Uhr
9.00 h Durchsage: Position 28°42’N 17°15’W, La Palma ist schon auf backbord zu sehen, das morgige Ziel La Gomera liegt achterlich. Teneriffa erreichen wir dann morgen Abend. Um 12.00 h nehmen wir den Lotsen auf, um dann um 12.30 h festzumachen. 35 sm Restdistanz, 193 sm seit Arrecife, 20°, 23° Wasser, leicht bewölkt, 1013 hPa, Dünung hat abgenommen, See N 3m. Am Vormittag werden die abreisenden Gäste mit Kofferbanderolen etc. für ihre Abreise ausgestattet. Nach einem frühen Mittagessen beginnt unser Ausflug 'Vulkan und Wein' um 13.30 h, als Begleitung ist Tilman Giezendorf (Website) dabei.  

Durch Weinberge, Kiefernwälder und erkaltete Lavaströme fahren wir zu dem Ort Fuencaliente (Link bei lapalma.de), diese Gegend ist bekannt für ihre Weinproduktion. Außerdem fanden hier die meisten Eruptionen statt. Unseren ersten Stopp machen am 657 m hohen Vulkan San Antonio, dort oben ist ein kleines Besucherzentrum mit Ausstellungsräumen mit Informationen zu geologischen Details. Am Parkplatz stehen drei Kamele, eines ist sehr zutraulich und läßt sich streicheln. Den Kraterrand erreichen wir nach etwa 15 min, er ist zur Hälfte begehbar, wir haben einen guten Blick von dort oben auf den 438 m hohen und jüngsten Vulkan Teneguia der Kanarischen Inseln. Er entstand erst 1971 während eines drei Wochen andauernden Ausbruchs. Mehrere Schlote unterhalb des San Antonio vereinigten sich zu einem. Da die austretende Lava zur angrenzenden Südküste floss und dort im Meer erkaltete, ist die Insel La Palma wieder gewachsen. Als Abschluß besuchen wir einen Weinkeller "Bodegas Teneguia", verspricht viel, aber die zwei Weine, die uns offeriert werden, überzeugen uns nicht. Der Weißwein geht gerade noch, den Roten kann man schlichtweg vergessen. Wir hätten statt der Verkostung lieber noch die Altstadt besucht. Um 16.30 h sind wir schon am Schiff, aber große Lust noch an Land zu gehen, haben wir nicht. Um 22.00 h nehmen wir Kurs auf La Gomera – Entfernung 55 sm. Wetterdaten: mittags leicht Schauer, später sonnig, leichte Bewölkung, max. 20°, SA 7.23 h, Su 18.25 h. 

Am Krater des Vulkans San Antonio

Di, 03.11.2015         San Sebastian/La Gomera, 28°04.960'N 017°06.580'W, 7.00 – 16.00 h, Santa Cruz/Teneriffa, Ankunft 22.00 h, Übernachtung an Bord (Overnight)
Um 7.10 h Durchsage der Kreuzfahrtdirektorin: Wir sind nicht alleine, auch die Aida Cara liegt hier mit 1100 Passagieren. Aber was soll's der Teide liegt in der Sonne, Wie wird das Wetter sonst? 18°, kein Regen, aber etwas bewölkt. 
Wir sind schon früh aufgestanden, da wir eigentlich auf Reede liegen und mit den Tendern übergesetzt werden sollten. Mit einem kleinen Bus fahren wir etwa eine halbe Stunde zum Ausgangspunkt unserer Wanderung im El-Cedro-Wald. Dieser märchenhafte Lorbeerwald (spanisch Laurisilva) El Cedro zählt zu den ältesten Regenwäldern der Welt mit seinen Lorbeerbäumen und dichten Farnen. 




Ich habe am tags zuvor unsere Bekannte überredet mitzukommen. Doch kaum aus dem Bus geht es im Affenzahn steil bergauf, uns bleibt die Luft weg und das Herz scheint aus dem Körper zu hüpfen. Wir wandern um den Gipfel des 1.487 m hohen Garajonay, 200 Höhenmeter bergauf, 700 Höhenmeter im Geröll bergab, 150 Höhemeter bergauf. Zu dritt routen wir um, unser Ausflugsleiter begleitet uns auf eine harmloseren Route und der Rest inklusive meinem Mann hetzt weiter. Es soll noch ab und zu Meuterei gegeben haben wegen dieses mörderischen Tempos. Wir geniessen noch die Aussicht auf dem höchsten Punkt und wandern gemütlich durch den schönen Wald herunter. Die Pasta im Bistro schmeckt doppelt gut und die kleine Mittagsstunde hilft auch. Der Kapitän gibt uns die Auslaufinformationen, bevor wir um 16.00 h Kurs nehmen auf Santa Cruz / Teneriffa – Entfernung 67 sm.
Wir essen nur eine Kleinigkeit zu Abend, weil wir noch mit Freunden an Land wollen. Unser Ziel ist eine Tapasbar, wie konnte es auch anders sein. Wir treffen noch viele von der Crew und haben richtig Spaß, es wird sehr früh. So eine Overnight ist ja auch immer schön.


Nachher ist Passagierwechsel für die Atlantiküberquerung nach Rio de Janeiro, aber das ist eine andere Geschichte...
 

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag
© Constanze Hoffmann

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