Donnerstag, 23. Dezember 2010

Ecuador und Galapagos 2010 (Teil 2 Galapagos Islands)

..oder was ist eine Schröte?
Wie ist dieses Wort entstanden? Dieser Ausdruck wurde von meinem Bruder kreiert, der in einer Patchworkfamilie mit seiner Frau und einer Wasserschildkröte namens Urmel lebt.



Die Galapagos-Inseln sind eine Inselgruppe von 14 großen (San Salvador –Santiago oder auch James, Santa Cruz, Floreana - Santa Maria, San Cristobal, Española, Genovesa, Santa Fe, Isabela, Fernandina, Darwin, Marchena, Pinta- Pinzon, Rabida und Baltra) und  über 100 kleineren Inseln. Sie liegen im Pazifischen Ozean und gehören zu Ecuador, von dessen Küste sie etwa 1000km entfernt liegen. Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs, noch heute gibt es vulkanische Aktivitäten.
Die in der Nähe des Äquators liegenden Inseln werden von aufsteigendem Tiefenwasser umspült, das sehr nährstoffreich und mit 20° C relativ kühl ist, dadurch entstand die einzigartige Artenvielfalt.
Aufgrund der hohen Entfernung von der Küste Ecuadors zeichnet sich Galapagos durch eine Vielzahl endemischer Tier- und Pflanzenarten aus. Leider hat die Einführung fremder Arten sowie die Jagd  im 19. Jahrhundert viele einzigartige Tierarten fast zum Aussterben gebracht. Die Galapagos wurden insbesondere durch Charles Darwin bekannt, der dort eine Reihe von Anstößen für seine Evolutionstheorie fand. Er besuchte auf seiner Weltreise vier Inseln im Jahre 1835 (15. September – 20. Oktober).
  
Bildquelle galapagosisland.net
03.11.2010 – 8. Tag:  Nach dem Frühstück geht es endlich in Richtung Galapagos Inseln, wir landen auf Baltra, dort sind die ansässigen Kreuzfahrtschiffe stationiert. Unser Park Guide heißt auch Silvia Panchana. Mit einem Panga geht an es Bord der S/S Sagitta, die als alles verstaut ist, Kurs auf North Seymour Island nimmt. Wir können uns mit dem Schiff vertraut machen und bekommen ein Mittagessen an Deck. Nach einer genauen Einweisung für das Verhalten an Land, machen wir einen 2- stündigen Ausflug und sehen unsere ersten Seelöwen, Blaufußtölpel und Fregattvögel.

Es gibt strenge Regeln zum Betreten der Inseln, die Größe der Gruppe ist auf maximal 16 Personen beschränkt und ein lokaler Guide muss immer dabei sein. Wichtig ist, einen Mindestabstand von 2 Metern zu den Tieren einzuhalten und auf den markierten Wegen zu bleiben, um die Gelege der Tiere nicht zu beschädigen sowie die Vegetation zu erhalten.

04.11.2010 – 9. Tag: Heute geht es zur Insel Santa Cruz, wir besuchen die Charles Darwin Forschungsstation in Puerto Ayora. Hier erfahren wir alles über das Aufzuchtsprogramm der Galapagos-Riesenschildkröten und Galapagos-Landleguanen auch Drusenköpfe genannt. Dort lebt auch Lonesome George mit seinen 2 Gefährtinnen. 

In einem Freigehege sind wir mit 2 etwas kleineren Exemplaren das erste Mal mit einer Riesenschildkröte von Angesicht zu Angesicht begegnet. Ein tolles Gefühl! Eine der beiden verspeiste eine Opuntienfeige und wurde davon ganz gelb im Gesicht. Wir haben noch Zeit zur freien Verfügung und gehen in die Town zum Shoppen, wir treffen uns am Anleger und fahren hinüber zum Angermeyer Point Restaurant. Unser Schiffskoch zaubert dort ein Barbecue. Das Restaurant liegt fabelhaft mit Blick über den Hafen, direkt an der Terrasse sind die Klippen voll mit Roten Klippenkrabben und Meerechsen. In den Bäumen sitzen Pelikane, und Fregattvögel, ausserdem sehen wir einen jungen Reiher und Tölpel. Nach dem netten Aufenthalt geht es per Bus weiter ins Hochland von Santa Cruz zur Farm mit dem Namen Rancho Mariposa. Dort sehen wir dann viele von den ganz grossen "Schröten". Einfach toll!!!

Sesuvien
Tag 10 - 05.11.2010: Heute gibt es eine nasse Anlandung in der Gardner Bay aus Espanola Island. Wir spazieren barfuss zwischen den Seelöwen umher. Leider beobachten wir andere Touristen, die sich nicht an den Mindestabstand halten. Vor dem Mittagessen haben wir die Möglichkeit vom Panga aus zu schnorcheln. Unter anderem sehen wir einen Galapagos Kaiserfisch. Das Wasser ist sehr trübe, aber voll mit kleinen Fischen und anderem Minigetier. Am Nachmittag geht es auf eine Wanderung in Punta Suarez mit grossen Kolonien von Blaufuss - und Maskentölpeln, Meerechsen, Albatrossen und Albatrossen und Gabelschwanz - Möwen. Mich fasziniert das Blasloch in den Klippen und die wundervolle Färbung der Sesuvien. Wir sehen ausserdem unsere erste Galapagostaube mit ihrem blauen Augenring, Lavaeidechsen, Goldwaldsänger und andere Finkenarten. Am diesem Tag sind wir einfach nur müde. 

Tag 11 - 06.11.2010: Wieder eine nasse Anlandung mit unserem Panga heute auf Floreana Island, wir nehmen Sandalen mit, da der Weg steiniger und der Mineralstrand sehr heiss sein wird. Dort ist eine schöne Lagune, die sonst von Flamingos und anderen Watvögeln bewohnt ist. Am Ende der Wanderung kommen wir an einen schönen weissen Sandstrand, an dem die Meeresschildkröten nisten. Deswegen ist es wichtig, immer auf die Markierungen bei den Begehungen zu achten! An dem Strand herrscht reges Treiben: Seelöwen, jede Menge der Roten Krabben sowie kleine schwarze Artgenossen, ein hektischer Sanderling sowie einen Pelikan und nervige Touristen, die sich einmal wieder nicht an den Mindestabstand halten. Unverantwortlich!!! Wir schnorcheln wieder und treffen eine Meeresschildkröte :) einen Seelöwen, verschiedene bunte Fische und einen Blaufusstölpel, der gerade vor uns taucht. Leider ist er auch schnell wieder weg gewesen, nicht mit der Kamera erwischt! Am Nachmittag die 2. nasse Anlandung in der Post Office Bay, hier kann man seine Post ohne Marke deponieren und nimmt selber welche mit, um sie bei dem Adressaten aus der Heimat abzugeben. Ein netter Brauch aus der Walfängerzeit.

Tag 12 - 07.11.2010: Nach der trockenen Anlandung spazieren wir über die Lavafelder in Punto Morena (Floreana Island). Es gibt dort schöne Lagunen und kleine Oasen inmitten dieser kargen Landschaft. Sie ist  eingerahmt von zwei Vulkanen, dem Sierra Negra und dem Cerro Azul. Heute haben wir das Glück Flamingos zu sehen sowie ein paar Bahama Enten. Die Lavaechsen sind auf dieser Insel fast schwarz. Auf dem Rückweg sehen wir Wasserschildkröten, Kormorane und einen Galapagos Pinguin. Nach dem typischen ecuadorianischen Sonntags-Mittagessen geht es per Panga zu einer schönen ruhig gelegenen Mangrovenlagune. Wir können dort mehrere Wasserschildkröten, Seelöwen in Bäumen liegend und viele Goldwaldsänger beobachten. Highlight sind natürlich die Galapagos Pinguine und 3 Adlerrochen, die in Formation vor uns schwammen. 


Tag 13 - 08.11.2010 Der Montagvormittag in der Urbina Bay (Isabela Island) beginnt mit einer 2- stündigen Wanderung über Lavafelder, Oasen-ähnliche Lagunen und eine vielfältige Flora und Fauna. Hier gibt es große Landleguane und eine große Vielzahl nur hier vorkommender Pflanzen. Wir werden auf den giftigen Apfelbaum hingewiesen, diese Art Baum ist leider der einzige größere Baum, der uns ein wenig Schatten spenden kann in der Hitze. Mitten auf dem Weg treffen wir eine kleine Landschildkröte. Da sie mitten auf dem Weg liegt, können wir unseren Abstand nicht einhalten, beleidigt zieht sie Kopf und Beine ein. Wir können wieder schnorcheln, das Wasser ist klarer aber kälter und unruhiger, so dass ich jede Menge Wasser schlucke. Entschädigt werde ich durch Kontakt mit einigen Wasserschildkröten. Am Nachmittag geht es nach Punta Espinosa (Fernandina Island).


Tag 14 - 08.11.2010 Der Morgen startet mit einer nassen Anlandung in Puerto Egas (Santiago Island), um dort bei einem Küstenspaziergang die große Vielfalt des gezeitenabhängigen Meereslebens zu erforschen. Es gibt wieder ein Nadelöhr ganz nah an Seelöwen vorbei, die nicht sehr erfreut sind. An den Blättern der Crotons sieht man, wie sich die Pflanzen den Wetterbedingungen dort anpassen. Auf 
dieser Insel gibt es wieder den giftigen Apfel, Opuntien, Baccaries (rote Äste), Akazien, Cordien mit schönen gelben Blüten, Strandwinden und den Dornbusch. An einem anderen Strand sehen wir dann Seebären, auch sie gehören wie die Seelöwen zu den Ohrenrobben. Auch sind zahlreiche Meerechsen, Austernfischer, Krabben, Krabbenreiher, Steinwälzer und Wasserläufer zu sehen. 

Die Steinformationen und Farben dieser Landschaften haben mich zu meinem Fotoalbum inspiriert: Die Natur als Künstler. Dann geht es an Bord zurück, wir wollen weiter nach Bartolome im Westen der Insel. Auf der Überfahrt sehen wir einige Mantarochen springen und dann sehen wir zwei Orcas, ich habe mir die ganze Zeit gewünscht, welche zu sehen. 

In Bartolome steigen die anderen auf den Gipfel, um den Panoramablick über Bartolome und den berühmten "Pinnacle Rock" zu sehen. Am Abend haben wir unser Abschiedsessen an Bord, der Kapitän gibt einen Cocktail aus. Die Koffer müssen schon gepackt werden. 





Tag 15 - 09.11.2010:  Unser letzter Tag auf den Galapagos Inseln :(
Um 6.oo h (vor dem Frühstück!) geht es auf eine Pangatour in Black Turtle Cove (Santa Cruz Islands). Zwischen den Mangrovenwälder suchen wir nach Tieren, wir sehen Adlerrochen, einige Schröten, Weißspitzenriffhaie und lauschen dem Gesang der Goldwaldsänger. Wir können in dem flachen, trüben Wasser auch einige andere Fische unter anderem einen Kugelfisch sehen. Auf einem Stein sitzt unser letzter Blaufußtölpel, um uns zu verabschieden. Nach einer Stunde geht es zurück an Bord zum Frühstück, der Rest wird verstaut, wir verabschieden uns von unserer Crew (EINFACH TOP) und ab geht es zum Anleger. Am Flughafen werden noch ein paar Souvenirs erstanden,  wir verabschieden uns von Silvia 2. Dann die letzten, wehmütigen Blicke vom Flieger auf diese einmalige Gegend.

"Auf Wiedersehen Galapagos!"

Wir treten unsere Rückreise an, zuerst aber noch einmal zurück nach Quito, dort heißt uns Richard Hoffmann willkommen. Bei unserem gemeinsamen Abendessen lassen wir diese Reise Revue passieren. 


Tag 16 - 11.11.2010: Unser Flug geht heute erst am frühen Abend. Ich nutze die Zeit, mein Logbuch auf Vordermann zu bringen. Wir relaxen, bummeln durch Quito, dann heißt es auch: " Auf Wiedersehen Ecuador!"

Fazit dieser Reise: Einmalig, ich bin sicher, daß ich auf jeden Fall wieder hierher kommen werde. 
Aber das ist eine andere Geschichte :)


Vielen Dank Richard, Sylvia und Silvia 2 und der Crew der Sagitta für die nette Betreuung.  

Hier geht es zu meinem Fotoalbum.


Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!
© Constanze Hoffmann

Kommentare:

  1. Lonesome George ist verstorben:
    http://www.focus.de/wissen/videos/galapagos-inseln-riesenschildkroete-lonesome-george-ist-tot_vid_31972.html

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  2. Ja, ich habe Lonesome George auch noch kurz vorher gesehen... ;-) 2012 nämlich bei meiner Galapagos-Tour. Möchtest du nochmal hin oder hast dus für dich gesehen?

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