Sonntag, 29. März 2015

Rund um Südamerika in 76 Tagen - Teil 1

- Karibikparadies, Regenwald, Piraten und Maya Kult 
Seekarte der Route by Bordfotograf Huy


Wir starten eine fantastische Reise rund um Südamerika zuerst auf den Spuren von Miami Vice, wer kennt sie nicht die alte Kultserie der 80er Jahre? Um dann ein paar Tage später staunend vor den geheimnisvollen Mayatempeln und Pyramiden zu stehen - eine Reise von der Moderne in die Vergangenheit.



Sa 03.01.2015       Miami/Florida/US, Marine Passenger Terminal "J" ab 21.00 h
Am Samstag steigen wir in Miami auf die Europa 2, die unsere Heimat für die nächsten 10 Wochen sein wird. Nach der Seenotrettungsübung heißt es Leinen los - Kurs Key West in 161 sm. Miami verabschiedet sich von uns am Abend mit seiner bunt illuminierten Skyline. Kapitän van Zwamen begrüßt uns herzlich an Bord und wir geniessen den ersten Abend an Bord bei angenehmen Temperaturen. Wettertrend sonnig, um 26°, SA 07:07 h, SU 17:42 h. 

So 04.01.2015         Key West/Florida/USA - Key West Outer Mole Pier, 9.00 – 20.00 Uhr 
Das nächste Ziel Key West ist der südlichste Punkt der USA, bis Kuba sind es nur noch 90 Meilen offene See. Die Stadt mit den Holzhäusern ist bunt und lebhaft. Am heutigen Sonntag erkunden wir die Sehenswürdigkeiten Key Wests mit dem legendären seit 1958 bestehenden Conch Train. Überall sehen wir noch die Weihnachtsdeko, die nicht wirklich zu den Temperaturen passt. Auf einem dicken Ast sehe ich einen dicken Leguan, der ein Sonnenbad nimmt. Vorbei geht es unter anderem am Hemingway House, dem Light House Museum. 

Am Nachmittag auf einem Katamaran erfreuen wir uns an dem traumhaften Wetter und entdecken die Unterwasserwelt auf einen Schnorchelausflug. 

Unsere nächste Destination heißt Playa del Carmen – Entfernung 378 sm, um 20.00 h legen wir ab. Ab 22.00 h findet der Kapitänsempfang im Theater statt, uns werden die wichtigsten Offiziere vorgestellt mit anschließender Poolparty unter den Sternen. Wettertrend sonnig, um 25°, SA 07:12 h , SU 17:52 h.

Mo 05.01.2015         Entspannung auf See
Ich freue mich auf den folgenden Seetag, ich liebe Seetage, man kann so richtig die Seele baumeln lassen. Dieser Tag lädt ein, die Europa 2 kennenzulernen. An den Seetagen öffnet die Brücke meistens am Vor- und Nachmittag ihre Tore und wir können dem Kapitän und seinen Offizieren über die Schulter schauen. Zwei uns bekannte Lektoren, Kai Schepp und Knut Edler von Hofmann, sind an Bord und versorgen uns täglich mit den Infos für die nächsten Tage. Kai Schepp berichtet um 10.30 h über  die "Vielfältige Halbinsel im Osten Mexikos" und Knut Edler von Hofmann um 15.00 h über die  "Maya-Kultur: Chitzen Itza, Tulun und Coba". Um die Mittagszeit hält uns der Kapitän mit nautischen Daten auf dem Laufenden und das Bord-TV bietet aktuell Interviews mit Crewmitgliedern an und der Lektor Schepp stimmt uns auf die nächsten Destinationen ein. Der Bordgalerist Mirko Freiwald bietet täglich Gespräche und Führungen rund um das Thema Kunst an. Wer will, kann bei dem Tanzpaar Maruis Lepure & Otlile Mabuse Stunden nehmen. Es laufen unterschiedliche Shows und Konzerte mit Mr. Rod, Tim Boltz und Lars Redlich, auch das 3D Kino lädt mit aktuellen Filmen und Klassikern ein. Für Klassikfans spielen Sopranistin Christine Karg begleitet vom Pianisten Joseph Middleton. Die verschiedenen Bars locken mit farbenfrohen Cocktails oder anderen Getränken und unser Bordpianist Simon Rawalski untermalt das Ganze. Für die Aktiven ist ebenfalls gesorgt, über Yoga bis miha bodytec - mein Favorit, ist hier an Bord für jeden etwas dabei. Wettertrend 27°, sonnig, SA 06:16 h, SU 17:10 h.

Cobá, Nohoch Mul-Pyramide, El Castillo

Di 06.01.2015          Playa del Carmen/Mexiko, 7.00 – 10.00 Uhr Cozumel/Mexiko, 11.30 – 20.30 Uhr 
Am 06.01. besuchen wir Mayastätten Cobá und Tulum, wir sind fast 12 Stunden unterwegs. Wir werden mit einheimischen Fähren übergesetzt, eine spannende Sache, da starker Schwell herrscht. Im Bus erfahren wir von unseren Guides alles Wissenswertes über Mexiko und über das liebste Möbelstück der Mexikaner - die Hängematte. Hätten Sie's gewußt? Wir lernen die Mayas kennen, Ihr Zählsystem und den Mayakalender, der im Jahre 2012 und davor für Weltuntergangstimmung sorgte.  


http://www.die-maya.de/wp-content/uploads/2012/03/zahlensystem1.jpg Bildquelle - www.die-maya.de

Nach 2 Stunden erreichen wir Cobá, was übersetzt in der Sprache der Maya, Ort des vom Winde gekräuselten Wassers heißt, da es zwischen den Dolinenseen liegt. Bis in das 17 Jh. lebten die Maya dort, aber erst 1891 wurde die Stadt wieder entdeckt. Wir erkunden das weiträumige Areal mit 2 Spielfeldern und einer großen Pyramide, von derer Spitze man einen atemberaubenden Blick über den Urwald hat. INAH: Virtueller Rundgang durch Cobá.

Impressionen aus Tulum - Tempel des Windes
In Tulum angekommen, haben wir ein landestypisches Mittagessen, bevor es weiter zu den rätselhaft erscheinenden Tempeln von Tulum geht. Die Tempelstadt, die früher Zama, die Stadt vor dem Sonnenaufgang hieß, erhebt sich auf einem Felsplateau und gewährt uns eine herrliche Aussicht auf die Weite des Meeres. In einer Höhle sehen wir Schwanzspitzen von Leguanen aus Felsspitzen lugen, die wohl in der Kühle der Felsnischen ihre Siesta halten. 

Per Bus fahren wir weiter nach Playa del Carmen, um auf eine 40 - minütige, schauklige Fährüberfahrt nach Cozumel anzutreten, wo die Europa 2 auf Reede liegt. Diesmal legen wir aber an der Pier an und werden mit anschließend mit schiffseigenen Tendern zum Schiff zurückgebracht. Wettertrend 27°, bewölkt, Regenschauer möglich, SA 06:25 h, SU 17:22 h. 

Mi 07.01.2015          Belize/Belize, 12.30 – 21.00 Uhr
In Belize am Mittwoch, den 07.01. entscheiden wir uns für einen künstlichen Seetag, da heute vier große Kreuzfahrtschiffe vor der Stadt auf Reede liegen. Wir geniessen die Saunalandschaft, die uns "ganz alleine" gehört. Im Fernsehen sehen wir uns den Vortrag von Kai an über "Belize und Honduras" und später Knuts mit "Geheimnisvolle Orte: Altun Ha und Copan". Wir probieren heute das Sakura aus, das Sushi Restaurant an Bord,  und sind total begeistert. Es wird unser Lieblingsrestaurant. Wettertrend wechselhaft, um 27°, SA 6.24 h, SU 17.33 h. 

Fortaleza de San Fernando Omoa

Do 08.01.2015         Puerto Cortes/Honduras, Berth Nr. 4/ 7.00 – 21.00 Uhr 15°50.60'N 87°56.99'W
Der Name Honduras kommt von dem spanischen Wort hondura, welches Tiefe bedeutet. Honduras liegt an der breitesten Stelle der mittelamerikanischen Landbrücke und grenzt im Südosten an Nicaragua, im Nordwesten an Guatemala und im Südwesten an El Salvador. Die Südküste liegt am Nordpazifik, im Norden liegt das Karibische Meer. Hier reicht das von Flüssen, Sümpfen und Lagunen durchsetzte Küstentiefland 70 Kilometer ins Landesinnere hinein. Durch das vorwiegend gebirgige Land verläuft von Ost nach West ein Bergmassiv, das von mehreren Flüssen durchzogen wird. Die höchste Erhebung des Landes ist der Cerro Las Minas mit 2870 Meter Höhe. Dem Golf von Fonseca im Südwesten sind zahlreiche vulkanische Inseln vorgelagert. In den Tälern an der Karibikküste befinden sich zahlreiche Bananenplantagen. Der Großteil der Bevölkerung lebt im Westteil des Landes und im Departamento Cortés nördlich des Yojoa-Sees.
 
In Puerto Cortés / Honduras am Donnerstag besuchen wir die Festungsanlage San Fernando in Omoa, diese wurde von 1752 – 1780 erbaut. Der Himmel sieht düster aus, aber unser Guide Miguel verspricht, daß er einen Deal mit "Chaac" dem Regengott geschlossen hätte. Puerto Cortés hieß früher Puerto Cavallos, weil hier zwei Schiffe einer großen Flotte mit sehr vielen Pferden untergingen. Um nicht immer daran zu erinnern, wurde der Hafen umbenannt in Puerto Cortés nach Fernando Cortés, der aber laut Guide Miguel nie hier gewesen sein soll. Er erzählt noch viel mehr über die Geschichte der Stadt und das Land, aber das sprengt den Rahmen dieses Beitrags. Eines aber noch zu der Währung, sie heißt Lempira - Link zur Person (Lord of Mountain) nach einem gleichnamigen Kaziken - einem Einheimischen, der auch auf dem "Un Lempira" Geldschein (Währung) abgebildet ist. Auf der Rückseite sieht man die Pyramide von Copán, einer imposanten Mayastätte im Regenwald. Außerdem erzählt er von liegenden Polizisten, kenne Sie nicht? Es sind dicke Taue auf der Straße  zur Geschwindigkeitsreduzierung vor Ortschaften.

Zeichnung von Lempira, von der honduranischen 1 Lempira Banknote abgezeichnet - Quelle Wikipedia

Miguels Deal mit dem Regengott klappt nicht so wirklich, denn als wir an der Festung ankommen, gießt es in Strömen. Wir halten uns erst im Museum auf und gehen anschließend in die Festung. Und siehe da, Chaak ist uns wohlgesonnen, die Sonne scheint und wir können vom Plaza de Armas, die alte Pulverkammer, die Kanonenkugellager, Schlafsäle, die Kapelle sowie Küchen – und Speiseräume erkunden. Vom oberen Felsplateau biete sich uns ein fantastischer Blick auf das Meer und die grüne Bergwelt des Hinterlandes. Zum Mittag kehren wir zum Schiff zurück, am Abend lädt der Kapitän alle 58 Südamerika - Umrunder ins Belvedere zum Cocktail. Wettertrend sonnig, um 25°, SA 06:21 h , SU 17:35 h. 
Relaxtes Faultier


Fr 09.01.2015          Coxen Hole Port/Roatán/Islas de la Bahia/Honduras , 7.00 – 14.00 Uhr, 16°18.738’N 86°32.685’W
Wir liegen an der Pier von Coxen Hole Port auf der Insel Roatan, die von Hurrikan Mitch 1998 stark verwüstet wurde. Ein kurzer Bustransfer bringt uns zum Bootsanleger der kleinen Insel und Resort namens Little French Key auch bei Facebook. Diese Insel gehört zum zweitgrößten Korallenriff der Welt. Ein kurzer Bootstrip trennt uns von dem kleinen traumhaften Karibikparadies mit Sonnenliegen, Hängematten, Gelegenheit zum Kanufahren, Schnorcheln, Pferdereiten und vielem mehr. Der kleine Zoo der Insel mit hauptsächlich geretteten Tieren, darunter einem Jaguar und einem Löwen, unzähligen Affen und gefiederten Bewohnern lädt zum Spazieren ein. Mitten im kleinen Zoo hängt ein junges Dreizehenfaultier im Baum und über meiner Liege entdecke ich einen weiblichen grünen Leguan. Es gibt ein typisches leckeres Mittagessen, bevor es wieder auf das Boot zurück zum Anleger geht. Am Mittag meldet sich der Kapitän von der Brücke: Er rechne mit einigen Schiffsbewegungen, wir haben 3 m Welle. Wir nehmen Kurs auf Puerto Limón. Heute treffen sich alle Südamerika Umrunder zum Kapitänscocktail zum ersten Mal oben im Belvedere. Wettertrend: bewölkt, um 25°, SA 06:16 h, SU 17:9 h.

Sa 10.01.2015      Seetag 
Heute lautet das Thema des Tages: Albert Ballin, der Erfinder der modernen Seefahrt. Seine geniale Idee im Januar 1891 den Schnelldampfer "Augusta Victoria" auf Vergnügungsreise ins Mittelmeer zu schicken, war trotz Bedenken seiner Kollegen ein voller Erfolg. Wieder ein Tag um die zahlreichen Annehmlichkeiten der Europa 2 zu geniessen. Der Kapitän informiert uns über eine Routenänderung, wir nehmen direkten Kurs auf Colón / Panama. Wetterbedingt wurde der Hafen von Puerto Limon gesperrt, da die Wellen zu stark in das Hafenbecken drücken. Beim Hapag Lloyd Clubcocktail erfahren wir, daß die TUI Group die Europa 2 gekauft hat.Hier geht es zum Artikel.  Unser nächstes Ziel ist Colon (Cristobal) – Entfernung 691 sm, SA 05:55 h, SU 17:21 h.


So 11.01.2015         Colon/Panama 09°21.168’N 79°54.420’W, Colon (Cristobal) Cruise Port, 7.00 – 19.00 Uhr
Thema des Tages – Panama – ein wunderschönes kleines Land zwischen Costa Rica und Kolumbien gelegen. Das kleine Panama strebt an seine Naturschätze für die Nachwelt zu erhalten. Die Nationalparks und Schutzgebiete machen immerhin ein Drittel der Fläche des Landes aus. Hunderte Spezies von Säugetieren, Reptilien und Amphibien und über 900 Vogelarten leben hier. Außerdem befindet sich hier die wichtigste Wasserstraße der Welt – der Panamakanal. Die Europa 2 liegt genau im Containerterminal, so nah kommt man selbst in Hamburg nicht heran. 

Wir wollen uns heute den Regenwald mit einer Seilbahn aus der Vogelperspektive ansehen. Link zur Gamboa Seilbahn - www.visitpanama.com/. Während der Busfahrt zum Gamboa Resort werden wir von unserem Guide auf Panama eingestimmt. Zu fünft mit einem Guide in den offenen Seilbahnkörbe sehen wir zwei Leguane in den Bäumen sowie einen kleinen und großen Kaiman im Wasser. 

Bananenspinne

An der oberen Station steigen wir aus, dort hat  eine Bananenspinne ihr Netz am Wegesrand gesponnen. Wir steigen auf die Aussichtsplattform, mit ihrer leicht ansteigenden Rampe ist sie gut zu erklimmen. Dort sehen wir ein junges Faultier im Baumwipfel hängen und haben einen sagenhaften Blick hinüber zum Panamakanal. Ein Besuch im Schmetterlingshaus mit wunderschönen blauen Morphofaltern rundet den Ausflug ab. Direkt vor unserer Veranda können wir das Be – und Entladen eines großen MSC Containerschiffes beobachten. Imposant ragen die Containerbrücken direkt vor unserer Suite in den Himmel. Um 19.30 h meldet sich Kapitän van Zwamen: Auf unserer Etappe nach Cartagena machen wir noch einen Stopp auf der Insel Isla Aguja (http://panamatravelunlimited.com), die zu den San Blas Inseln gehört. Entfernung 82 sm, dort wollen wir um 08.00 h ankern. Wir rechnen in der Nacht mit 3 – 3,5 m Wellen, es könnte ein paar "Schlaglöcher" geben. Wettertrend: sonnig, bis 29°, SA 5.52 h, SU 17.27 h. 

Die farbenfrohen Molas der Kuna

Mo 12.01.2015         Statt Seetag, Isla Aguja / San Blas Position: 09°29.901’N 78°56.082’W (Reede) 8.00 – 16.00 h
Wir verbringen einen schönen Tag auf der Isla Aguja, mit den Tendern werden an den Steg übergesetzt. Bei der Überfahrt können wir schon die Braunpelikane erkennen, die sich in die Fluten stürzen, um Fische zu fangen. Interessant ist die Geschichte des Inselvolkes – der Kuna, einer indigen Ethnie Panamas. Sie flohen wegen der spanischen Invasion auf das Archipel. Ursprünglich trugen sie kaum Kleidung und schmückten ihre Körper mit bunten Verzierungen. Wegen der Missionare begannen sie, Kleidung zu tragen, die sogenannten Molas. Sie verzierten diese mit den Mustern ihrer Körperbemalungen. Die wunderschönen bunten Molas werden an den Ständen zum Kauf angeboten. Wettertrend: leicht bewölkt, um 27°, SA 06:35 h, SU 18:12 h.

Cartagena Impressionen

Di 13.01.2015          Cartagena/Kolumbien, Pier 2, SPRC, 8.00 – 19.00 Uhr, 10°24.202'N 75°31.923'W
Heute steht die wunderschöne Stadt Cartagena in Kolumbien auf dem Programm, in der sich moderne und das landestypische mit dem Einfluss europäischer Kultur vermischen. 1984 wurde die Stadt zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Cartagena liegt an der Karibikküste im Norden des Landes, zum Landesinneren durch eine Bergkette geschützt. 
Wir wollen die Altstadt bei einem Stadtrundgang am Vormittag erkunden. An der Festung San Felipe de Barajas (engl). legen wir einen Fotostopp ein. Sie wurde einst als Bollwerk gegen Piraten unter anderem Sir Francis Drake erbaut. Über uns sehen wir Truthahngeier kreisen, wir suchen Schutz vor der Sonne unter den prächtigen Königspalmen. Wir besuchen die Bastion Santo Domingo sowie die Santo Domingo Kirche, der älteste Kirchenbau Cartagenas, spazieren vorbei an der Kathedrale, am Goldmuseum und den zahlreichen bunten restaurierten Fassaden mit den Balkonen, die mit Ihrer Blütenpracht ein Augenschmaus sind. Sehenswürdigkeiten etc. auf http://de.wikivoyage.org/ . Wir sehen eine große Gruppe Gäste der Europa 2 an uns mit Pferdekutschen vorbeifahren. Am Nachmittag wird relaxt, genau wie am nächsten Seetag. Kurz vor dem Auslaufen meldet sich der Kapitän, sie müssen das nautische Equipment kalibrieren. Dafür müssen sie eine 360° Drehung fahren, um den Magnetkompass zu kompensieren.
Übermorgen um 7.00 h erreichen wir Willemstad. Der Seegang wird nachlassen, wir haben die Grenze der Schlechtwetterzelle erreicht. Wetter morgen 26°, leicht bewölkt. Distanz 456 sm mit östlichem Kurs. In der Sansibar lautet das Motto heute "Neue Deutsche Welle", es wird früh. Wettertrend leicht bewölkt, bis 31°, SA 6.23 h, SU 17.58 h. 


Mi 14.01.2015          Entspannung auf See 
Wir schlafen heute länger, dazu passend das Tagesthema – Zeitmesser an Bord – die Glasenuhr. Durch Glockenschläge – das Glasen wird in der Schifffahrt die Uhrzeit angegeben. Die Bezeichnung Glasen leitet sich vom Ablaufen und Umdrehen der Sanduhren – eines Halbstunden – und eines Viertelstundenglases – her. Durch Anschlagen der Schiffsglocke wurde die Häufigkeit des Umwendens angezeigt. Um 10.22 h weckt uns die Durchsage des Kapitäns: Es ist wieder ruhiger geworden, noch 233 sm Restdistanz, werden um 7.00 h morgen in Willemstad sein. 24°, Wasser 24°, an der Küste Kolumbiens entlang, 600 m Wassertiefe. Heute findet das Generalmanöver für die Crew statt, dadurch kann der Service an Bord eingeschränkt sein. Durchsagen gelten nur für die Crew.

Zum Frühstück gehen wir in die Sansibar, kleines Frühstück – TRX steht auf dem Programm. Für uns ist heute Schontag, ich schreibe und bearbeite Fotos. Ein geplantes Rum Tasting am Abend verschlafen wir. Etappe nach Willemstad (Curacao) - Niederländische Antillen - Entfernung 456 sm, SA 7.19 h, SU 18.40 h. 
Farbenfrohes Willemstad



Do 15.01.2015         Willemstad/Curacao/Niederl.Antillen/Niederlande, 7.00 19.00 Uhr Mega Pier
Ein nächstes Highlight besuchen wir am Donnerstag, den 15.01. Willemstad / Curacao, ein holländisches Kronjuwel unter Palmen. Curacao ist eine kleine Insel mit 444 km2 in der südlichen Karibik. Einige Strände sind naturbelassen und die Unterwasserwelt wurde vor mehr als 20 Jahren unter Naturschutz gestellt. Punda -  Willemstad ältester Stadtteil ist ebenfalls UNESCO Weltkulturerbe. Allein die bunten Häuser sind ein Hingucker und laden zum Bummeln ein. Die Stadt ist in zwei Viertel unterteilt, Punda und Otrobanda, verbunden durch die Königin-Emma-Pontonbrücke. Direkt an der Hafenpromenade liegt das Fort Rif, ein um 1928 zum Schutz der Insel erbautes Fort. Wir kommen am schwimmenden Markt vorbei, wo Obst und Gemüse angeboten werden und spazieren durch eine Gasse, in der zwei einheimische Künstlerinnen ihre Kunst anbieten. Unser Ausflug endet am Maritimen Museum, in dem die 500-jährige Seefahrtgeschichte dargestellt wird.

Kurz vor 19.00 h meldet sich der Kapitän: Der Lotse sagte, es würde regnen, wir hatten Glück. Die Show heute Abend fällt aus, weil ein Artist einen Unfall hatte. Wir wünschen alles Gute! Es sind noch 142 sm bis zur nächsten Destination. Um 7.00 h Ankunft vor der Insel, ab ca. 8.00 h richten wir einen Zodiactransfer ein. Es wird ruppig in der Nacht. 
Wir kaufen noch ein paar Lose, die dem Crew Fond bei der Versteigerung zu Gute kommt. Am Abend findet nach dem Essen die Verlosung dreier Europa 2 Unikate und die Verabschiedung im Theater statt, danach sollte die Show "World Wide Wonder" stattfinden. Aber da die Sängerin Rowen vom Ensemble Fame vom Auto angefahren wurde, springt die Bordband Cremiso ein. Wettertrend: bewölkt, um 26°, SA 7.00 h, SU 19.00 h. 

Fr 16.01.2015          Islas Los Roques/Venezuela, 7.00 – 18.00 Uhr
Zodiacanlandung auf der Islas Los Roques / Venezuela am Freitag, den 16.01. Los Roques (span. Archipiélago Los Roques) ist ein Archipel, der ungefähr 90 Seemeilen nördlich von Caracas im Karibischen Meer liegt und zu den venezolanischen Bundesterritorien gehört. Dieses Korallenriff ist Heimat unzähliger Meerestiere und Seevögel. In vergangenen Jahrhunderten dienten die Inseln als Versteck für Seeräuber, die hier zwischenlandeten und ihre Fregatten versteckten.

Am Strand lädt die Crew zu einem Barbecue ein, wir verbringen einige nette Stunden auf der Insel bei bestem Wetter. Kurz vorm Ankerhieven meldet sich der Kapitän: Jetzt geht es weiter nach La Guaira in 100 sm Entfernung. Dort geht unsere erste Etappe zu Ende und es beginnt die zweite Reise. 

Trostloser Blick auf La Guaira

Da kann man sich doch freuen, wenn es einem gut geht. Es wird viel auf hohem Niveau geklagt!

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag
© Constanze Hoffmann 


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