Samstag, 25. April 2015

Von Halifax nach Cuxhaven 04.06. - 17.06.2006



oder meine erste Atlantiküberquerung mit der MS Hanseatic (Überarbeitete Version)

Der Atlantik ist nach dem Pazifik das zweitgrößte Weltmeer, er bedeckt ca. 106 Millionen km². Der Atlantische Ozean, wie er auch genannt wird, entstand durch die Teilung der erdgeschichtlichen Kontinente Laurasia im Norden und Gondwana im Süden und trennt heute Europa und Afrika vom amerikanischen Kontinent. Seine durchschnittliche Tiefe beträgt 3 300 m und die größte Tiefe 9 219 m (Puerto-Rico-Graben). Die Länge des Atlantiks beträgt 21 300 km (Nord-Süd) und die Breite 5 500 km. Der Atlantik umfasst als Nebenmeere: Nordpolarmeer, Baffinmeer, Europäisches Nordmeer, europäisches und amerikanisches Mittelmeer, Hudsonbai, Nord- und Ostsee und Weddellmeer. Er ist der verkehrsmäßig wichtigste unserer drei Ozeane. 
Neben den natürlichen Verbindungen zu den angrenzenden Weltmeeren existieren auch von Menschen geschaffene Verbindungen, wie der Suezkanal, er verbindet das europäische Mittelmeer mit dem Roten Meer und dem Panamakanal, verbindet das amerikanische Mittelmeer mit dem Pazifik. Weitere Informationen erhalten Sie bei  Wikipedia oder bei wissen.de





Nach unserem Halifax Abenteuer auf den Spuren der Wikinger geht es in Richtung Heimat auf meine erste Atlantiküberquerung, ich bin total aufgeregt. 


Tag 1 - 04.06.2006  - Halifax / Nova Scotia
Nach unserem Landausflug nach Peggy's Point nimmt die Hanse nun Kurs auf St. Bridge / Neufundland - Entfernung 436 sm.

Tag 2 - 05.06.2006 - Auf See 
Das Lektorenteam und die Offiziere dieser Reise werden vorgestellt, heute ist wieder Welcome Cocktail und Dinner mit dem Kapitän.

Tag 3 - 06.06.2006 - St. Bridge / Neufundland
Gegen 08.00 Uhr gehen wir vor Anker, es ist sehr neblig. Ich lege einen Künstlichen Seetag ein. Am Nachmittag lichtet sich der Nebel und wir laufen in Richtung St. John's aus - Entfernung - 178 sm. Hier geht es zur offiziellen Website der Stadt.
 
Tag 4 - 07.06.2006 - St. John's / Neufundland

Da wir hier beim letzten Mal einen Ausflug gemacht haben, ziehen wir heute auf eigene Faust los. St. John's ist für Nordamerika architektonisch untypisch, die Straßenläufe wurden hier gekrümmt angelegt, um im Falle eines Feuers die Ausbreitung zu verhindern. Eine wunderschöne Stadt mit vielen historischen Häusern im Kolonialstil, sowie Kirchen und eine fantastische Feuerwache

Wir besichtigen das Museum The Rooms, in dem die Kultur Neufundland und Labrador zusammen kommt - Geschichte, Erbe und künstlerischer Ausdruck. The Rooms ist das Landesarchiv, Art Gallery and Museum in einem. Dann geht es zurück an Bord, da wir um 13.00 Uhr in Richtung Bantry auslaufen wollen. Wir haben ruhige See und etwas Nebel, laut einiger Einheimischer haben wir mit dem Wetter richtig Glück gehabt. Das stimmt mich ruhig. Am Abend haben wir eine Show mit allen Künstlern dieser Reise, wir lernen auf diesem Trip Claus Debusman kennen - Mr. Redshoe.

Tag 5 - 08.06.2006 - Auf See - Kurs Bantry / Irland
Erster Seetag, die See ist ruhig. Sie sieht aus wie ein Spiegel, teilweise Nebelfahrt. Um 10.15 Uhr findet eine Brückenführung mit dem Kapitän statt, er erklärt interessierten Passagieren die Brücke. Nach dem Essen bekommen wir in einer kleinen Gruppe eine Maschinenraumführung, die ist sehr interessant! Am Abend spielt Mr. Redshoe - sein Motto Kreuzfahrtfieber. Zum Einstimmen und Kennenlernen ein YouTube Video mit ihm. 

Tag 6 - 09.06.2006 - Auf See
Zweiter Seetag, die See ist ruhig, wir haben 3 - 4 Windstärken. Es werden mehrere Lichtbildvorträge in der Darwin Hall gezeigt, die man aber auch bequem von der Kabine auf dem Bordkanal verfolgen kann. Nach dem Abendessen findet dann das Highlight des Tages, eine Party auf dem Pooldeck statt - Fußball WM Eröffnungsparty. Eine herrscht Superstimmung an Bord!!
 
Tag 7 - 10.06.2006 - Auf See
Dritter Seetag, der Wind brist auf, wir haben jetzt 5 - 6 Windstärken und auch stärkere Bewölkung. Heute ist Frühschoppen, lecker Bufett, Freibier und Musik in der Explorer Lounge. Am Abend gibt es eine musikalische Darbietung mit dem Motto "Zwischen Tag und Traum". Nachts legt der Wind noch weiter zu.
 
Tag 8 - 11.06.2006 - Auf See

Vierter Tag auf See, es hackt. Das Barometer ist im Keller. Ab 4.00 Uhr morgens steigt es dann wieder leicht. Die schlimmste Zeit ist gegen Mittag, die Wellen schlagen bis zum Restaurantfenster hoch. Es gestaltet sich alles ein wenig schwierig, aber dennoch sind alle wohlauf. Um 16.00 Uhr machen wir eine Küchenbesichtigung, immer eine Hand für das Schiff. Der Wind kommt von der Seite, Windstärke 9 - 10, in Böen 11. Das macht den Ablauf an Bord nicht wirklich leichter. Das Motto des Abends "Klassik trifft Pop", Alexander Gorlenko am Klavier wird von der Odeyssey Band begleitet. Der Wind läßt nach - nur noch Windstärke 7 - 8.

Tag 9 - 12.06.2006 - Bantry / Irland

Wir laufen in Bantry ein, ankern zur Mittagszeit. Endlich einmal wieder Land unter den Füßen. Per Bus geht es auf eine 6 1/2 - stündige Tour - Ring of Kerry, Muckross House und das Seengebiet von Killarney. Ich bin gespannt, da ich vorher noch nicht auf Irland gewesen bin. Auf der 2 - stündigen Panoramafahrt auf einem Teilstück des Ring of Kerry, den Busse wegen der Enge der Straßen nur in einer Richtung (gegen den Uhrzeigersinn) der irischen Nationalstraße 70 befahren dürfen, geniessen wir den Ausblick auf die wilden Moore und Hügellandschaften. Mich faszinieren die vielen lilafarbenen Rhododendren, die überall wild wachsen. Der Ring of Kerry führt um die Iveragh-Halbinsel die Küste entlang von Kenmare über Waterville nach Killorglin, dann landeinwärts über Killarney und wieder nach Kenmare.

Wir kommen jetzt zum Muckross House, in der imposanten Viktorianischen Villa spiegeln die elegant eingerichteten Räume den Lebensstil des Landadels wieder. Der Garten mit seinen Steingarten - und Wasserarrangements sucht seinesgleichen.
Hier geht zur offiziellen Website des Muckross Houses. 

Nach der Besichtigung des Hauses und des Gartens geht es weiter zur Seenlandschaft von Killarney,
die offizielle Website finden Sie hier. Der über 100 km² große Nationalpark grenzt an die Stadt Killarney und umfasst die drei Seen Lough Leane, Muckross Lake und Upper Lake, die insgesamt eine Fläche von 22 km² des Parks ausmachen. Die von mir so bewunderten Rhododendren sind hier allerdings zur Plage geworden. Sie gedeihen hier prächtig, da sie durch den Golfstrom - Einfluss im milden, feuchten Klima ideale Wachstumsbedingungen finden. In Kenmore legen wir einen Stopp ein, bevor es über die Caha Mountains zurück an Bord geht. Am Abend findet die "The Red Shoes Rock 'n' Roll Piano Show" im Stil der 50 - er Jahre mit Claus Debusman statt. Gegen 20.00 Uhr nimmt die Hanse Kurs auf die Scilly Islands - Entfernung 195 sm.

Tag 10 - 13.06.2006 - Tresco / Isles of Scilly

Zum Mittag ankern wir vor den Scilly Inseln, mit den Tenderbooten geht es an Land. Ab 14.00 Uhr gehen wir  auf einen geführten Rundgang in den Tresco Abbey Gärten
Durch das milde Klima der Scilly-Inseln wachsen hier unter anderem Bananen - und Zitrusbäume. Eine Reihe von Aussichtspunkten mit herrlichen Ausblicken auf das Meer und den Garten reizt einem zum Lustwandeln. Nach der Führung haben wir noch Zeit dazu und wer will, kann noch eine Wanderung zu einer zweiten von uns angelegten Landstation machen. Das letzte Boot legt um 17.30 Uhr ab, da es um 18.00 Uhr heißt, Anker hoch in Richtung Sark / Kanal Inseln - Entfernung 163 sm. 


Tag 11 - 14.06.2006 - Sark und St. Peter Port / Kanal Inseln

Um 8.00 Uhr ankern wir vor Sark, sie ist die kleinste der Kanalinseln. Heute ist eine Pferdekutschenfahrt geplant. Mit Traktoren und Anhängern werden wir zum Harbour Hill hinaufgefahren, zu dem "Dörfchen" Collinette. Dort steigen wir auf die Pferdekutschen um. Es ist kühl und nebelig, dass wir die einzigartige Schönheit der Insel nur erahnen können. Auf den Straßen existiert weder Asphalt noch eine Beleuchtung. Das Überfliegen der Insel ist verboten, es gibt keine PKW, Traktoren sind nur für wichtige geschäftliche Verwendungen erlaubt. Ersatzweise werden Pferdewagen und Fahrräder eingesetzt, sogar der Krankenwagen wird von einem Traktor gezogen. 


Vor dem Mittag nehmen wir Kurs auf St. Peter Port / Guernsey - Entfernung
12 sm. Es gibt ein frühes Mittagessen, um 14.00 Uhr startet unser Ausflug - Impressionen von Guernsey. Wir starten per Bus entlang der Hafenfront und der felsigen Küste. 
Wir besichtigen eine kleine Kapelle in Les Vauxbelets, die 1920 von einem Mönch mit Kachelscherben und Muscheln verziert wurde. In der Nachbildung der Grotte aus der Kirche von Lourdes finden nur 10 Personen gleichzeitig Platz. Außerdem machen wir einen Stopp am Aussichtspunkt Pleinmont Point. 
Auf der Rückfahrt passieren wir L' Ancresse Bay, Couet und Pembroke.  Wir können St. Peter Port erkunden und gehen danach zum Schiff zurück. 

Eine Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien bei Wikimedia Commons

Um 18.30 Uhr nimmt die Hanse Kurs auf Portsmouth / England - Entfernung 131 sm. Nach dem Abendessen schauen wir in dem "Hanseatic Fußballstadion" - unserer Darwin Hall, das Spiel Deutschland gegen Polen. Es gibt Freibier und Würstchen, eine lockere Party, zu unserer Freude gewinnen wir 2 : 0!!

Tag 12 - 15.06.2006 - Portsmouth / England

Wir haben den Sonnenaufgang und die Einfahrt in die Hafenstadt Portsmouth am frühen Morgen genossen, hinter uns fahren zwei weitere Passagierschiffe. Eines folgt uns in den Hafen, das zweite viel größere biegt vorher ab. Es ist die Queen Mary 2 auf dem Weg nach Southampton. Es scheint ein Kinderspiel zu sein, elegant legt unser Kapitän die Hanse nach einer Drehung um die eigene Achse an den Pier. Das geht schnell, ich bin beeindruckt. Wir sehen im die Hafen die HMS Victory liegen, von der ich im Internet einen schönen Beitrag des Marinemalers Olaf Rahardt gefunden habe, sehr gut geschriebenen und mit tollen Bilder, zum Link geht es hier.


Heute stehen zwei Ausflüge zur Wahl, Panoramafahrt London und Salisbury und Stonehenge. Ich entscheide mich für den zweiten Trip, ein Traum wird wahr. 

In westlicher Richtung geht es an Southampton vorbei nach Salisbury mit ihrem mittelalterlichen Stadtbild. Überragt wird es von dem 123 m hohen Kirchturm der St. Mary's Cathedrale aus dem 13. Jahrhundert. Nach einen kleinen Rundgang durch den Stadtkern besichtigen wir die Kathedrale. 
 
Weiter geht es in Richtung Stonehenge, von dem man vermutet, daß dieses Bauwerk ein vorzeitliches Observatorium darstellt. Die Entstehung der Anlage lässt sich grob in drei Phasen unterteilen. Die Frühphase der Anlage, mit einem kreisrunden Erdwall und einem Graben, wird auf etwa 3100 v. Chr. datiert.


Die auffällige Megalithstruktur wurde etwa zwischen 2500 v. Chr. und 2000 v. Chr. errichtet. Die gesamte Anlage ist jedoch vermutlich deutlich älter als bisher angenommen. Demnach stand die Megalithstruktur bereits um 3000 v. Chr. Obwohl man es am Gesichtsausdruck nicht sieht, ich bin ergriffen, als ich endlich davor stehe.

Heute ist wieder Abschiedsabend mit Cocktail und Kapitäns Dinner. Unser Shanty Chor mit einigen richtig guten Solisten geben uns ein Ständchen, der Favorit ist wie beim letzten Mal Larry.


Tag 13 - 16.06.2006 -Auf See - Richtung Cuxhaven Wir bereiten uns auf die Ausschiffung vor, eine lange Zeit waren wir an Bord. Ich bin froh, daß ich die Tage auf See so gut überstanden habe. Ich genieße die letzten Stunden an Bord, bin ein wenig wehmütig.

Tag 14 - 17.06.2006 - Cuxhaven / Deutschland
Ein sehr frühes Frühstück, das Gepäck muss spätestens bis 6.00 Uhr vor der Kabine stehen, dann geht es von Bord.

Ich freue mich auf die nächsten Reisen, aber das ist eine andere Geschichte.
© Constanze Hoffmann

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