Donnerstag, 8. November 2012

Von Calgary nach Vancouver Teil 1

Rocky Mountains Trip 2012
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StepMap Rocky Mountains Trip 2012


Wir müssen von Zeit zu Zeit eine
eine Rast einlegen
und warten,
bis unsere Seelen uns wieder
eingeholt haben.
(Indianische Weisheit)



Montag, 23.07.2012 Calgary
Unser Tour Direktor heißt Helga Moll, CTI, sie gebürtig aus Deutschland. Von der Hapag Lloyd Kreuzfahrten GmbH ist Susanne Berghofer mit von der Partie, sie wird unsere Hostess an Bord auf der Inside Passage sein. Per Bus geht es vom Flughafen ins Westin Calgary. Die Skyline der Stadt mit den Wolkenkratzern mit den schönen Spiegelungen in den Glasfassaden ist fantastisch. Auf dem Weg zum Hotel erzählt uns Helga, daß wir auf unserer Tour sehr lange an dem 623 km langen Bow River entlangfahren werden. In dem Fluß leben 4 Arten von Forellen und andere kleinere Fischarten, der Grund dafür ist die Aussetzung von ungefähren 45.000 Fischen. Der Name des Flusses kommt von Bow – Bogen (Pfeil und Bogen).
Am Hotel angekommen, sehe ich bereits meine Familie draußen vor dem Starbucks sitzen. Nach Schlüsselvergabe und Infos für den nächsten Tag haben wir den Rest des Tages zur freien Verfügung, so können wir mit unserer Familie essen gehen und tauschen Neuigkeiten aus. Wir sind rechtschaffend müde wegen des langen Fluges und der Zeitverschiebung von 8 Stunden.


Blick aus dem Calgary Tower

Dienstag, 24.07.2012 Calgary nach Banff
Calgary liegt im Süden von Alberta in der Prärie und ist die größte Stadt dieser Provinz vor Edmonton, das sich ca. 300 km nördlich befindet, es ist die drittgrößte Stadt Kanadas – Stand Mai 2011. Calgary [ˈkælgəɹɪ] (schottisch-gälisch für Strand an der Wiese) ist eine Stadt in Kanada in der Provinz Alberta.
Ab 7.30 h Frühstück können wir frühstücken, denn ab 9.00 h geht es auf eine Stadtrundfahrt mit Besuch des 191 m hohen Fernsehturm, des Calgary Towers - Offizielle Seite des TowersEin Teil der Aussichtsplattform hat einen Glasboden mit Blick auf die Straße. Wir geniessen den Panoramablick ringsherum auf die Stadt mit dem Kloster, dem Eishockeystadion und auf die kanadischen Rockies. 


Um 10.00 sind wir schon am Geburtstort von Calgary (am 51. Breitengrad, die Grenze zu den USA liegt bei 49°) - dem Fort Calgary. Der  mit seinen historischen Gebäuden und dem Miniaturfort sind allesamt Neubauten, dem Gründer Macleods ist dort ein Reiterdenkmal gesetzt worden. Weiter geht es im Bus mit einer Durchfahrt durch den Veranstaltungsort des Calgary Stampede, der jährlich stattfindenden, zehntägigen Landwirtschafts -Ausstellung in der kanadischen Stadt Calgary. Sie gilt als die größte Rodeoshow der Welt mit ca. 1,6 Mio Besuchern. 
1884 fuhr der erste Zug durch Calgary, auf unserer Reise werden wir immer wieder die Canadian Pacific Eisenbahn sehen mit bis zu 2 km Länge / Zug. Sie befördern unter anderem Container im Doppelpack, Kohle und Schwefel - einem Nebenprodukt vom Naturgas.

Um 10.30 h fahren wir durch Chinatown, danach zum Olympiapark, die Blumendeko ist sehr schön und farbenfroh, wir schauen uns die Tafeln der unterschiedlichen Olympiastätten an. Natürlich darf ein Stopp an den Statuen der Famous Five nicht fehlen, die fünf Frauen aus Alberta stellten dem Gericht die Frage, ob der Constitution Act von 1867 es Frauen erlaubt, Mitglieder des kanadischen Senats zu werden.  


Nach dem Mittagessen fahren wir über Trans Highway Nr. 1 vorbei am Foothill - dem Vorhügel der Rockies und an Indianerreservaten der Sioux und Schwarzfußindianer, sehen den Buffalo Jump auf der rechten Seite. Der Head-Smashed-In Buffalo Jump ist ein historischer, traditioneller Jagdplatz der nordamerikanischen Indianer, die hier Bisons erlegten. Er befindet sich 18 Kilometer nordwestlich vom Fort Macleod in der Provinz Alberta in Kanada.
Dann passieren wir ein großes Zementwerk am Lac des Arcs mitten im Indianergebiet, der Abbau des Gesteins soll den dahinter liegenden Berg so schwächen, daß Geologen vor einem Bergrutsch warnen. Im Stausee Lac Minewanka dagegen soll ein Ungeheuer leben, eine Art Dino, der ein wenig an "Nessi" erinnern soll. Die Landschaft fliegt an uns vorbei, wir sehen mächtige Hoodoos, spitze Erdsäulen die wie Wächter am Ufer des Bow River stehen.

Hoodoos

Am Nachmittag gegen 16.30 h erreichen wir unser Hotel - The Fairmont Banff Springs Hotel. Das "Schloss in den Rockies" liegt am Ufer des Bow River im Banff-Nationalpark in mitten der Rockies. Von der Hotelterrasse haben wir einen famosen Blick auf die Bowfalls und die umliegenden Rockies. Was für ein Glück, von unserem Zimmer schauen wir ebenfalls in die Richtung, wir öffnen die Fenster und geniessen die herrliche, frische Luft. Ich kaufe mir in einer der zahlreichen Boutiquen eine ausgefallene Sweatshirtjacke. Die Tiere des Tages waren Erdhörnchen, ein Reh, Chipmunks, die später auch im Bistro ein - und ausgehen.



Mittwoch, 25.07.2012 - Banff
Ab 7.00 h Frühstück, ab 9.00 h haben  wir einen Halbtagesausflug durch den Banff Nationalpark, der der älteste Nationalpark Kanadas ist. Hohe Berge, Gletscher und Eisfelder mit heißen Quellen machen seinen Reiz aus. Da das Wetter so gut ist, fahren wir zuerst mit der Seilbahn auf den Gipfel des Sulphur Mountains (Schwefelberg). Dort oben gibt es einige heiße Quellen. Auf dem Gipfel führt ein mit Stiegen und Geländern abgesicherter Weg zu einer kleinen Hütte, die früher als Wetterbeobachtungspunkt verwendet wurde. Wir haben eine klare Sicht – ein beeindruckender Panaromablick auf die Rockies, das Hotel und den angrenzenden Golfplatz. Wir sehen Wapitis und unzählige Chipmunks (Streifenhörnchen). Die Felsen sind mit leuchtenden roten und orangen Flechten besetzt.


Über den Highway gehen oft sogenannte Wildbrücken oder Grünbrücken, damit die Tiere stark befahrene Strassen überqueren können. In dem Sand, der an beiden Seiten der Brücke ist, erkennen die Parkwächter an den Spuren, welche Tiere die Brücke passiert haben und daß Wölfe diese Brücken nicht nutzen. Wir machen einen Fotostopp am Morraine Lake, das Türkisblau des Wassers ist ein schöner Kontrast zum Treibholz.



Während der Bustour erzählt uns Helga immer wieder Geschichten und Legenden der Gegend: Zum Beispiel über Wilcox, den Entdecker des Peyto Gletschers und daß der Highway im Winter sehr lange gesperrt ist.
Besondere Regeln beim Wandern - wußten Sie, daß man hier nur mit über 5 Personen in einer Wandergruppe starten darf? Wichtig ist, daß die Wanderer in dem dafür aufgestellten "Pult" Dauer und Strecke notieren und sich dort auch immer wieder austragen.


Gegen 11.35 h fahren wir über den Bow Valley Parkway zum Lake Louise zum dortigen Fairmont Hotel, um das ebenfalls farbenprächtige Blumenarrangements angelegt sind. Das Personal trägt Schweizer Trachten, hier ist das größte Skigebiet, sagt uns Helga. Wir sehen einen Vogel, dessen gelber Schnabel sich erst beim mehrmaligen Hinsehen als erbeutete Nuß entpuppt. Der Blick über den Lake Louise auf den Gletscher ist einmalig, nur getrübt über die aufgestellten alten Bilder, die den früheren Verlauf des Gletschers zeigen. Nach kurzem Stopp geht es wieder in Richtung Banff. Helga erzählt uns eine schöne Indianerlegende.

Legende - Ein blinder Fischer sitzt am See, er weint bitterlich, da er seine Familie nicht ernähren kann. Da schwimmt ein Loon zu ihm und fragt, was ihn denn so traurig macht. Der Fischer erklärt ihm seine Lage. Da schlägt der Loon ihm vor, doch seine Hände um seinen Hals zu legen und mit ihm zu tauchen. Danach könne er wieder sehen. Gesagt, getan, als er wieder auftaucht, kann er wirklich wieder sehen. Obwohl der Fischer so arm ist, schenkt er dem Loon als Dank seine Muschelkette. Seitdem kann man im Frühjahr, wenn der Loon an den See zurückkehrt, sein Lachen über das ganze Tal hören. Der Fischer sagt dann zu seiner Familie: „Hört doch, wie sich der Loon freut, daß ich ihm die Kette geschenkt habe.“

File:Feedingtime.jpg
Quelle Wikipedia - engl. Loon - sie sehen die "Perlenkette" am Hals
Der Loon ist eine (englische) zoologische Bezeichnung für eine Unterart der Wasservogelgruppe Eistaucher. Der Vogel ist auch auf 1$ Münze zu sehen, deshalb heißt sie Loony und ein 2 $ Stück Toony. Mehr Legenden über den Loon: Testing the Legends of Loons by Walter Piper (engl.)

Um 14.00 h sind wir zurück in Banff, wir lassen uns im Ort absetzten, um meine Familie zu treffen. Nach einem Stopp bei McDonalds kehren wir ins Hotel zurück und nehmen später einen Drink auf der Hotelterrasse. Als wir die Familie verabschieden, sehen wir einen Elk, der sich an einem Blumenkübel gütlich tut. Den Abend lassen wir im Bistro ausklingen. Ein Regenbogen schmückt das Panorama und der junge Elk, der sich neue Kübel direkt an der Hotelterrasse gesucht hat, erheitert die Stimmung. 



Donnerstag, 26.07.2012 Banff nach Jasper
Heute gibt es schon ab 6.30 h Frühstück, da wir um 9.00 h in Richtung Jasper aufbrechen. Wir sind auf dem nördlichen Stück der Traumstrasse. Normalerweise war es geplant auf dem Icefield Highway Nr. 1 zu fahren, aber unser Busfahrer nimmt die alte Route Nr. 1 a, die parallel läuft.
Wir sehen viele braune Nadelbäume und Helga erzählt uns, daß seit 1993 die Borkenkäfer stark verbreitet sind und die Erdhörnchen bei den Farmern verhaßt sind. 1920 gab es für jeden Schwanz 10 Cent. Sie läßt Buch – und Bildermaterial herumgehen unter anderem „The Flower twitcher von Kelly Eaton sowie von Waterfordpress. 

Und weil die Zeit dabei so schön vergeht, erzählt sie uns eine Sage über die Entstehung der Roten Indianerpinsel - Castilleja coccinea (Quelle hortipedia).




Legende - Die Tochter eines Häuptlings wurde geraubt, obwohl sie gut behandelt wurde, hatte sie starkes Heimweh. Um dieses Heimweh zu bekämpfen, malte sie Motive aus ihrer Heimat. Dazu nahm sie Birkenrinde und Grasbüschel. Da sie keine Farbe hatte, stach sie sich in den Finger und malte mit ihrem Blut. Die benutzten Grasbüschel warf sie weg und so entstanden die wunderschönen Indianerpinsel.

Um 9.45 sehe ich leider als einzige den ersten Schwarzbär in einer Senke. Leider sind wir so schnell, daß als ich Bär rufe, er zu einer Legende wird. Daraufhin erzählt uns Helga, daß ein Bär 200.000 Beeren pro Tag frißt, eine Art Preiselbeeren liebt er besonders. Wie sie auf die Menge kommen, wollen wir wissen. Die Erklärung: 10 x am Tag macht der Bär seine Losung, die wurde untersucht und die Menge der Beeren gezählt. Ich werfe den Kommentar "Beerenauslese" in den Raum, alles lacht, denn das paßt. 15 Minuten später sehen wir ein Reh, kurz vor der historischen Eisenbahnstation, in der früher einige Szenen des Filmklassikers "Doktor Schiwago" gedreht wurden.


Wir fahren weiter über den Icefield Parkway zum Jasper Nationalpark, Mittagessen gibt es in der berühmten Num Ti Jah Lodge - übersetzt schnell laufender Wiesel. Danach geht es weiter an einigen der höchsten Berge in den Rocky Mountains unter anderem dem Mount Columbia  mit 3747 m Höhe vorbei. Ein kurzer Stopp am Bright Falls (Brautschleier) wird eingelegt, bevor es dann 20 Minuten später mit speziell konstruierten Gletscherbussen vom Columbia Icefield Centre, einem Touristenzentrum auf den Athabasca Gletscher geht. Die Columbia Icefields gehören zu den größten nicht polaren Eisansammlungen in Nordamerika. Der Zeitplan ist stramm gestrickt, wir haben eine Startzeit für unsere Gruppe, es geht minutiös in die Busse. Das gefällt mir nicht, da es rein auf Massentourismus ausgelegt ist und man den Gletscher nicht mit Gewalt kaputtgefahren muß.



Die Athabasca Falls, unser nächster Stopp, dagegen sind sehenswert, tosend schlängeln sie sich durch die Felsen. Heute scheint sich alles um Wasserfälle zu drehen, wir halten an den Tangle Creek Wasserfällen. Dann sehen wir einen Schwarzbär, leider ist er sehr schnell unterwegs. Kurz bevor wir Jasper erreichen, können wir einen Blick auf den Berg "Schlafender Indianer" werfen. Gegen 18.45 h erreichen wir dann endlich die Fairmont Jasper Park Lodge. Die Blockhütten liegen am Ufer des Sees Lac Beauvert im Herzen des Parks und nur 5 min von der gleichnamigen Stadt entfernt. Die Lodge ist sehr schön am See angelegt. Wir sehen Wapitis, eine große Herde Graugänse und Erdhörnchen und dieselben schönen bunten Gartenstühle, die wir schon in Neufundland bewundert haben. Pasta am Abend auf der Terrasse, ein kühles Bier und der atemberaubende Blick über den See auf das Panorama runden den Tag ab – perfekt!




Teil 2 folgt

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag
© Constanze Hoffmann  


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