Donnerstag, 22. August 2013

Ein Sommernachtstraum

mit der MS Columbus 2 von Kiel nach Hamburg – Norwegen, Island, Spitzbergen oder geniessen Sie das Leben

Bildquelle Hapag Lloyd Kreuzfahrten GmbH
     

Der Titel entstand nach dem Leitspruch des Kapitäns: "Geniessen Sie das Leben!" Für uns ist es eine Revival Tour, bis auf Färöer haben wir schon alles besucht. Außerdem ist es unsere erste längere Tour mit der MS Columbus 2 nach unserer Nordostseekanal Tour. Mein Schwerpunkt auf dieser Reise ist meine Fitness, bei dem Angebot hier an Bord ist das auch möglich. 

Die Columbus 2 ist seit dem Frühjahr 2012 für 2 Jahre von der Reederei Hapag-Lloyd Kreuzfahrten gechartert. Sie wurde im Jahre 1998 als erstes von sechs Schiffen der R-Klasse erbaut und unter dem Namen R One für die mittlerweile insolvente Gesellschaft Renaissance Cruises unter der Flagge Liberia (1998-2001) in Dienst gestellt. Zwischen 2003 und 2012 war das Schiff unter dem Namen Insignia für Oceania Cruises im Einsatz. Seit 2001 fährt das Schiff unter der Flagge der Marshallinseln. [Technische Daten von Wikipedia]. Diese Quelle nehme ich bewusst wegen der zeitlich begrenzten Charter.

So 21.07.2013 Kiel, Abfahrt 18.00 h 
Von unseren Freunden werden wir zum Norwegen Kai nach Kiel gebracht. Bereits 10 min vor der offiziellen Zeit beginnt die Einschiffung. Wir gehen auf das Pooldeck, da das Wetter einfach fantastisch ist, eine Erfrischung an der Poolbar lässt den Tag gut beginnen. Ich gehe zum Ocean Spa, um die ersten Anwendungen zu buchen, ich möchte diesmal Personaltraining probieren. Zurück auf dem Pooldeck sehen wir Bekannte, die wir auf der Südkorea und Japanreise getroffen haben. Auf der Kabine verstauen wir unser Gepäck, es dauert länger, da die Kabinen gänzlich anders sind als auf unserer Hanse. Um 17.30 h findet die Seenot - Rettungsübung statt. Wir verlassen Kiel mit Kurs Lerwick – Entfernung 665 sm. Nach dem Abendessen bleiben wir auf unserem Balkon und genießen den Sonnenuntergang mit unserem Begrüßungschampagner. Wettertrend sonnig 25°, SA 5:15 h , SU 21:37 h. 


Impressionen am Abend


Mo 22.07.2013 Entspannung auf See 
Erster Seetag, nach einem kleinen Frühstück – Eiweiß und Speck – gebe ich mich in die Hände von Silke und lasse mich zum Sushi verarbeiten – Algenpackung ist angesagt. Wir geben unsere Kreuzfahrtbücher ab und melden uns zur Küchen – und Brückenführung an. 12.00h Durchsage: Geschwindigkeit 17,5 Knoten, 300 sm seit Kiel, 365 sm Restdistanz bis Lerwick, Wassertiefe 100 m, 1021 hPa, 18°, 18°, 92%, NO 3-4, Wellenhöhe 1m. Nach dem Mittagessen genießen wir die Sonne auf dem Balkon. Es scheint aufzubrisen, auf dem Meer sind Schaumkronen zu sehen. Ich beginne an meinem Blog zu schreiben. Um 16.00 h gehen wir in den Ocean Spa, ich habe heute mein erstes Personaltraining mit Schwerpunkt Kniestabilisation. Ich erzähle der Trainerin Lena, daß ich am nächsten Tag eine Wanderung mitmache. 60 min Übungen für die Stabilisation meiner Knie, davon 2 x etwas über 10 min auf dem Rad. Nach dem Training sagt uns Lena, daß sie eventuell unsere Wanderung begleitet. Sie scherzt, daß sie mich tragen würde, falls ich nicht mehr kann. Danach dusche ich so heiß wie möglich, um kein Muskelkater zu bekommen. Auf der Kabine schlafe ich quer über das Bett liegend ein. 

Nach dem Abendessen schlendern wir über die Beletage, dort heißt das Motto von Bug bis Heck auf Service eingestellt. Lena erkundigt sich nach meinem Befinden, ich antworte scherzend, daß mein Mann doch gerne sehen würde, wie sie mich trägt. Ab 21.30 h ist Kapitänsemfang in der Lounge, die Lounge ist sehr gut besucht. Wir gehen zu Vanessa in die Observation Lounge, kurz Obsi genannt, auf ein Abschluss Bier. Wetterdaten 12.00 h: 18°, 18°, 1021 hPa, 92%, NO 4, leicht bewölkt, trocken, SA 4:54 h, SU 22:09 h. 


Die 23.07.2013 Lerwick, 12.00- 18.00 h (Holmsgarth 5) 
Shetland [ˈʃɛtlənd], auch mod. engl. Shetland Islands oder kurz Shetlands, deutsch oft Shetlandinseln, sind eine zu Schottland gehörende Inselgruppe im Nordatlantik, zwischen Norwegen, Schottland/Orkney und den Färöern. Ausgenommen der abseits liegenden Inseln Fair Isle und Foula, erstrecken sie sich über ein 80 mal 120 km großes Areal zwischen dem 59. und 61. Breitengrad und bilden den nördlichsten Teil Großbritanniens. Von den 1.426 km² Fläche entfallen etwa zwei Drittel auf die Hauptinsel Mainland. Wussten Sie, daß die Shetlands seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. besiedelt sind?


Impressionen von den Shetlands

10.07 h Durchsage von der Brücke: Aktuelle Position 59°59,5'N 0°49'W, passieren vom Null Meridian. Die Shetlands sind in Sicht, die Entfernung nach Lerwick beträgt 16 sm, die zurückgelegte Strecke 690 sm. Kurs 303°, 15°, 14°, bedeckt, trocken, 89 %, 1017 hPa, SO 3, 25 m Wassertiefe, Wellenhöhe weniger als 1 m. 11.10 h Aufruf zum „Face Check“ durch die englischen Behörden in der Lounge, jeder muss persönlich dort erscheinen. Trotz Info im Tagesprogramm und mehrmaliger Durchsage schienen einige Passagiere es nicht zu begreifen. 

Gegen 12.00 h sind wir am Ziel, wir gehen zum Mittagessen an den Pool Grill. Kurz vor 13.00 h müssen wir zu unserem Bus, der uns zum Fähranleger der Insel Mousa bringt. Die Überfahrt dauert etwa 15 min. Unser Local Guide heißt Babette, eine gebürtige Deutsche, die hier seit 20 Jahren lebt. Sie erzählt uns von Ihrem Leben auf den Shetlands. Unsere erste Station auf der Insel ist der sehr gut erhaltene 2000 Jahre alte Mousa Broch. Ein Turm, der ein wenig an einen Wehrturm erinnert mit einer Höhe von 13 m und 15 m Durchmesser, der Innenraum allerdings misst nur etwa 6 m. Beeindruckend wie die Erbauer ohne Mörtel und andere Hilfsmittel diesen Turm und die kilometerlangen Mauern errichtet haben. Mit dem Broch ist eine Liebesgeschichte zwischen Bjorn Brynjulfsson und Thora, der Tochter Roalds, verbunden. In Norwegen ausgerissen, strandete ihr Schiff in einem Sturm vor Mousa, wo die Liebenden heirateten und den Winter über im Broch wohnten. Aus Furcht vor elterlicher Rache zogen sie später nach Island, wo sie der Sänger Egill Skallagrimsson aufnahm. 

Der 2000 Jahre alte Mousa Broch

Auf unserer Wanderung sehen wir Küstenseeschwalben, Maskentölpel, Scubas, die großen Raubmöwen auf der Suche nach Jungtieren und Eiern sowie Kormorane, sogar ein Gelege an den Klippen mit drei Jungen. Auf der anderen Seite der Insel liegen scheinbar gelangweilte Robben und genießen die Wärme im flachen Gewässer. Ein Passagier fragt bei der Rückfahrt mit der Fähre, ob hier viel gebadet wird. Babette lacht herzlich und erzählt uns nachher im Bus, daß das Wasser hier meistens um die 10° hat, was die Frage erübrigt. Können Sie sich vorstellen, daß auf den Shetlands von Dezember bis Februar heftigste Stürme über die Inseln fegen? Babette sagt, daß die Stürme im Frühjahr und Herbst nichts dagegen sind. Und dieser Sommer sei der nebeligste, den sie hier seit den 20 Jahren erlebt hat. Ich rechne hoch - also ½ Jahr stürmisches und schlechtes Wetter.

Kormoran mit Jungtieren

Da fällt mir ein schönes Zitat von Robert Lemke ein:

Es gibt drei Arten von Wetter:
Das Wetter, das wir wollen,
das Wetter, das wir haben
und das Wetter, das der Wetterbericht angekündigt hat. (Robert Lemke)

17.50 h Durchsage: Restdistanz bis Tórshavn sind 271 sm, die Wellenhöhe geringer als 2 m, wir haben Schiebewind von Achtern mit Windstärke 4, Geschwindigkeit 14,5 Knoten. In der Obsi spielt nach dem Abendessen die Band Heavens Club. Eine Hör - und Kostprobe finden Sie unter dem YouTube Link. Wir plauschen kurz mit dem Sänger Michael und rocken zu der Musik richtig ab. SA 04:22 h, SU 21:56 h, Wettertrend leicht bewölkt um 17°. 
 
Mi 24.07.2013 Tórshavn, 12.30 – 18.30 h (Molin)  
Tórshavn die Hauptstadt der Färöer Inseln ist nach der altnordischen Gottheit Thor benannt. Laut Wikipedia nennt man Tórshavn auch scherzhaft den Nabel der Welt (Zitat William Heinesen, einem der bedeutendsten Dichter der Färöer, der darüber hinaus auch als bildender Künstler und Komponist bekannt war.) Der erste Blick aus dem Fenster, es ist nebelig und feucht. Dementsprechend sind die Restaurants zum Frühstück voll. So nehmen wir uns eine Banane mit und trinken unseren Kaffee auf dem Pool Deck. 

Beim Friseur nehme ich eine Auszeit, dort schaue ich aus dem Fenster in Richtung Meer, daß ich wegen des dichten Nebels nur erahnen kann. 10.00 h Durchsage: Zu Hause ist es jetzt eine Stunde später. 22 sm Restdistanz, 13°, 12°, 88%, 1013 hPa, O4, Wellenhöhe weniger als 1 m, wegen des Dröhnen des Föns bekomme ich nur die Hälfte mit, sehe aber aus den Nebelschwaden das Lotsenboot heran nahen. Nach dem Mittagessen gehen wir an Land und erkunden den Ort. Besonders zauberhaft finde ich die alten Holzhäuser mit den Grasdächern, in einem befindet sich das kleinste Parlament der Welt. Wir schlendern zu dem Einkaufszentrum SMS, in dem es Free WLAN gibt.  

Bei einer kurzen Rast im Café Natúr (auch bei Facebook) kaufen je ein helles und ein dunkles Färöer Bier (Foroya Bjor) und schreiben die ersten Postkarten. Mein Mann verzieht das Gesicht. Ich muss herzhaft lachen, da mein Mann von dem Hellen sagt, es würde wie Schafs - Pipi schmecken. Nachdem ich es probiere, ahne ich, was er meint, es schmeckt wirklich ein wenig gewöhnungsbedürftig. Das dunkle Bier dagegen ist sehr wohlschmeckend. Zurück an Bord schreibe ich weiter an meinem Reiseblog. 18.30 h Durchsage: Restdistanz nach Reykjavik beträgt 522 sm, 14 Knoten, um 7.00 h Lotsen aufnehmen. 1014 hPa, 14°, auch auf Island, 12° Wassertemperatur, 95%, NO2 max. NO4-5, max. Wellenhöhe 2m, von 2.00 – 3.00 h Reparatur an einer Wasserleitung. Wir warten auf das Ablegen einer Fähre, die sind doch etwas wendiger als wir, danach werden wir auch auslaufen. Nach dem Essen gehen wir in die Obsi, es ist immer noch nebelig, die Band spielt heute Tanzmusik. Das muntert uns auch nicht auf. So testen wir heute einmal die Disco aus, sehr gute Musik, DJ Volker Hug legt 70er und 80er Jahre Musik auf, das macht gute Laune. Wettertrend bedeckt, 13°, SA 04:34 h, SU 22:33 h.   

Do 25.07.2013 Entspannung auf See 
Seetag, ich liebe Seetage, Seele baumeln lassen, aber zuerst eine Stunde Personal Training. Wir sind ja nicht zum Spaß hier. Um 10.00 h ist heute der Schwerpunkt seitliche Bauchmuskeln und der Po. Nebenan erklingen lateinamerikanische Klänge für Zumba und ich werde dadurch immer schneller. Lena sagt, ich soll nicht schneller werden, dadurch werden die Minuten auch nicht kürzer. Ihr Lieblingsspruch: „Wenn es weh tut noch 8!“

Impressionen von der Columbus 2 /Cruisevision TV
Durchsage 12.00 h: Wir sind mitten auf dem Nordatlantik - Position 62°N 15°13,1'W, Kurs 281°, 250 sm zurückgelegt, bis Reykjavik 272 sm Restdistanz. Ankunft dort 8.00 h, 1015 hPa, 13°, 12°, NO4, Seegang 3, Wellenhöhe 1 – 1,5 m. Nach einem leckeren Labskaus begebe ich mich in den Ocean Spa zu meinem Kosmetiktermin. Nach dem ganzen Baustress zu Hause ist das eine Wohltat. In der Obsi trinken wir Kaffee. Es ist immer noch nebelig. Die Barkeeperin sagt immer, daß die Obsi anscheinend Milchglasfenster hat. 

Durchsage vom Kapitän um 18.57 h: Kurs auf die Vestmannaeyjar (Westmänner Inseln), gegen 22.15 h werden wir Heimaey an Backbord haben, ¾ umrunden und dann Surtsey gegen 23.15 h auf Steuerbord lassen. Als wir näher an die Westmänner Inseln kommen, zieht die Nebelwand auf. Die Inseln liegen in einem diffusen beinahe kitschigen Licht. 21.20 h Durchsage:  Die höchste gemessene Welle in Heimaey betrug 23,5 m. Um 21.35 h passieren wir den Hafen, die Bordlektorin erzählt die Geschichte des Vulkanausbruchs von 1973 und von dem Orca Keico, berühmt durch den Film Free Willy.

Beim Ausbruch 1973 spuckte der Vulkan Eldfell seine Lava 158 Tage lang - insgesamt 250 Mio Kubikmeter, Millionen Tonnen Seewasser wurde in die Lava gepumpt, um  die Hafeneinfahrt zu retten. Zum Glück befand sich wegen eines Sturmes am Vortag die gesamte Fischereiflotte der Insel im Hafen, so dass man die Insel unverzüglich evakuieren konnte und niemand zu Schaden kam.

Heimaey in der Mitternachtssonne
Keico wurde 1979 vor Island gefangen und wurde vor Heimaey wieder ausgewildert, nachdem er von der Free Willy Keico Foundation mit Hilfe von Spendengeldern gekauft wurde. Im Januar 1996 wurde er ins Oregon Coast Aquarium in Newport geflogen, wo er aufgepäppelt wurde. 1998 wurde er dann, ebenfalls durch Spendengelder finanziert, von der US Air Force zum isländischen Klettsvik-Fjord auf der zu den Westmännerinseln gehörenden Insel Heimaey geflogen. Es gelang Keico leider nicht, sich wieder an das Leben im Meer und andere Wale zu gewöhnen. Er war bis zum Schluß an Menschen gewohnt und er musste weiter betreut werden. Er verbrachte seine letzten Jahre in der Nähe der Walfängernation Norwegen als Touristenattraktion. 2003 starb er durch Nahrungsverweigerung nach einer Lungenentzündung mit 27 Jahren. 

Surtsey mit einer Größe von 1,4 km2 ist die jüngste der 15 Inseln, sie tauchte 1963 bei einem Vulkanausbruch aus dem Ozean auf. Sie ist die südlichste der Westmänner Inseln, benannt nach dem Feuergott Surtr. Seit ihrer Entstehung ist die Insel wieder geschrumpft, sie gehört zum UNESCO Weltnaturerbe. Als wir die Inseln verlassen, zieht es wieder zu. Wettertrend nebelig, SA 04:20 h, SU 22:48 h. 

Fr 26.07.2013 Reykjavik, Ankunft 8.00 h (Skarfabakki) 
Der Name Reykjavík ist das isländische Wort für „Rauchbucht“, er rührt vermutlich von den Dämpfen der heißen Quellen in der Umgebung her und wird einem Missverständnis des ersten Siedlers Ingólfur Arnarson zugeschrieben. Im Zentrum von Reykjavik leben 100.000 Menschen, im Randgebiet noch einmal so viele. (Zum Vergleich 1900 waren es nur 200 Menschen). In Reykjavik leben 2/3 der Isländischen Bevölkerung. 860 gab es hier die ersten Siedler, 872 gründete Ingolf Anulfsen Reykjavik. Die Gegend war früher bewaldet. 90 % der Energie und Wärme wird durch die Erdwärme erzeugt, in der Hauptstadt sind es sogar 100 %. 

Island ist mit rund 103.000 km² (Landfläche: 100.250 km², Wasserfläche: 2750 km², mit Fischereizone 758.000 km²) – nach dem Vereinigten Königreich – der flächenmäßig zweitgrößte Inselstaat Europas. Die Hauptinsel ist die größte Vulkaninsel der Erde und befindet sich knapp südlich des nördlichen Polarkreises. Der höchste Punkt der Insel ist der Hvannadalshnúkur mit 2110 m. Der längste Fluss ist die Þjórsá mit 230 km. Island liegt auf dem Mittelatlantischen Rücken und damit sowohl auf der Nordamerikanischen als auch auf der Eurasischen Platte, wobei sich die Plattengrenzen von Südwesten nach Nordosten in etwa diagonal über die Insel ziehen. Die Platten entfernen sich jährlich etwa 2 cm voneinander.
Ich schaue ein paar Mal aus dem Fenster, es ist nebelig, beim Einlaufen sehen wir rein gar nichts. Um 8.25 h Durchsage von der Brücke: 10°, Nebel, wie Sie sehen, sehen Sie nichts, die zu erwartende Temperatur beträgt höchstens 15°. Nach einem kleinen Frühstück, gehen wir zum Fitnessraum, da mein Mann heute um 09.15 h bei Lena trainiert wird. 

Experience Iceland 360° – The Expo Pavilion at Reykjavík Old Harbor

Nach dem Frischmachen fahren wir mit dem Shuttle in die City, zuerst besuchen wir den Expo Pavillon und sehen die Vorführung. Sehr beeindruckend, da der Film auf allen 4 Seiten und der Decke gezeigt wird. Danach gehen wir zum Hafen und Bummeln später von einem Laden zum nächsten. Zum Mittag gehen wir in das Rossopomodoro, auch bei Facebook. Dort gibt es Free WLAN, wie hier in jeder Kneipe. Ich erstehe einen Anhänger aus Lavagestein mit einer Einfassung des Umrisses von Island sowie zwei Lava Ohrstecker, bei Gullkunst Helgu, Infos unter: www.gullkunst.is, außerdem kaufen wir Briefmarken mit Aufnahmen von Nordlicht - Aurelia Borealis von meinem Facebook Freund Olgier Andrésson

Es wird gebunkert, ein Tanklaster nach dem anderen erscheint an der Pier und die Crew malt auf dem ganzen Schiff. Da auch die Bordwand gemalt wird und es durch das tanken nach Treibstoff stinkt, lassen wir den Balkon zu. Wir ruhen, lesen bzw. schreiben. In der Obsi spielt wieder 5music. SA 04:20 h, SU 22:48 h, Wettertrend wolkig um 15°.  

Sa 27.07.2013 Reykjavik, Abfahrt 13.00 h (Skarfabakki)
Nach dem Frühstück sind wir unschlüssig, was wir machen. Das Wetter ist prima, noch einmal in die Stadt fahren? Wir entschließen uns mit einem Taxi eine Stadtrundtour zu machen und bitten den Fahrer, uns zu zeigen, was er interessant findet. Er räumt ein, er könne nicht garantieren, daß es uns gefällt. Nach der Führung waren wir uns einig, daß er wohl früher Fischer gewesen sein muß. Er fährt mit uns zum Hafen und sagt, daß auf der linken Seite der Tod und rechts das Leben sei. Richtig, links liegen die Trawler der Walfänger und rechts die Schiffe für das Whale und Puffin Watching. Wir fahren an Garagen der Fischer vorbei, die wie er erzählt, alle den Besitzern der Walfangboote gehören. Außerdem erzählt er die Odyssee eines Containers mit Walfleisch für Japan.  

Weiter geht es zu einem Vogelteich gleich neben dem Golfplatz mit einer kleinen Insel in der Mitte, auf der immer ein Schwanenpärchen brütet. Danach fahren wir nach Ylströndin Nautholsvik, er nennt es scherzhaft Miami Beach, dort wird warmes Wasser in die Bucht geleitet, so daß die Besucher dort baden können. Auch laden dort ein großer Pool und der Sandstrand zum Verweilen ein. 


Miami Beach
Wir fahren durch die Upper Gegend der Stadt bevor es zu dem kleineren Stadtflughafen geht. Wir machen eine Stopp am Schwimmbad, fahren am
Botanischen Garten vorbei, in dem es auch einheimische Tiere gibt. Auf dem Weg zurück zum Schiff erzählt er uns, daß es jetzt ein Gesetz gibt, daß jeder Isländer als Kind schwimmen lernen muß und daß leider am heutigen Tag wieder ein Fischer auf See geblieben ist. Wegen des starken Nebels haben sie ihn nicht finden können. Früher haben die Fischer nur 5 min im Wasser überleben können. Heute greift das Gesetz, daß sie Schutzbekleidung tragen müssen, die einen warmhalten. Dem Fischer hat es heute aber leider nichts genutzt. Das war Island auf fernab der Touristenroute, die Zeit verging so schnell, es hat uns sehr gut gefallen.

Zurück an Bord esse ich ein kleines Steak, da ich um 12.15 bei Silke eine Pediküre und einen kalten Wickel mache möchte. 12.45 h Durchsage: In 591 sm passieren wir Jan Mayen, das wird am Sonntag gegen 23.30 h sein. Am Montag dann werden wir je nach Wetterlage und Eislage die Eisgrenze erreichen. Am Dienstag nehmen wir dann den Lotsen für Spitzbergen auf. 1006 hPa, 16,5°, 12°, 4° auf Jan Mayen sind max. 16°, 79%, W3, ruhige Fahrt. Den Polarkreis erreichen wir um Mitternacht. Heute stellen wir die Uhren eine Stunde vor. Der "Frigi" Wickel läßt mich ordentlich zittern. Ich bin nach der Behandlung recht platt und lege mich in die Koje, selbst die Bettdecke fühlt sich eiskalt an.

Beim Kaffee hören wir um 16:30 h die Durchsage und sitzen auf der richtigen Seite: Wir passieren den Stratovulkan Snaefellsjökull, was übersetzt Schneeberggletscher heißt, mit einer Höhe von 1446 m auf Steuerbord in 1,7 sm Entfernung. Nach dem Abendessen gehen wir in die Obsi, heute heißt es Jazz & Swing. Gegen Mitternacht passieren wir den Nordpolarkreis, aus dem Grunde hat Lena meinen Termin für morgen früh etwas vor verlegt, da uns Neptun persönlich die Ehre geben wird. SA 05:05 h, SU 23:04 h, Wettertrend wolkig um 16°. 

So 28.07.2013 – Seetag
Nach einem gebratenen Eiweiß mit etwas Kräutern und Pilzen probiere ich um 09:30 h mit Lena miha bodytec, was bewirkt bzw. was macht es? Es soll nahezu alle großen Muskelgruppen zeitgleich trainieren - sogar die schwer zugänglichen tiefer liegenden. Der Stoffwechsel wird erhöht, Kalorienverbrauch erhöht, das Bindegewebe gestrafft etc. Nach einer halben Stunde bin ich geschafft, aber ich fühle mich richtig gut.
Steffen hat die 10.00 h Durchsage mitgeschrieben: 68°18'N 17°40'W, in der Grönlandsee unterwegs, 49°, 17,5 – 18 Knoten, 238 sm bis Jan Mayen, 343 sm seit Reykjavik, gegen 23.30 erreichen wir die Südküste von Jan Mayen, 81 m Wassertiefe, 1008 hPa, 10°, 8°, 87%, Flaute, gegen Mitternacht überquerten wir den Polarkreis.


Ich mache mich frisch, da um 11.00 h König Neptun persönlich in Begleitung seiner liebreizenden Gattin Thetis und seines Hofstaates erscheint. Auf dem Pool Deck links vom Thron steht eine Schüssel mit quietschegrüner Paste und anderem undefinierbaren Zeug und rechts davon steht Fisch in zwei Variationen. Wir werden nach pompösen und lauten Erscheinen seiner Majestät vom Hofstaat zuerst zum Doktor gebracht, die Gehilfin dekoriert uns mit der Paste, eine andere spritzt einem Wodka bzw. Saft in den Mund. Nach der Untersuchung bekommt jeder vom "Doc" alias unsere Kreuzfahrtdirektorin einen grünen Stempel ins Gesicht gedrückt. Abgefertigt! Danach darf man wählen, küss‘ den Fisch oder die Füße von Thetis. Als Medizin gibt es dann Fisch verordnet. Sehr lustig, Neptun alias unser Kreuzfahrtberater brüllt: Jubel! Das ist ein Befehl! Alles jubelt und das Gefolge hämmert auf seine Töpfe, Heavens Club begleitet das Ganze. 




16.00 h: 69°28,30'N 13°55'W, 175 sm vor Island, 117 sm von Grönland, 135 sm Restdistanz bis Jan Mayen, 49°, 17,8 Knoten, 456 sm seit Island, 1590 m Wassertiefe, bedeckt, 1007 hPa, 5,5°, 6°, 92%, variabler Wind. Heute ist Modenschau in der Lounge, wir schauen kurz vorbei, gehen um 17.15 h zur Küchenbesichtigung mit dem Küchenchef Tobias Schreiber. Es fasziniert mich immer wieder, wie es die Küchencrew schafft, in dem begrenzten Räumen alles auf den Punkt fertig zu bekommen.
Nach dem Essen gehen wir auf die Kabine, heute Abend ist Disco Fever in der Obsi angesagt. Obwohl es wieder den ganzen Tag nebelig ist, verbessert sich das Wetter, als wir Jan Mayen um 23.30 h passieren, perfekt! Wir verlassen Jan Mayen gegen 00.15 h und wie so oft auf dieser Reise zieht der Nebel gleich wieder auf. 
1960 wurde der Flugplatz Jan Mayensfield mit einer heute 1,6 km langen unbefestigten Start- und Landebahn angelegt. In seiner Nähe wurden eine Wetterstation und die bemannte „Long Range Navigation“ (Loran‑C)-Basis Olonkinbyen errichtet. Diese ist heute die einzige verbliebene bewohnte Siedlung auf Jan Mayen. Die aus 18 Personen bestehende Mannschaft wird alle sechs Monate ausgetauscht [Quelle Wikipedia]. 



Mo 29.07.2013 – Seetag - Fahrt zur Eisgrenze
09.30 h etwas früher als normal meldet sich der Kapitän: Unsere Position lautet 73°26,6'N 8°34,16'W, auf Backbord Sichtung eines kleinen Eisberges. 145 sm bis zur Eisgrenze, 489 sm bis zum Eisfjord, seit Reykjavik 760 sm. 110 m Wassertiefe laut Karte hier z.T. bis über 2000 m. 1010 hPa, 4°, 6°, 83%, SO2, windstill. Um 11.00 h gehen wir zur Brückenbesichtigung, wir sind eine ziemlich große Gruppe. Der Kapitän erklärt uns die Instrumente und beantwortet ausgiebig unsere Fragen. Unter anderem, daß auf der Brücke wird mit elektronischer und der herkömmlichen Seekarte navigiert wird. Die Columbus nur einen Tiefgang von 5,70 m hat und sie natürlich auch windanfälliger als Schiffe mit mehr Tiefgang ist. Er erzählt, daß er wegen eines neuen norwegischen Gesetzes umrouten mußte. Der Grund - in Spitzbergen sind jetzt auch Lotsen vorgeschrieben. Wegen des entstandenen Umwegs haben wir auch mehr Treibstoff verbraucht. Ich lasse mein Logbuch am Ende der Besichtigung vom Kapitän stempeln und unterschreiben.
     
12.35 h Durchsage von der Brücke: 74°08'N 8°45,4'W, 120 sm bis zur Eisgrenze, 954 sm bis zum Nordpol, 100% da dichter Nebel, Wind variabel. 16.00 h: 75°4,4'N 8°52,3'W, nördlicher Kurs, in 135 sm liegt die Grönländische Küste auf Backbord, Jan Mayen liegt 252 sm hinter uns und auf Steuerbord 360 sm Spitzbergen. Die Entfernung zur Eisgrenze geben wir bekannt, sobald mehr Infos da sind. Tiefe 3200 m, bedeckt, 1011 hPa, 5°, 6°, 94%, NW3, See 1, Wellenhöhe 1 m. Ich nutze diesen Tag zum Aufarbeiten des Logbuches. Bis zum Abendessen sitze ich in der Kabine und schreibe. Das Wetter läßt auch nichts anderes zu. Wir gehen in die Obsi, das Motto des Abends ist Schlager, dementsprechend ist es voll dort oben. Das Eisfeld erreichen wir gegen Mitternacht. Position 23.50 h 76°26,580'N 3°54,930'W, mit nur angezeigten 0,6 Knoten schleichen wir uns durch das Eis vorwärts in der Mitternachtssonne.

Die 30.07.3013 Entspannung auf See 
Heute starte ich den Tag mit etwas Mango und einem Tee, da ich wieder um 10.00 h Personaltraining mit Lena habe. Es geht um die Stabilisation der Knie und um meine Mitte. Steffen notiert die 10.00 h Durchsage: 77°16,5'N 4°24,4'O, seit der Eisgrenze 125 sm, Kurs 66°. Heute Abend um 21.00 h nehmen wir den Lotsen an Bord, bis dahin am Eisfjord (Isfjorden) sind es noch 132 sm. Seit Reykjavik 1107 sm, 282 m Wassertiefe, bedeckt, Nebel, 1002 hPa, 93%, 4°, 3°, SSO2, morgen in Longyearbyen sonnig und 4°. Die Position vom Erreichen der Eisgrenze gibt er aufgerundet an. Um 10.00 h für die unteren Decks und für die Gäste von Deck 7 und 8 um 17.00 h gibt es einen Vortrag von Spitzbergen und die Verhaltensregeln für den Landgang für diese Destination. 

16:00 h Durchsage: 77°46,740'N 9°40,030' O, 40 sm zur Küste von Spitzbergen, 735 sm bis zum Nordpol, Kurs 66°, 12 Knoten, 1075 sm seit Reykjavik, bis zur Lotsenstation im Eisfjord sind es 60 sm, 160 sm bis Ny Ålesund, Wassertiefe 1000 m, 1013 hPa, 8°, 6°, 93%, SO3, See 2, Wellenhöhe 1 m. In der Lounge beim Vortrag erklärt die Bordlektorin den Ort Barentsburg in 20 min, an dem wir nur vorbeifahren werden. Der Vortrag zieht sich wahnsinnig in die Länge, wir gehen wie viele andere bevor sie zu Verhaltensregeln kommt, die wir schon von unserem ersten Spitzbergentrip kennen. Nach dem Abendessen gehen wir in die Martinibar, dort treffen wir Passagiere, die wir auf der Hanseatic Tour nach Island getroffen haben. Um 21.00 h fahren wir an Barentsburg in dem Grönlandfjord vorbei. Wie wir es gewohnt sind auf dieser Tour, lichtet sich auch hier wieder der Nebel. Wir unterhalten uns blendend in der Mitternachtssonne.

Mi 31.07.2013 Ny-Ålesund, 8.00 – 12.00 h, Kreuzen in den Fjorden Spitzbergens
Auf dem Weg durch den Kongsfjord nach Ny Ålesund an einigen Eisbrocken vorbei erreichen wir um 7.45 h Ny Ålesund, Position 78°55,7'N 11°56,3'O. Um 8.15 h Durchsage der Kreuzfahrtdirektorin: Wetter  heute 7°, Regen. Sie weist darauf hin, daß es rutschig und matschig ist und wir das Schuhwerk danach wählen sollten. Wir lassen uns etwas Zeit und gehen dann im Nieselregen und 7° in den Ort. Viel hat sich seit Sommer 2011 nicht geändert. Zum Mast dürfen wir diesmal nicht gehen, kein allzu großer Verlust, es ist wirklich sehr matschig. Die Herde der Nonnengänse ist wesentlich größer als in 2011, als wir im Juni hier waren. Wir beobachten die Gänse, wie sie die Straßen immer im Dauerlauf überqueren. Das scheinen sie aus der Erfahrung gelernt zu haben. Rechts am Anfang des Ortes sehen wir junge Nonnengänsen, die von Wissenschaftlern gefüttert werden. Wir erfahren später, daß diese Küken von Menschen aufgezogen werden, die eine blaue Jacke tragen, sie sind darauf geprägt. Unter anderem wird das Stressverhalten der Tiere bei der Mitternachtssonne erforscht. Für 24 h Tests werden die Küken in zwei Gruppen eingeteilt, die erste Gruppe darf zuerst frisches Grün grasen, die zweiten bekommen kargere Kost. Jede Kot Probe wird von den Wissenschaftlern analysiert. Die Forscher leben in Häusern ohne Wasser und sanitäre Vorrichtungen, zur Körperpflege gehen sie zu zweit wegen der Eisbärengefahr mit Leuchtpistole und Gewehr ins Museum.  
Unsere kleinen Küstenseeschwalben sind wie eh und je hektisch und sehr aktiv. Angriffe auf die Passanten konnten wir nicht beobachten. Wir vermuten, daß die Brut bereits aufgezogen ist, da sich die Küstenseeschwalben ja im August auf ihre Wanderung in die Antarktis gegeben. Zurück an Bord gehen wir in die Obsi und schauen auf den Ort, der jetzt richtig im Dunst liegt. 


Um 12:00 h verlassen wir Ny Ålesund in Richtung Longyearbyen. Der Kapitän bedankt sich bei uns, da der Hafenmeister von der Professionalität der Abwicklung an Land begeistert ist. Einige Passagiere haben auf Steuerbord sehr entfernt einen Eisbär gesehen. Wir wollen jetzt die Fjordwelt bereisen. Ich erfahre später, daß der Bär schlafend hinter einem Haus lag, bewacht von bewaffneten Wissenschaftlern. 13:34 h Durchsage des Kapitäns: Eine kleine Routenänderung, wir fahren erst nach Steuerbord an der Haakonhalbinsel vorbei in den Möllerfjord zu Lloyds Hotel. (Haakon VII Land). Lloyds Hotel wurde vor 100 Jahren als Schutzhütte errichtet. 8°, 8°, windstill. 14.05 h sehen Sie auf Steuerbord Lloyds Hotel. Hoffentlich lichtet sich der Nebel bald.
   
In Möllerhafen auf Spitzbergen inmitten der Arktis liegt das "Lloyd-Hotel" - von Kreuzfahrern auch liebevoll "nördlichstes Hotel" der Welt genannt. 1926 als Schutzhütte gebaut, ist es heute ein Anlaufpunkt auf den Arktis-Kreuzfahrten mit der HANSEATIC, BREMEN und auch Europa.  

Wir fahren erst ½ - 1 Stunde später in den Lilliehöökfjord. Um 14.19 h verlassen wir den Möllerfjord in den Lilliehöökfjord, beide gehen vom Krossfjord ab. Um 14.35 h meldet sich die Bordlektorin und weist uns auf die Vogelkolonie hin, deren Geschnatter und Gekreische man hier hört, dort brüten Lummen, Möwen und Papageientaucher. Allerdings liegt sie im Nebel. Um 15.00 h nähern wir dem Gletscher, an den ich nicht so gute Erinnerungen habe. Ich gehe auf Deck 5 und mache Fotos. Bis 16.15 h zum Verlassen des Gletschers unterhalte ich mich angeregt mit einer Passagierin, die ebenfalls etliche Reisen in Extremgebiete hinter sich hat. Wir sprechen über die Antarktis und Arktis, über den Rückgang der Gletscher, Wetterveränderungen, Erderwärmungen, die es schon immer gab, Eiskernbohrungen und die daraus resultierenden Erkenntnisse. Die Zeit verläuft im Fluge, sie erzählt mir, daß sie einige Monate auf einer der drei Neumayer Station in der Antarktis gewesen ist. Wir beobachten, wie die Crew einen großen Brocken Gletschereis an Bord zieht. Erst nachdem er in zwei Teile geteilt wurde, konnte er abtransportiert werden.


Heute gehen wir um 19.00 h ins Toscana essen, dort haben wir einen super Platz in der Mitte an der Fensterfront im Heck. So können wir ganz entspannt die Einfahrt in den Magdalenen Fjord und die Kulisse des Gletschers geniessen. Nach dem Essen gehen wir wieder in die Obsi, dort gibt der Heavens Club Oldies zum Besten. Sie rocken zum Schluss wieder herrlich ab. Der Wettertrend für heute Schneeregen, 2°, Mitternachtssonne.  
  
Do 01.08.2013 Longyearbyen, 8.00 – 12.30 h
Der Amerikaner John Munroe Longyear - Gründer der Stadt - ein Bergbaumagnat, Holzbaron, Bankdirektor und Bürgermeister war der Namensgeber dieses Ortes. 1943 wurde der Ort von der deutschen Wehrmacht zerstört, und nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut. Das Straßennetz ist etwa 40 Kilometer lang und stellt allerdings keine Verbindung zu einem der anderen Orte auf Spitzbergen her. Daher sind Schneemobile und Boote die Hauptfortbewegungsmittel.

 

Mit etwas Verzögerung legen wir an der Pier von Longyearbyen an, diese wird noch von dem Hurtigrutenschiff MS Fram mit einem Problem an der Ladeluke in Beschlag genommen. Unsere Liegezeit verlängert sich dementsprechend auf 12.30 h. Wir gehen im Regen in die City und zuerst ins Svalbard Museum. Mir gefällt dieses informativ und liebevoll im Detail eingerichtete Museum. Eine Leseecke mit Seehundfellen ausgelegt, lädt zum Verweilen ein. Das Svalbard Museum versucht das Wissen und Verständnis für die Beziehungen zwischen Natur, Kultur, Landschaft, menschlicher Aktivität, Technik und Umwelt in der Arktis zu vermitteln
Als wir das Museum verlassen, ist es trocken. Ein kleines Einkaufszentrum mit Cafés und einer Bibliothek mit Free WLAN bildet einen gefragten Anlaufpunkt im Ort. Wir checken unsere Mails und kaufen ein paar Souvenirs und Postkarten. Zurück an Bord 12.30 h Durchsage vom Kapitän: Die Fram wird an die Pier zurückkehren und neue Gäste aufnehmen, wenn wir abgelegt haben. 507 sm bis Skarsvag mit 17,4 Knoten. Am 2.08. gegen 4.00 h fahren wir am Nordkap vorbei und werfen unseren Anker um 19.30 h. Die Bäreninsel passieren wir am gegen 4.00 h morgens in 266 sm. 1004 hPa, 10°, 87%, O4, wir erwarten Seegang durch Winde mit 5 Beaufort aus W/NW. Der Lotse wird uns nach dem Auslaufen verlassen.  
Die zu Norwegen gehörende 178 km² große Bäreninsel (norwegisch: Bjørnøya) liegt bei etwa 74°30′ Nord und 19° Ost in der Barentssee zwischen dem Nordkap und Spitzbergen.
16.00 h Durchsage: 77°39,7'N 43°15,1'O, südlicher Kurs in 6 sm Entfernung von Svalbards Küste. 174°, 16,7 Knoten, 58 sm seit Longyearbyen, Wassertiefe 42 m, bedeckt, 1000 hPa, 8°, 86%, 8°, O7, See 5. 
Es ist dann doch bewegter als heute mittag. Heute findet vor dem Abendessen der Cocktailempfang für Hapag Lloyd Mitglieder in der Lounge statt. Wir werden persönlich vom Kapitän begrüßt. Am Abend gibt es Tanzmusik in der Obsi im "Heaven", dazu Drinks mit Gletschereis. Wettertrend bewölkt um 9°, Mitternachtssonne. 

Svalbard Museum

Fr 02.08.2013 Skarsvag, 19.00 – 01.00 h (03.08.)
Heute stehen wir früh auf, es gibt nur ein leichtes Frühstück, da Steffen um 9.10 h und ich um 10.00 h zu miha bodytec gehen. Um 9.40 h Durchsage des Kapitäns: Unsere aktuelle Position 73°25'N 20°48,8'O. Wir haben diverse Male den 0 Meridian überfahren, hatten eine unruhige Nacht. Seit der Bäreninsel haben wir 72 sm zurückgelegt, seit Longyearbyen 635 sm, 158 sm Restdistanz bis zum Nordkap. Wassertiefe 130 m, bedeckt, 1012 hPa, 10°, 87%, 6°, SSW6, Wellenhöhe 3 m. 12.25 h: 72°48,5'N 22°15'W mitten im Nord Atlantik, wir haben wieder beruhigte See, Dünung querab von Steuerbord, Kurs 146°, etwa um 19.15 h erreichen wir das Nordkap. 376 sm seit Longyearbyen, 131 sm Rest bis Skarsvag. 100 m Wassertiefe, 1014 hPa, 11°, 93%, 9°, SSW6, Dünung 3-4. 

Um 17.15 h sehen wir von unserer Backbord Kabine aus eine Gruppe von Tümmlern, die an uns vorbeischwimmen. 18.45 h Durchsage des Kapitäns: Es ist wieder ölige See, der Seegang hat uns Zeit gekostet, wir haben etwa eine halbe Stunde Verspätung. 19.15 h haben wir dann das Nordkap auf Steuerbord und nehmen den Lotsen auf. Mit Verspätung werden auch die Gruppen zum Tendern aufgefordert. 

Nordkap im Nebel
Das Nordkap (Nordkapplatået) ist ein steil aus dem Eismeer emporragendes Schieferplateau (Kap) auf der Insel Magerøya, es befindet sich auf dem Gebiet der nach ihm benannten Kommune Nordkap. Das Nordkap mit 307 m Höhe liegt auf 71° 10' 16" nördlicher Breite, ist allerdings nicht der nördlichste Punkt Europas. Dieser befindet sich auf der Inselgruppe Franz-Josef-Land, der wiederum nicht als nördlichster Punkt des europäischen Festlandes gilt, da er auf einer Insel liegt. Nördlicher befindet sich Knivskjellodden auf 71°11'08".

Wir gehen in die Martini Bar und unterhalten uns mit dem Barmann und seiner Kollegin. Pianist Mike Denker spielt es nochmal, Sam, meinen Musikwunsch: As time goes by. Der DJ legt gute Musik auf, wir geniessen das fast leere Schiff. Auf die Kabine gehen wir, als die ersten Gäste wiederkommen. Wettertrend bewölkt um 10°, zum letzten Mal Mitternachtssonne.

Sa 03.08.2013 Hammerfest (Fugleneset Pier No.8), 8.00 – 12.00 h
Wir erreichen Hammerfest um 08.00 h. 8.21 h Position Hammerfest 70°40.140'N 23°40.270'O, 16° und Sonnenschein. Nach dem Frühstück machen wir uns mit forschem Marsch auf in Richtung Eisbärenclub. Zum Eisbärenclub sind es etwa 2,5 km, es geht über die Meridiangata, den Fugleneswegen, Nedre Mola und die Strandgata. Ab und zu stoppe ich, um ein paar Aufnahmen von den schönen Häusern zu machen. Es ist noch ein wenig frisch, aber da wir recht zügig gehen, ist es so sehr angenehm. Die Mitgliedschaft im Eisbärenclub ist eine gute Sache, da seit 2010 ein Teil der einmaligen Mitgliedsbeiträge in die Forschung der WWF-Projekte der Arktis fließt. Nach unserem Einkauf und Besuch im Eisbärenclub, der in diesem Jahre sein 50 jähriges Bestehen feiert, gehen wir zur katholischen Kirche hoch. 


Der Eisbärenclub (The Polar Bear Society) auch bei Facebook
Wir bummeln noch durch die Läden, die ab 10.00 geöffnet sind und marschieren dann zur Meridian Säule, die auf der Fuglenes Halbinsel steht, dort liegt auch die MS Columbus 2 an der Pier. Vom Balkon sehen wir, wie die Hurtigrute Nord Norge am Hurtigruten Kai beim Eisbärenclub anlegt. Die Sonne lacht und ich lege mich vor dem Balkon auf den Fußboden der Kabine. Endlich wieder einmal ein richtig schöner sonniger Tag nach all dem Nebel.

12.00 h Durchsage des Kapitäns: Gestern war es zu spät für die Durchsage, wir hatten regnerisches Wetter auf dem Nordkap. Bis Leknes sind es noch 321 sm, wir werden mit 17-18 Knoten durch die Fjordwelt mit zum Teil engen Passagen fahren. Es sind noch 250 sm bis Tromsø und bis zur Kvalsund-Brücke 201 sm. Wissenswertes über diese Brücke auf der Seite von structurae.de



Wir passieren gerade die Gasverflüssigungsanlage Gasskraft vor Hammerfest. Die Schiffe hier im Hafen sind Versorger für die Bohrinseln. Wetterdaten: 1015 hPa, 18°, 11°, 90%, in Leknes erwarten wir Windstärke. Geniessen Sie das Panorama und geniessen Sie das Leben! um 12.18 h fahren wir an der Arctic Princess vorbei, ein Gastanker mit dem Heimathafen Hammerfest. Wettertrend bewölkt um 16°, SA 01:48 h, SU 23:03 h. 

So 04.08.2013 Leknes, 8.45 – 18.00 h (Leknes Cruise Pier) 
Wußten Sie, daß die Landschaft der Lofoten viele Jahrhunderte karg und kahl war? Es gab nur noch wenige Bäume, weil die Bewohner die meisten Wälder für den Haus-, Schiffs- und Trockengestellbau abgeholzt hatten. Mittlerweile ist der Baumbestand in weiten Teilen der Lofoten wieder erheblich angewachsen.


Um 04.35 h befinden wir uns vor dem Trollfjord, Position 68°21.790'N 15°00.00' O, von der Kabine aus sehe ich die Einfahrt zum Fjord. Die Bedingungen sind miserabel, es ist diesig und sehr windig, die Wolken scheinen zu rasen. Der Kapitän nimmt wieder Kurs auf. 
Um 08.03 h fahren wir an der Seaborn Sojourn vorbei, die MS Deutschland liegt auch auf Reede. Ich habe mich zur Massage angemeldet, an Hafentagen gibt es den sogenannten "Early Bird" mit 20% Ermäßigung bei Buchung. Die Angebotspalette hier an Bord ist einmalig gut! Großes Lob an die Mädels des Ocean Spas! Nach der Anwendung bin ich total erledigt und frage nach dem Grund?  Die Antwort lautet, die Anwendung holt einen herunter, das merke ich und verschlafe fast den ganzen Tag.

Versäumt habe ich nicht viel, mein Mann erkundet die Gegend. Schöne bunte Holzhäuser, Fischtrockengestelle, eine Einkaufsstraße, leider alle Läden geschlossen, es ist Sonntag. Ich gehe mit meinem Mann kurz in den Shop an der Pier. Um 17.50 h laufen wir wieder aus, Durchsage des Kapitäns: Wir waren ganz flott unterwegs, der Wind pustete stetig, wegen des starken Windes und auch wegen der schlechten Sicht konnten wir leider auch nicht in den Trollfjord einlaufen. Auch hier in Leknes mussten wir uns eine Windlücke zum Einlaufen suchen. Später auf dem Weg nach Olden kommen wir wieder in den Schutz der Berge. Wir nehmen südlichen Kurs nah der Küste, SSW 4-5, 2 m Wellen, offene See, 521 sm, 14,1 Knoten, abends erreichen wir die Fjordwelt, um 23.00 h Aufnahme des Lotsens. Um 8.00 h gehen wir längsseits, Tendern ist in Olden nichts so einfach. Wetterdaten: 1015 hPa, 22°, 14, 60%. Am Abend essen wir  im Lido Café, dort gibt asiatisches Büffet. Danach gehen wir in den Martinis Club – Motto: Kreuzfahrer Nächte sind lang. Wettertrend bewölkt, um 16°, SA 03:36 h, SU 22:46 h.
 
Mo 05.08.2013 Entspannung auf  See – Kurs Olden / Norwegen
7.30 h von der Seekarte aus dem Fernseher: 65°27.130'N 9°42.350'O, SSW, 11,8 Knoten, 11,7°, Höhe Vennesund. Heute bin ich wieder um 9.00 h bei Lena, Aufwärmen auf dem Laufband mit Steigung und Kniestabilisation bei dem Seegang ist einfach fies. Auf der Kabine schreibe ich weiter an dem Blog, im Fernseher schaue ich das Lektorat über Gletscher. Ich schalte ab, dabei kann ich mich nicht konzentrieren. 

Wissen Sie wie ein Gletscher entsteht? Als erstes braucht man für die Entstehung eine langfristig tiefe Temperatur, damit es zu Schneefall kommt. Die Ansammlung von Schneemassen wird Akkumulation genannt, und infolge dessen der Entstehungsbereich eines Gletschers auch das Akkumulationsgebiet (Nährgebiet). Reicht die Schneemasse aus, daß durch die Last der oberen die tieferen Schichten zusammengepresst werden, beginnt die Metamorphose des Schnees hin zu Gletschereis. Gletscher sind die größten Süßwasserspeicher der Welt und nach den Ozeanen die größten Wasserspeicher der Erde. Sie bedecken in den Polargebieten große Teile der Landflächen. Daher sind Gletscher auch bedeutend als Wasserzulieferer für viele Flusssysteme und haben entscheidenden Einfluss auf unser Weltklima. Glaziologie ist die Wissenschaft von Formen, Auftreten und Eigenschaften von Eis und Schnee samt ihren Ausformungen als Gletscher, Permafrost und Schelfeis. Sie entstand im 19. Jahrhundert in der Schweiz als Gletscherkunde. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist nahezu weltweit ein deutlicher Rückgang der Gletscher zu beobachten. Dieser Vorgang wird Gletscherschwund oder Gletscherschmelze genannt. 

10.00 h Durchsage: 65°02.790'N 9°06.610'O, Norwegische See, Windsee – Wind aus Backbord, Dünung aus Steuerbord. Dort sind wir um 08.00h an der Pier. Tiefe 72 sm, bedeckt, 1011 hPa, 15°, 89%, 14°, SSO 5-6. Das gefällt sicher einigen nicht. Geniessen Sie das Leben. Das klingt ein wenig höhnisch, wir müssen grinsen. Um 11.30 h gibt es auf dem Pooldeck frischen Lachs von den Lofoten, einmal roh als Sashimi und gebraten, dazu leichten Weißwein. 

Als der Kapitän die 12.00 h Durchsage macht, haben wir 3-4 m hohe Wellen. Selbst auf dem Pooldeck sieht man den Horizont auf und ab wandern. Einige Passagiere stehen auf der Joggingstrecke über uns und schauen es sich von oben an. 16.00 h Durchsage: 63°45'N 7°15'O, Kurs 213°, 27 sm von der Smøla Insel entfernt (querab Trondheim), 16 Knoten, seit Leknes 329 sm, bis Olden 192 sm. 1013 hPa, 15,5 °, 89%, Wasser 16°, SSW 5, Seegang 4, Wellenhöhe 3m. Es hat sich wieder etwas beruhigt. Ich schreibe weiter an meinem Blog. Mein Mann geht in die Lounge zur Vorstellung der Europa 2 durch unseren Kreuzfahrtberater. Es geht ein Raunen durch den Saal, als die Owner Suiten nebst Preisen präsentiert  werden. Ich freue mich, daß wir die Möglichkeit als Mitglied des Hapag Lloyd Kreuzfahrtenclub hatten, das Schiff zu besichtigen und eine kleine Tour von Cuxhaven bis nach Hamburg anlässlich des Hafengeburtstages zu machen. Heute gehen wir wieder ins Toscana, wir haben einen kleinen netten 4er Tisch, danach gehen wir zu unserem Barmann unseres Vertrauens in den Martinis Club, dort gibt es Evergreens mit DJ Hug. Wetterdaten 12.00 h: 1012 hPa, 14°, 12°, 89%, 3-4 m Wellen, SA 04:18 h, SU 22:17 h.

 

Die 06.08.2013 Olden, 8.00 – 18.00 h Olden Luise Pier
Wir erkunden Olden (Wikipedia engl.) auf eigene Kappe und haben Glück, denn auf den Postkarten im Ort sehen wir, daß oft mehrere große Kreuzfahrtschiffe im Fjord liegen. Olden ist voll darauf eingerichtet, in den Boutiquen sehe ich jede Menge Abendgarderobe und gruselige Souvenirs. Trotz des Regens geniessen wir es, durch die Straßen mit den hübschen Häusern zu bummeln. Position Olden und Wetterdaten aus dem Bordcomputer um 13.00 h: 61°50.620'N 6°48.630'O, 16,5°, Regen, OSO kaum Wind. Nach dem Mittagessen fahren wir mit dem Bus zum Briksdal Gletscher (Briksdalsbreen) mit dem Führer Olav und dem Busfahrer Erling, beides Namen von norwegischen Königen, wie er uns erzählt. Der Gletscher Briksdalsbreen liegt im Inneren des wunderschönen Tals Oldendalen etwa 20 km vom Ort Olden entfernt. (Offizielle Website).

Sehen Sie hier ein Video auf YouTube von 2009 - Gletscherentwicklung 1870 – 2006. Der Gletscher reichte 2009 noch bis in den Gletschersee, es ist erschreckend, wie weit der Gletscher in der Zeitspanne zurückgegangen ist. 



Unseren ersten Fotostopp machen wir am Oldensee (Oldevatnet-See) am Milchglasgletscher. Der Oldenfluß, an dem wir einige Zeit entlangfahren, ist einer der Lachsflüße Westnorwegens. Wir sehen die Gletscherzunge und die Ausläufer des Jostetalgletschers (Jostedalsbreen). Olav erzählt uns, daß die Gletscher in der sogenannten kleinen Eiszeit entstanden sind, eine Periode relativ kühlen Klimas, die von Anfang des 15. bis in das 19. Jahrhundert hinein ging. Vor etwa 8000 Jahren gab es hier keine Gletscher, die Menschen mussten wegen der Wetterverschlechterung in der Zeit von 1650 – 1750 die Region räumen. Als wir an der 1730 m hohen Cecilĭenkrone vorbeifahren, erzählt uns Olav eine traurige Sage: 
Der König wollte die wunderschöne Cecilie zur Braut nehmen, doch als er in ihrem  Dorf ankommt, ist die Braut nicht mehr am Leben. Da an dem Tag die Sonne so schön auf die Bergspitzen scheint, nennt er den Berg Cecilĭenkrone, eine Krone, die seine schöne Braut nie mehr tragen wird.
Außerdem erzählt uns Olav, daß diese Straße im Winter trotz der vielen Tunnel sehr oft wegen Lawinenabgängen gesperrt ist. Lawinen, die hier Namen haben wie Bekannte, da sie sehr oft an denselben Stellen abgehen. Dann erzählt er noch eine lustige Anekdote aus der Winterzeit:
Ein Mann schickte seine Ehefrau mit einer Einkaufsbestellung über den See, auf dem stand: Bitte gebe meiner Frau folgende Waren mit (es folgte eine Auflistung diverser Dinge). Ich zahle dann im Juli, denn ich habe meiner Frau kein Geld mitgegeben, weil das Eis nicht so sicher ist. 


Oben am Fjällgasthof führt ein etwa 3 km langer Schotterweg in leichtem Anstieg zum Gletscherrand. Dorthin kommt man entweder zu Fuß oder mit offenen "Troll-Autos", von denen etliche heute unterwegs sind. Der Gletscherbach schlängelt sich tosend an uns vorbei, wir können uns nicht vorstellen, daß man hier Raften kann. Dennoch sehen wir einige Schlauchboote weiter oben stehen, als wir die Brücke passieren und wie viele andere Wanderer erbarmungslos von der meterhohen Gischt durchnässt werden. Ich bin froh, daß ich Funktionswäsche trage, die sehr schnell wieder trocken ist. Der Blick auf den Gletscher und den Gletschersee trösten einen nach der Tortur. Bergab ist dennoch anstrengender für die Waden, die nach diesem Trip sich bemerkbar machen, finde ich. Noch einmal eine erfrischende eiskalte Dusche und wir sind wieder im Gasthof, indem man für uns Kaffee und Kuchen vorbereitet hat. Im Bus bekommen wir Wasser aus Olden, das aus dem schmelzenden Eis des Gletscher Myklebust aus einem unterirdischen Bach in Flaschen abgefüllt wird (OLDEN - beskyttet av naturen, Naturlig Mineralvann). Diese Fabrik hat 25 Mitarbeiter. Nur kurz frisch machen, dann geht es zum Abendessen und später zum DJ. Wettertrend bewölkt, 20°, SA 05:15 h, SU 22:03 h.


Mi 07.08.2013 Stavanger, 13.00 – 19.00 h (Skansekaien)
10.00 h 59°24.4'N 5°15.2'O, südlich der Shetlands, auf Steuerbord Haugesund, in 20 min durchfahren wir die Karmsundbrücke
12 Knoten, variabler Kurs 130°, 232 sm seit Olden, 31 sm Restdistanz bis Stavanger. Tiefe 80 m, 1016 hPa, 14°, 78%, 15°, sonnig, nördliche schwache Winde. 13.10 h Durchsage der Kreuzfahrtdirektorin: Wir sind nicht so ganz alleine. Sonne 20°, im Schatten 16°, kein flüssiger Sonnenschein zu erwarten. Wir schauen beim Einlaufen heraus und hatten schon vorher gesehen, was sie meint. Es liegen hier im Hafen weitere Kreuzfahrer: die MS Ryndam von der Holland America Linie, die MV Adonia von P&O Cruises, die MS Oriana ebenfalls von P&O Cruises und last but not least die FTI Berlin.


Wir sind nicht alleine




Wir machen uns auf zum Petroleum Museum, das ganz in der Nähe der Pier ist. Diese Ausstellung beantwortet alle Fragen rund um Öl und Gas startend mit Beginn der Erdgeschichte.
  • Warum gibt es Öl und Gas in der Nordsee, wie entsteht es?
  • Welche Technologie ist notwendig um diese Vorkommen zu nutzen?
  • Wofür benutzen wir Öl und Gas?   
  • Wie ist es auf einer Plattform in der Nordsee zu leben und zu arbeiten?   
In der Nordsee unter dem Meeresboden befinden sich größere Erdöl- und Erdgasreserven, die seit den 1970er Jahren abgebaut werden. In verschiedenen Filmen, interaktiven Ausstellungsbereichen, beeindruckenden authentischen Nachbildungen wird die Welt der Ölförderindustrie dargestellt. Beeindruckend ist die Modellsammlung der verschiedenen Bohrkronen und Ölförderinseln. 

Unter Nordseeöl / wikipedia unter anderem eine Liste der Ölplattformen

Nach 2 Stunden im Museum bummeln wir noch durch die malerischen Gassen der Stadt zum Pier, an dem die Oriana sich zum Auslaufen bereit macht. Ich denke wie immer an einen Schraubenkasten. Zurück auf unserer Kabine sehen wir noch in der Ferne die Berlin und die Adonia. Als die Oriana ausläuft, sehen wir, wie am Heck Massen von Menschen stehen, die von 4 Animateuren zur Stimmung angepeitscht werden. 


Heute gibt es französisches Abendessen, der Shantychor singt und die Seekarte wird verlost. Um 21.30 h spricht der Kapitän in der Lounge mit verstellter Stimme: Da versucht mich jemand zu kopieren. Er  läßt unsere Route Revue passieren. Erwähnt nochmal, daß es neuerdings Vorschrift ist, Lotsen bei Spitzbergen zu nehmen. Als kleine Anekdote den Inhalt eines Gesprächs mit dem Lotsen: Als er dem Lotsen erzählt, daß er Lilliehöökfjord anfahren will, sagt der, das geht nicht. Frage warum? Der Lotse kennt es nicht, und Lloyds Hotel, da hat er schon einmal etwas darüber gelesen. So zeigte unser Kapitän dem Lotsen Spitzbergen und wie man im Eis manövriert. Unsere Gesamtdistanz 5092 sm seit Kiel. Patrick Lindner von der Brücke, nicht der Sänger, moderiert den Abend. Der Erlös der Kartenverlosung geht zur Hälfte an die Crew und zur Hälfte an die Stiftung Life www.stiftunglife.de. Es kommen 2370,00 € zusammen. Der Kapitän singt ganz hervorragend: "The Wild Rover". Hier eine Version von den Dubliners auf YouTube:


Danach geht die Crew in den Martinis Club, wo wir alle noch ausgiebig tanzen. Motto heute: Aktuelle Hits. Wettertrend leicht bewölkt, um 17°, SA 05:35 h, SU 21:47 h. 


Do 08.08.2013 Entspannung auf See – letzter Seetag
8.00 h 56°41.920'N 6°27.240'O, etwa auf der Höhe der Bohrinsel Ebofisk, der norwegischen Ölplattform, von der wir auch ein Modell im Museum gesehen haben und Thyborøn des Einganges vom Limfjordes. 

10.00 h Durchsage des Kapitäns: 56°19'N 6°35.7'O Jütland/Dänemark auf Backbord in 51 sm, die FTI Berlin auf Steuerbord mit Kurs Bremerhaven. Für die Elbe brauchen wir einen Lotsen, um 01.30 h erreichen wir Cuxhaven, etwa um 02.45 h erreichen wir Brunsbüttel. Dort nehmen einen anderen Lotsen, zuletzt nehmen wir vor Hamburg den Hafenlotsen an Bord. 172°, 12 Knoten, 177 sm seit Stavanger, 238 sm bis Hamburg. In den Fjorden so Minimum 80 m, jetzt haben wir 38 m Wassertiefe, bedeckt, 1013 hPa, 17°, 89%, 18°, N5, Wellen 2 m von achtern, dadurch kaum Schiffsbewegungen. Um 11.30 h ist Bayrischer Frühschoppen, geniessen sie den letzten Seetag mit einem schönen Bier und geniessen Sie das Leben!  

Heavens Club spielt Schunkelmusik und der Küchenchef und seine Küchencrew zerteilen die Spanferkel und die Haxen auf dem Pooldeck. Das Wetter spielt mit und als die Stimmung richtig gut ist, stehen etliche Crewmitglieder oben auf der Joggingstrecke und klatschen mit. Zum Abschluß gibt es eine geschlossene Polonäse einmal um das Deck. Nach dem Frühschoppen gehen wir auf unseren Balkon, das ist schon eine angenehme Sache bei schönem Wetter. Ich verstaue schon das erste Gepäck.  

16.00 h Brücke: 9,4°N 6°490'O, südlicher Kurs 66°, in 52 sm 3 dänische Ölplattformen in 8 sm Entfernung, Sylt liegt in 50 sm Entfernung. Um 21.30 h passieren wir Helgoland in 38 sm Entfernung. Distanz seit Stavanger 248 sm, bis Hamburg 167 sm Restdistanz – Ankunft 06.00 h. 23.30 h Aufnehmen des Elblotsen, 1016 hPa, 18°, 75%, 20°, W5, See 4, Wellen 2 m. 
Wir machen uns zu unserem letzten Abendessen auf dieser Reise fertig. Danach heißt es dann die Koffer so vorzubereiten, daß wir sie dann bis spätestens 1.00 h vor die Tür gestellt werden können. Wir gehen in die Martinibar und verabschieden uns von ersten Gästen und Crewmitgliedern. SA 05:50 h, SU 21:20 h. 

Fr 09.08.2013 Hamburg, Ankunft 7.00 h – Abreise
Alles gepackt und klar, nach dem Frühstück geht es ins Terminal. Die Tasche und den roten Koffer finden wir, aber der silberne? Panik macht sich breit, der fehlte ja schon einmal. Alles wird mobilisiert, nach einer ¾ Stunde fällt mir siedend heiß ein, wir haben doch einen neuen und der ist blau. Wir waren noch voll auf den alten geprägt. Mann, war mir das peinlich, aber der blaue bekommt jetzt einen Aufkleber mit: Ich bin Silber! So jetzt geht es ans Foto hochladen, die ersten können Sie schon bei Facebook sehen. Leider steikte meine Blogseite hier in den letzten Tagen. 


Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag
© Constanze Hoffmann

Kommentare:

  1. Hallo,
    vielen Dank für diese spannende Berichterstattung. Haben Sie evtl. Lust eine kurze Form mit 1 oder 2 Bildern auf meinen Seiten http://www.kreuzfahrttester.com zu veröffentlichen?
    Ich würde mich sehr freuen von Ihnen zu hören.
    mfg
    Claus

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    1. Warum nicht? ich habe Ihnen/Dir eine Mail geschickt:
      LG Conny

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