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Montag, 14. Mai 2012

1 x um die Welt - Teil 2b


- Auf den Spuren der Meuterer

Bild - Quelle Wikipedia

Die Nachfahren der berühmten Meuterer der Bounty leben auf Pitcairn. Die Bounty war ein dreimastiges Segelschiff der britischen Admiralität, das 1787 unter Führung von Lieutenant William Bligh zu einer Reise in die Südsee aufbrach, um Stecklinge des Brotfruchtbaums von Tahiti zu den Antillen zu bringen. Nach einem 5 - monatigen Aufenthalt auf Tahiti ging die Bounty wieder auf See. Nach wiederholten Ungerechtigkeiten an Bord kam es am 28. April 1789 südwestlich von Tofua zu der Meuterei, deren Anführer Christian Fletcher war. Kapitän Bligh wurde zusammen mit Fryer, Peckover und sechzehn anderen im sieben Meter langen und rund zwei Meter breiten Beiboot aus gesetzt, das um fast 20 Zentimeter tiefer eintauchte als bis zur vorgesehenen zulässigen Höchstmarke. 


Karte von Pitcairn - Quelle Wikipedia

Tag 14 - So 18.03.2012 – Bounty Bay / Pitcairn Island, Liegezeit 8.00 – 15.00 Anker

John Adams Grab


7.30 h – wir erreichen Pitcairn eine halbe Stunde früher, es herrscht ein wahnsinniger Schwell. Nach dem Scouten sind wir diesmal die letzte Gruppe. Ich überlege, ob ich ausboote, weil die Deckboys mehr als einmal bis zur Hüfte im Wasser stehen. Aber ich überwinde mich, wer weiß, ob ich jemals wieder hierher kommen werde. Es war immer ein großer Wunsch von mir, einst auf den Spuren der Bounty zu wandeln, denn hier begegne ich den Nachfahren der legendären Meuterer persönlich. Die Überfahrt ist schaukelig. Immer wieder lassen uns große Wellen kurz anhalten, bis wir dann auf einer in die Bucht hinein surfen. Für die Gäste, die nicht mit an Land gehen, kommen extra Händler an Bord. An Land sehen wir einige Bewohner, die uns mit ihren Quads zum Ort fahren wollen. Unter anderem einen, der ein wenig wie ein Freibeuter aussieht. (Zu sehen in dem Beitrag von National Geographic). Es geht eine asphaltierte Strasse hinauf, vorbei an dem Anker der Acadia. Auf dem Weg zum Ort überrascht uns ein Tropenschauer. Oben auf dem Marktplatz mit dem Bounty Anker und einer Kanone des Schiffes sind Stände mit Souvenirs aufgebaut. Dort oben in der Kirche befindet sich auch die Bounty Bibel. Wir sehen Mitarbeiter von National Geographic bei ihren Recherchen. In Partnerschaft mit der Pew Environment Group’s Global Ocean Legacy wollen Sie Pitcairns unberührte Gewässer, eines der letzten wilden Orte im Ozean, erforschen, vermessen und schützen. Ein 13 - köpfiges Team von Wissenschaftlern und Filmemachern hat im März-April 2012 Expeditionen zu den Pitcairn-Inseln unternommen, um mit ihrer Spezialausrüstung, die unglaubliche und unberührte Unterwasserwelt zu filmen.
Wir machen uns mit Lothar auf eine Wanderung über den Ecotrail, der nach dem Regenguß ganz schön schlammig ist. Lothar Staeck erklärt uns die tropische Vegetation. Es gibt dort Brotfrucht-, Mango-, Guaven-, Bananen-, Passionsfrucht-, Taro– und Maniokbäume. Am meisten beeindrucken mich die großen Feigenbäume (Bayan oder Ficus). Außerdem sehen wir wieder Fregattvögel und die Feenseeschwalben. Auf dem Rückweg zum Schiff kaufen wir uns T-shirts und eine Mütze als Andenken. Ich bin richtig froh, daß ich mit ausgebootet bin. 14.30 h letztes Boot von Land, Anker hoch in Richtung Mangareva – Entfernung 316 sm. 12:00 h 27°, 27°, 1011 hPa, 90%, NW 3, leicht bedeckt, SA 6:43, SU 18:59.

Tag 15 - Mo 19.03.2012 - Mangareva / Gambierinseln / Französisch Polynesien



9.00 h Durchsage des Kapitäns: Die Gambierinseln liegen Steuerbord in 11 sm, es sind noch 2 1/2 Stunden bis zur Lagune. Um 12.00 h werden wir vor Mangareva ankern. Position 23°23' S 134°51' W, Kurs 291°. 11 Knoten, 28 sm Rest, seit Pitcairn 278 sm, 25°, 27°, 1012 hPa ansteigend, S 3-4, bewölkt, Regen, Dünung 1m, 10 Stunden zu Deutschland. 10.30 h Eliane Koller - Die schwarze Perle - das Juwel der Südsee. Um 11.07 h sehen wir Sturmvögel. Gegen 12.00 h Ankern wir vor der Ortschaft Rikitea. Wir Booten als erste Gruppe aus. Uns wird gesagt, daß es naß werden wird, so entschließen wir uns nur die wasserfeste Kamera mitzunehmen. Nach 2 sm Zickzack - Kurs mit dem Zodiac werden wir an Land mit Kränzen und einheimischer Musik begrüßt. Im Ort sind unter einem Zelt, Köstlichkeiten der Insel für uns angerichtet. Dort werden uns später auch Tänze vorgeführt - wie im dem kurzen Video oben. Danach wandern wir mit Lothar Staeck zu einem alten Konvent, auf dem Weg dahin bewundern wir die üppige Vegetation. Die Einflüsse der französischen Missionare aus dem 19. Jh. waren sind in dieser Region zu merken, wie die 1848 erbaute Kathedrale Saint Michel bekundet, deren Altar eine mit Perlen und Perlmutt geschmückte Augenweide ist. Auf dem Rückweg besichtigen wir eine Schule, in der Jugendliche lernen Perlmutt zu bearbeiten. Ich kaufe mir bei Händlern 3 schwarze Perlen und Monoi. Das hier besonders klare Wasser der Lagune wird traditionell für die Perlenzucht genutzt. Um 17.30 h verlassen wir Mangareva - Kurs Makemo / Tuamoto Insel - Entfernung 641 sm. Wir gehen heute ins Ethno, dort es gibt es heute Polynesische Spezialitäten, das paßt zum Südseefeeling. 21.30 h Kai Schepp will auf dem Oberdeck Sterne erläutern, leider sind zu viele Wolken am Himmel. 12.00 h 25°, 27°, SO 3, wolkig, SA 5:59, SU 18:12, die Uhren wieder eine Stunde zurück.
 
Tag 16 - Di 20.03.2012 - Auf See - Kurs Makemo / Tuamoto Inseln 

Bildquelle Wikipedia
9.00 h Kapitänsdurchsage: Die Tuamotos sind in Sicht mit so klangvollen Namen wie Tenavaro, Vahanga, Tenarango, Mururoa und Fangataufa. Wir fahren in 70 sm Entfernung zu Mururoa wegen der Atomversuche der Franzosen. Unser Kurs 309*, bis Makemo noch 215 sm, seit Mangareva 418 sm. 11 Knoten, 20 °55' S 137°57' W, 3600 m unter dem Kiel, 27°27°, O 4-5, 1014 hPa, 1,5 - 2 Dünung. Mururoa eigentlich Moruroa heißt in der Landessprache in etwa "Großes Geheimnis". Das Geheimnis ist keines mehr, 1966 wurde das jetzt unbewohnte Atoll wegen als Kernwaffentestgelände Frankreichs  bekannt. Zwischen 1966 bis 1996 wurden auf Mururoa insgesamt 188 Atombomben gezündet, davon 41 in der Atmosphäre und 147 unterirdisch. Bis heute ist Mururoa ein Sperrgebiet. In rund 140 Bohrschächten lagern dort außerdem große Mengen radioaktiven Abfalls. 10.30 h Lothar Staeck - Tropische Märkte der Südsee - gesundheitsfördernde Früchte und exotisches Gemüse. Er erläutert die gesundheitlichen Vorzüge und erzählt, daß sich die meisten sich leicht anbauen lassen. Ab 12.00 h heißt es O'zapft is - Frühschoppen mit Sigi Kohlberg Band.
Ab 15.00 h wird die Heimreise eingeleitet, die Kofferanhänger werden ausgegeben. 16.45 h - Franz Gingele mit Riffe - ein Erfolgsmodell der Erdgeschichte. 18.15 h Recap und Vorschau auf Makemo, die größte befahrbare Lagune, Fakarava, Farbnuancen des Wassers, Big 10 des Wassers, Tatoo, was soviel wie Winde schlagen heißt. 12.00 h 28°, 27°, NO 3, wolkig, SA 6:14, SU 8:12.

Tag 17 - Mi 21.03.2012 - Seetag / Happy birthday Hanseatic! 

9.00 h Durchsage des Kapitäns: Heute ist Frühlingsanfang, um uns herum die Tuamoto Inseln. Hao, Amanu, Taurere auf Steuerbord, Ravahere, Marukau, Rertoro auf Backbord. Bis Makemo 165 sm, 468 sm seit Mangareva. 310°, 11 Knoten, Position 18°22' S, 141°22' W, Tropenzone, 3200 m Wassertiefe, 28°, 28°, O3, Schwell 1,5 m, 1013 hPa steigend. 10.30 h - Korallenriffe - tödliches Paradies fällt aus. Happy birthday MS Hanseatic, von 11.00 - 12.00 h Booten wir auf dem Pacific aus - Position 18°04.100'S, 141°33.130' W. Unser Hoteldirektor und unsere Maître'D schenken Champagner aus. 17.00 h Brando und die Bombe - mit Eliane Koller. 19.00 h BBQ auf dem Lemaire Deck mit Band - alle Gäste werden zum 19. Geburtstag des Schiffes eingeladen. Die Crew hat das Deck mit einer traumhaften Südsee - Deko verschönert und trägt passende Kleidung im Südseelook, auch wir wurden gebeten uns so zu kleiden - ein wundervoller, gelungener Abend. 12.00 h 28°, 28°, O3, wolkig, SA 6:34, SU 17:43.

Tag 18 - Do 22.03.2012 - Makemo / Tuamoto Inseln / Liegezeit 8-18 h (Anker) 

Wir erreichen Makemo um 8.00 h. Makemo ist ein 69 km langes Atoll mit 7 - 17 m Breite, das 4 größte der Tuamoto Inseln. Die ganze Lagune hat eine Fläche von ca. 600 km², dabei ist die Insel selbst nur ein schmaler Landstreifen, auf dem ca. 700 - 1000 Menschen wohnen. Wir müssen zu den Behörden in die Explorer Lounge, da wir in Papeete abreisen werden. Um 9.30 h geht es dann mit den Zodiacs an Land durch eine breite Passage in die Lagune hinein zum Pier des Ortes Pouheva. Wir werden mit Musik, Tänzen und duftenden Kränzen begrüßt. Der Bürgermeister heißt uns mit einer Ansprache willkommen. Wir probieren die Köstlichkeiten der Insel unter anderem Kokosnuss Milch aus der grünen Nuss, rohen Fisch mit Gemüse und Kokosnuss Milch im Blatt serviert und stöbern an den Souvernirständen. Ich kaufe mir 2 Pareos, ein rotes Kleid mit typischem Blumenmuster und eine Perlmuttkette mit einer schwarzen Perle. Die Waren sind hier viel schöner als auf Mangareva und die Einheimischen auch viel freundlicher. Dann machen wir uns bei der unglaublichen Hitze mit Lothar Staeck auf, um die Umgebung zu erkunden. Unterwegs treffen wir kaum Insulaner, sie scheinen alle an der Pier zu sein. Wir gehen zum Leuchtturm und zur Kirche, Lothar weist uns auf die Vegetation hin, Makemo ist eine wundervolle duftende Insel. Als wir zum Pier zurückkehren, kommen uns die Einheimischen entgegen. Die Dame, bei der ich das Kleid gekauft habe, schenkt mir eine braune Muschel als Erinnerung. Sie hält sie sich ans Ohr und sagt, wenn ich sie mir ans Ohr halte, würde mich ihr Rauschen immer an Makemo erinnern. Als wir im Zodiac sitzen, winkt sie zum Abschied. Zum Mittag sind wir an Bord und fahren um 14.00 h an einen Strand der Insel, um zu Schnorcheln. Leider ist das Wasser etwas trübe, trotzdem sehen wir einige bunte Fische. Die Dusche genießen wir heute besonders. Um 18.00 h verläßt die Hanse Makemo und nimmt Kurs auf Fakarava / Tuamoto Inseln - Entfernung 142 sm, danach geht es ab zum Recap. Die letzten Tage lassen wir Revue passieren und werden auf Fakarava, Moorea und Tahiti vorbereitet. Nach dem Abendessen hält Kai Schepp einen Vortrag über die Kreuzfüge der Hapag Lloyd in der Explorer Lounge. 12.00 h 28°, 28°, S 2-3, wolkig, SA 5:39, SU 17.43, Uhr 1 Stunde zurück.

Tag 19 - Fr 23.03.2012 - Fakarava / Tuamotuinseln 



Feenseeschwalben
Um 8.00 erreichen wir das gewaltige Atoll Fakarava mit einer Größe von 60 x 25 km², aber mit einer Landfläche von nur 16 km². Durch die Nord Passage fahren wir in die Lagune ein und Ankern vor dem Ort Rotoava. Ab 8.30 h fahren wir per Tender an Land, fröhliche Musik, duftende Kränze und Menschen in den bunten Farben der Südsee erwarten uns. Gutgelaunt schauen wir uns die Waren der Händler unter dem Zeltdach an. Ich kann nicht widerstehen und kaufe ein Perlmutt Set. Die nette Verkäuferin schenkt mir später ein Glas mit Sand der Insel, als Erinnerung an Fakarava. Wir schließen uns wieder Lothar Staeck an, der uns die Pflanzen links und rechts des Weges erklärt, Nonibäume, Brotfrucht, Tuamotupalmen, Scharlachkordie und verschieden Arten von Lilien. In einem großen Baum sehen wir Feenseeschwalben in ihren Nestern. Auf dieser Insel gelingen mir einige schöne und typische Südseebilder. Um 13.00 h sind dann alle wieder an Bord und wir verlassen Fakarava mit Kurs auf Moorea - Entfernung 262 sm. 16.45 Kai Schepp mit Tahiti - Insel über dem Wind. Ich gehe zum Friseur, heute ist schon der Abschiedsabend.
Beim Cocktail läßt Kapitän Natke die Reise Revue passieren: 5200 sm, 10.000 km, 11 Häfen, 2 x Pier, 4 x Tender, 6 x Zodiacanlandungen. Einsamste Gegenden der Welt, nicht nur Sonnenschein, nicht immer Palmen und Strände, nicht überall Hula Hula Mädchen, Premiere Makemo, Zodiac auf dem Pacific, Temperaturen von 15 ° an der Chilenische Küste und am heutigen Abend von 30°, kalt und warm, immer auf dem Kurs des Südost Passats,  stärkster Wind bei der Osterinsel mit 7-8 am Abend.
Nach dem Cocktail ist das Gala Dinner, ab 22.00 h singt der Shanty Chor des Schiffes und die Seekarte wird versteigert. Sie ist diesmal besonders schön bemalt. Die heutige Aktion heißt Gäste und Crew engagieren sich, das Geld geht an www.stiftunglife.de, die  verschiedene Projekte unterstützen. Die Lounge leert sich heute nur ganz langsam. 12.00 h 28, 28, O2, wolkig, SA 5:47 h, SU 17.56 h.

Tag 20 - Sa 24.03.2012 - Moorea/Gesellschaftsinseln - Papeete/Tahiti, Ankunft 19.00 Uhr 



Um 8.00 h erreichen wir Moorea und Ankern in der Cook Bay. James Cook besuchte Moorea 1777 während seiner dritten Reise. Er ankerte jedoch nicht in dieser Buch mit den Schiffen Resolution und Discovery, sondern in der benachbarten Baye d´Opunohu. Die höchste Erhebung Mooreas ist der Mount Tohiea mit 1207 m. Für uns ist heute Stress angesagt, wir haben heute 2 Ausflüge und kaum Zeit dazwischen. Als erstes gehen wir auf Schnorcheltour, mit einem Ausflugsboot und 2 Mann Crew fahren wir in eine Lagune, um dort die Fauna des Meeres zu erforschen. Zur Stärkung gibt es Wasser, Obst und Kokosraspeln an Bord. Als Highlight schnorcheln wir an einem anderen Platz mit Schwarzflossen Riffhaien und Rochen. Die Rochen sind durch das Füttern fast zahm und lassen sich streicheln. Kuscheln mit Rochen, wer hätte das gedacht? Wir fahren noch etwas an der Küste entlang und dann zurück zum Pier. Schnell in den nächsten Tender, der auf uns Gäste von der Schnorcheltour wartet und zurück an Land, damit wir zu unserer Jeeptour kommen. 
Auf ins Abenteuer - zuerst geht es steil und in unzähligen Serpentinen zum Magic Mountain. Oben angekommen müssen wir noch ein Stück in der sengenden Hitze bergauf steigen, um den Blick von oben auf die Lagune zu genießen. Das türkisfarbene Meer leuchtet in der Sonne, sagenhaft, welch' Anblick! Genauso abenteuerlich geht es zurück, schon ein komisches Gefühl, kopfüber die Strasse herunterzufahren. Dann fahren wir weiter zu einer Ananas Plantage. Diese Art der Ananas ist kleiner aber viel süßer im Geschmack als die, die wir kennen. Danach fahren wir zum Aussichtsspunkt Belvedere, ein schöner Name aber passend. Von dort können wir in die Cooks Bay mit der Hanseatic und die Oponohu Bucht mit der Rotterdam schauen. Dort oben bemerken wir Hähne, die sich hier ohne Ende vermehrt haben – ursprünglich wurden sie als Schädlingsbekämpfer eingesetzt. Sie laufen frei auf der Insel verstreut herum und krähen zu jeder Tageszeit. Weiter geht es durch die tropische Vegetation des Paopao Tals zu einem altem polynesischen Tempel in der Nähe. Wir fahren noch zu einem botanischen Garten, dort und auch bei einem anderen Shop können wir Marmelade probieren und diese sowie Erfrischungen erwerben. Um 16.30 h sind wir zurück an der Pier und gehen auch gleich an Bord. Duschen!! Um 18.00 h nehmen wir Kurs auf Papeete / Tahiti - Entfernung 19 sm. Wir geben unsere Flossen und gehen an Oberdeck, um 19.00 h erreichen wir Papeete. Heute reisen schon die ersten Passagiere ab, wir genießen unser letztes Abendessen an Bord und verabschieden uns von den ersten Bekannten an Bord. Letzte Nacht, übliches Prozedere, Koffer vor die Tür, dann noch einmal schlafen. 12.00 h 29, 28, N O 2-3, wolkig, SA 6:12 h , SU 18:06 h. 


Abendimpressionen von Tahiti

Tag 21 - So 25.03.2012 Tahiti / Papeete - Ende dieser Reise 
Wir können es ruhig angehen lassen, da wir noch ein paar Tage auf Tahiti bleiben. Unsere letzten Sachen quetschen wir ins Handgepäck. Nach dem Frühstück um 9.00 h Verabschiedung von Crew und Gästen verlassen wir das Schiff. Wir geben Matthias und unserem Kapitän an dem Sidegate die Hand. An der Pier sind etliche Taxis, wir nehmen uns eines mit einer netten Dame am Steuer. Wir fahren zu unserem Hotel für die nächsten Tage, aber das ist eine andere Geschichte.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag  
© Constanze Hoffmann

"Die Menschen, die wir lieben, können nicht immer bei uns bleiben. Deshalb ist die Zeit, die wir mit ihnen verbringen - sehr wichtig !"

Veronika Eger

Freitag, 3. Juni 2011

Das Abenteuer Nordwestpassage 2009 - Teil 2

 .. und weiter geht es von Gjoahavn nach Reykjavik 

Bildquelle Route aus dem Buch der Kapitäne

Tag 13 - 24.08.2009 - Kurs Larsen Sound - dem Eis entgegen

Endlich haben wir heute Eisberührung, ich erschrecke durch die schabenden Geräusche. Ab und zu sehen wir Robben, die bei dem schönen Wetter sich auf den Schollen von der Sonne durchwärmen lassen. Am heutigen Abend ist Mittelgala oder auch Bergfest genannt. Natürlich zum Abendessen, wie sollte es auch anders sein,  sehen wir auf dem Eisfeld vor uns Eisbären, ein Mutter mit 2 Kleinen und 2 Einzelgänger. Einer der Einzelgänger ist sehr nah an unsere Hanse herangekommen. Mit Verzögerung wurde dann das Essen weiterserviert. Am Abend spielt Claus Debusman seine SEErenaden, eigene Kompositionen rund um die See. Wussten Sie eigentlich, daß er wunderbar eine Möwe imitieren kann? :)) Ein wundervoller Tag mit einem grandiosen Abendhimmel geht zu Ende, hier haben die Sonnenauf - und Untergänge einen besonderen Reiz zu haben. Kurs Fort Ross - 286 sm. 1,5°, 0,5°, 1026 hPa, 3 Beaufort, bedeckt, SA 5.11 h. SU 21.54 h.

Tag 14 - 25.08.2009 - Kurs Resolute/ Franklin Strait

Um 9.00 h erreichen wir Fort Ross, unsere Ausbootung verzögerte sich wegen eines Eisbärs, der direkt in die Bucht schwamm. Wir wurden Gruppenweise ausgebootet, mussten unsere Schwimmwesten anbehalten und durften uns nur in einem abgegrenzten Gebiet bewegen. Unsere Zodiacs blieben als Fluchtfahrzeuge am Strand, Safety first! Das Resümee bis jetzt, eine ziemlich gute Ausbeute: 19 Eisbären ingesamt, diverse Robben, Narwale und diese riesige Herde Walrösser. Expedition pur - Tiere und Eis! Gegen 22.00 h zurück an Bord, stoppen plötzlich die Maschinen, eine Yacht aus Georgetown bittet um See -und Eiskarten für ihren Trip nach Nome.  5°, 0,5°, 1027 hPa, Windstärke 4, SA 5:01, SU 22:12 h.

Tag 15 - 26.08.2009 - Resolute/ Cornwalls Island und Beechey Island/ Barrow Strait

Resolute, alles schläft? Ein paar Hunde trollen gelangweilt durch die Straßen. Zwei LKWs fahren auf den wenigen Straßen auf und ab. Es wirkt wie ausgestorben, nicht einmal ein Fischer - "resolute" Stille :) Dabei haben wir uns auf das coole T-Shirt gefreut: Resolute ist nicht das Ende der Welt, aber man kann es von hier aus sehen! Enttäuschend! Weiter geht es nach Beechey Island - Entfernung 57 sm. Um 15.00 h halten wir an den Resten des ehemaligen Winterlager Franklins - Northumberland House, eine Zeremonie zu Ehren von Sir John Franklin ab. Unser Kapitän Thilo Natke steckt eine Namensliste aller Mitglieder dieser Expedition in eine Metallröhre, die vorher der Kapitän der Bremen dort hinterlegt hat. Danach wandern wir durch das Geröll zu den Gräbern der ehemaligen Mannschaftmitgliedern der damaligen Expedition. Weiter geht es nach Dundas Harbour/ Nunavut/ Kanada - 161 sm. 5,5°, 4°, 1027 hPa, 88%, NW3, heiter, SA 4.38 h, SU 21.48 h. 

Tag 16 - 27.08.2009 - Dundas Harbour/ Devon Island/ Nunavut

Heute habe ich die fehlenden Seemeilen auf der Brücke erfragt und dabei mit dem Ersten, dem Kapitän und dem Doc eine wenig Smalltalk gehalten. Cambridge Bay - Gjoahavn 260 sm, Gjoahavn - Sichtung Eisbären auf Eisfeld Larsen Sound 211 sm.
Heute war "Eiszeit" bei starken Seegang, der Sturm kam plötzlich (Böen mit Windstärke 9 -10) und schon gab es überall auf den Gängen die erste Tütendeko. Am Abend war Recap mit den Lektoren und Nordwest Passagen Party, wir stoßen auf die erfolgreiche 8. Durchquerung an. Der Kapitän dreht das Schiff, damit es ruhiger liegt. Die Dekoration am Pooldeck mit Eisbär und Co ist wieder gelungen. Am Abend gab es den ersten Regen seit unserer Einschiffung in Nome. 6.00 h - 8°, 5°, 1018 hPa, 70%, WNW 3, heiter, SA 4.54 h, SU 21.45 h, ab 13.00 h Kurs Ummannaq/ Grönland - 596 sm.

Tag 17 - 28.08.2009 - Auf See
Am Mittag gab es ein leckeres Tapasbüffet, ich geniesse diesen Seetag. Lese und lasse einfach die Seele baumeln, am Abend gibt es ein Roald Amundsen Abendessen. 7,5°, 4,5°, 1021,5 hPa, Windstärke 2 - 3, Sonne, SA 5:15 h, SU 21.11 h

Tag 18 - 29.08.2009 - Ummannaq/ Grönland

Parka Kapuzen tun es auch :))
Heute ist am Vormittag Recap, da wir ab 12.00 h mit den Tenderbooten in den Ort übersetzen. Trotz der Bestätigung ist alles geschlossen. Etwas später öffnete ein kleiner Souvenirladen, das war es dann. So geht es dann etwas enttäuscht in Richtung Ilulissat/ Grönland - 195 sm. Am Abend herrscht Megastimmung bei der Rock'n'Rollshow von Mr. Redshoe, fast jeder hat ein rotes Accessoire. 8,5°, 6,5°, 1015 hPa, Windstärke 4 - 5, Sonne, SA 5.46 h, SU 21:34 h.

Tag 19 - 30.08.2009 - Ilulissat/ Grönland - Kreuzen Diskobucht

Das wasserstoffblonde Ding bin ich
Beim Einlaufen so gegen 8.00 h rammen wir einen Growler. Ein Growler ist ein Eisbrocken in der Größe zwischen Eisscholle und Eisberg, der aber immerhin groß genug ist, um einem Schiff gefährlich werden zu können. Wir gehen zu Fuß zu dem Helikopterflugplatz und werden für unseren längeren Marsch belohnt, der Gletscher liegt in schönster Sonne - welch ein Anblick! Um 13.00 h Leinen los in Richtung Diskobucht. Die Eisberge sind zum letzten Jahr ganz schön geschrumpft, das Hinterland war sogar zu sehen. Wir fahren mit dem Zodiac auf Whale Watching - ein Buckelwal. 12.00 h - 9°, 2,5°, 1015 hPa, 70%, leichte Brise, heiter.

Tag 20 - 31.08.2009 - Sisimiut (Holsteinborg)/ Grönland
Wir gehen auf eigene Kappe in den Ort, besonders gefallen mir die bunten Häuser. Sie muntern uns ein wenig auf, da es die ganze Zeit regnet. Sisimiut ist berühmt für das Kunsthandwerk der einheimischen Inuit, das es in vielen kleinen Läden entlang der Hauptstraße zu kaufen gibt. Ich erstehe einen blauen Seidenschal mit bunt eingefärbter Moschusochsenwolle verziert. 

Um 15.00 h laufen wir nach Nuuk 199 sm aus, es gibt ein Zusatzprogramm. Am Abend verwöhnt uns unser Küchenchef Willy Leitgeb mit einem schönen Abendessen, wir bekommen alle Marzipanteddys mit rosa Näschen. 12.00 h Wetterdaten - 6,5°, 7°, 1014 hPa, 100%, leichte Brise, umlaufend, Regen, SA 6:09 h, SU 20:58 h.

Tag 22 -  Die 01.09.2009 - Kreuzen Godthab Fjord, Nuuk (Godthab)/ Grönland

Fotoquelle Wikipedia
Als besondere Überraschung steuern wir wieder Nuuk an. Es hat sich zum letzten mal einiges verändert, im Museum ist es besonders zu sehen. Die Hauptattraktion sind die ca. 500 Jahre alten Mumien in dem Museum. Ich kann wieder Weihnachtskarten schreiben, da werden einige sicherlich überrascht sein. Der bedeckte Himmel klart langsam wieder auf. 

Um 14.00 h nehmen wir Kurs auf Qaqortoq (Julianehab) - Entfernung 323 sm. Am heutigen Abend ist der letzte Auftritt von Mr. Redshoe - Claus Debusman, sein Programm heute: "Classic meets Rock'n'Roll" - sehr gelungen! Wetterdaten - 6,5°, 6°, 1010,5 hPa, Windstärke 2 - 3, bedeckt, SA 06:16 h, SU 20:34 h.

Tag 23 - Mi 02.09.2009 - Qaqortoq (Julianehab)/ Grönland
Um 9.50 h sichten wir 3 Buckelwale. Wir setzen in Qaqtortoq mit den Tendern über und besichtigen die Kirche, bummeln durch eine Boutique und werden unfreiwillig Zeuge eine Seehundschlachtung direkt am Steg. Das ist nichts für mich. Um 15.00 h ist Folklore angesagt. Zu dem Ort: Hier gibt es die einzigste Gerberei in Grönland, in der sehr modische Pelzkreationen hergestellt werden. Außerdem bewundern wir die schönen Steinarbeiten der Künstlerin Aka Holgh, die "Stenog Menneske" (Stein und Mensch) genannt werden. Rings um den Marktplatz stehen einige schöne Gebäude aus der Kolonialzeit und der älteste Brunnen Grönlands mit 80 Jahren in der Mitte. Aber leider ist dort eine Baustelle. Das Museum des Ortes ist sehr sehenswert. 

Um 13.00 h nehmen wir Kurs auf Hvalsey - Entfernung 11 sm. Als wir uns dem Ort nähern, sehen  wir dort eine alte Kirchenruine, >> hier können sie mehr über die Wikingerkirche aus dem 13. Jahrhundert lesen. Als wir anlanden, wundern wir uns über die sphärischen Klänge. Die Aufklärung des Rätsels - unser Bordpianist Michael Banasik (Anmerkung - unter dem Link finden Sie ein YouTube Video von 2002 mit ihm) spielt auf einer elektronischen Orgel in der Ruine. Was für eine Akustik, was für ein begnadeter Pianist er war! Wir hatten das Gefühl, in einer Kathedrale zu stehen. Um 18.45 h halten wir eine kleine Andacht vor der Ruine mit David Fletcher und Matthias Meyer, unserem Kreuzfahrtdirektor dieser Reise. RIP - Lieber Michael, wir denken an Dich! Um 20.00 h nehmen wir Kurs auf den Prins Christian Sund - Entfernung 106 sm. Wetterdaten: 6,5°, 5°, 1010 hPa, 78%, W 2 - 3, heiter bis wolkig, SA 6:14 h, SU 20:04 h. 

Tag 24 - Do 03.09.2011 - Auf See - Passage Prins Christian Sund 
Von der frühen Einfahrt in den Prins Christian Sund bekommen wir nichts mit. Wegen des trüben Wetters, die Wolken hingen sehr tief, erschien die sonst so schöne Landschaft uns allen eher trist. 9.00 h - von der jetzigen Position bis Rekjavik/ Island sind es noch 605 sm. Wir befinden uns in der Irminger See östlich von Grönland. 60°15'94"N, 042°02'09,0W. Ab 10.30 h beginnen die Vorbereitungen für die Rückreisegäste, 80 Personen verlassen das Schiff auf Island, aber es kommen auch 80 neue Gäste an Bord. Um 12.00 h wird die Uhr um eine Stunde vorgestellt. Es hat aufgebrist - N 7 mit 2,50 m hohen Wellen. 

Wir bewegen uns mit dem Tiefdruckgebiet bei 30 Knoten in Richtung Island. Heute ist wieder Farewell Abend. Kapitän Natke erzählt, daß dieses die 8. Nordwest Passage der MS Hanseatic ist - mit dem besten Wetter aller Durchfahrten, 22 Eisbären, Narwale und Walrösser und vielen anderen Tieren. 5400 Seemeilen haben wir 23 Tagen zurückgelegt, 21 Landungen durchgeführt, davon 14 mit unseren Zodiacs und wir waren das 124. Schiff, das je eine NWP geschafft hat. 12.00 h - 7°, 8°, 1002 hPa, 100%, NNO 6 - 7, bedeckt und regnerisch, SA 6:01 h, SU 20:31 h. 

Tag 25 - Fr. 04.09.2011 - Auf See - Kurs Island

Bildquelle Logbuch Kapitän Natke
Ab 12.00 h ist wieder unser Bayrischer Frühschoppen, es ist immer wieder herrlich. Den ganzen Tag sehen wir Wale, sogar Blauwale sind dabei. Ich geniesse diese Seetage.  

Auszug aus dem Logbuch unseres Kapitäns: Über die Irminger-See geht es am Freitag mit östlichem Kurs nach Reykjavik. Dieses Seegebiet ist berüchtigt als Wetterküche des Nordatlantik. Hier entwickeln sich die Islandtiefs, die ihre Ausläufer oft bis Europa entsenden. Heute allerdings glauben wir, in der Karibik zu sein: Spiegelglatte See und blauer Himmel, das erlebt man hier extrem selten! Plötzlich fährt der Wachoffizier eine scharfe Kursänderung nach Steuerbord, das Schiff neigt sich erheblich zur Seite. Als wir in der Observation Lounge ans Fenster stürzen, sehen wir den Grund: Ein riesiger Wal quert unseren Kurs, er ist zum Greifen nahe! Unsere Biologin ist ganz ausgelassen, denn sie hat den Giganten einwandfrei als Blauwal, das größte Tier der Welt, identifiziert. Ein schönes Highlight zum Reiseende. Auf der Brücke der „Hanseatic“ hing die Reise über das Original einer Stickerei, die Roald Amundsen bereits 1903 auf seiner „Gjöa“ mitführte. Es war eine freundliche Leihgabe des norwegischen Schiffahrtsmuseums in Oslo. Der Text: „Glück und Erfolg folge den tapferen Männern der Gjöa“ – auch uns hat diese Stickerei Glück gebracht für einen erfolgreichen Verlauf dieser spektakulären Reise – da bin ich mir sicher. 
Wetterdaten: 12.00 h 11°, 11°, 1006 hPa, 68%, leichte Brise, umlaufend. 
 
Die letzten Tage der Reise von Sa 05.09. - Mi 09.09.2009 Reykjavik/ Island - Kurs Hamburg
Um 7.00 h laufen wir ein. Da wir erst am mittag wieder auslaufen, haben wir Zeit die Stadt auf eigene Kappe zu erkunden. Kurs Hamburg - Entfernung 1295 sm. Nach dem Auslaufen um 13.00 h sehen wir kleine Wale, die neben dem Schiff herschwimmen. Um 14.05 h haben wir die Position 64°08.680 N, 022°51.260' W - in der Irminger See, noch ist Land in Sicht. In den paar Seetagen bis Hamburg wird das komplette Programm an Bord durchgezogen. Diese Überfahrt habe ich sehr genossen, allerdings keine weiteren nautischen Daten aufgeschrieben. 

Ich bin jetzt mit der Vergangenheitsbewältigung fertig, wie mein Mann meine älteren Reiseberichte leicht spöttisch nennt. Wenn Sie meinen Blog verfolgt haben, werden Sie wissen, daß ich erst im Dezember 2010 mit dem Schreiben der Berichte begonnen habe. Ich hoffe, daß meine Berichte, die ja weit davon entfernt sind als professionell zu gelten, Ihnen gefallen.

Seien Sie nun gespannt auf meine aktuellen Berichte, aber das sind andere Geschichten!

Herzlichst
© Constanze Hoffmann


    Donnerstag, 6. Januar 2011

    Antarktis - Expeditionsreise Tierparadies 18.01. - 29.01.2005


    .. oder LUST AUF EINE GROSSE PORTION EIS?

    Stand 07/26 

    Tafeleisberge Arctic Sound 24.01.2005

    Jeder, der einmal in der Antarktis war, ist ihr rettungslos verfallen. Nirgends wo sonst vereinigen sich Majestät, Schönheit, Weite, Einsamkeit und schroffe Ablehnung zu solcher Pracht.

    Das klingt sehr romantisch, beschreibt aber genau die Gefühle, die die Antarktis im Menschen hervorruft. Wo sonst auf der Welt steigert sich die Natur zu solcher Herrlichkeit?

    Captain T.L.M. Sunter

    Die Antarktis („der Arktis gegenüber“), nicht zu verwechseln mit dem Südlichen Ozean Antarktik, umfasst die um den Südpol gelegenen Land- und Meeresgebiete. Als geographisch-astronomische Zone wird sie durch den südlichen Polarkreis begrenzt und reicht somit bis 66° 33′ südlicher Breite. Als geografische Grenze gilt die antarktische Konvergenz bei etwa 50° südlicher Breite, wo das kalte antarktische unter das wärmere subtropische Oberflächenwasser absinkt. Die Zone zwischen 50° Süd und dem Polarkreis wird auch als subantarktisch bezeichnet.
    Im Zentrum der Region liegt der Kontinent Antarktika, auch Südkontinent genannt, für den meist selbst die Bezeichnung Antarktis verwendet wird.
    Die Antarktis wurde ab 1820 von verschiedenen Forschern und Seefahrern erschlossen. 1959 wurde im Antarktisvertrag der politische Status der Antarktis geregelt. Lesen Sie hier mehr über die Antarktis

    🧭 Die Route 
    Buenos Aires, Ushuaia, Falklands Port Stanley, Drake Passage, Point Wild - Elephant Island, Paulet Island, Petermann Island, Almirante Brown Paradise Bay, Neumeyer Kanal, Deception Island, Greenwich Island, King George Island, Ushuaia, Buenos Aires 
        Wir machten eine Rundreise auf der MS Hanseatic von Ushuaia in die Antarktis und wieder zurück. 2 x geht es durch die sagenumwobene und gefürchtete Drake Passage, die sich, was die Crew noch nie erlebt hat, als "Ententeich" entpuppt hat. 



        Tag 1 - 17.01.2005 Buenos Aires: 
        Nach unserem langen Flug kommen wir in Buenos Aires an, schönes warmes Wetter, Zeit für einen Bummel durch die pulsierende Stadt. Wir übernachten im Hotel Four Seasons in der Posadas 1086/88 und beschließen mit unserer 10- köpfigen Gruppe, daß wir am Abend Steak essen gehen. Ganz in der Nähe finden wir das geeignete Lokal das “El Mirasol de La Recova”.
        Eine sehr gute Wahl, ein Tisch wird sofort für uns zusammengestellt und Kühler für das Bier herangeschleppt, nachdem wir um kälteres Bier baten.



        Tag 2 - 18.01.2005 Ushuaia: 
        Endlich ist es soweit. Wir erreichen Ushuaia, die südlichste Stadt der Erde. Per Bus geht durch den Nationalpark "Tierra del Fuego", die Natur Feuerlands. Zum Mittagessen bekommen wir das landestypische am offenen Feuer gegrillte Lamm mit einer Tangodarbietung. 

        Danach können wir auf eigene Faust die Stadt erkunden. Endlich geht es auf die MS Hanseatic, die dann für die nächsten Tage unser zuhause sein wird. Wir lernen am Abend die Kreuzfahrtleitung und die Lektoren kennen, dann heißt es Leinen los - Kurs Falkland Inseln - Entfernung 376 Seemeilen.





        Tag 3 - 19.01.2005 Seetag Kurs Falkland Inseln: Am heutigen Tag gibt diverse Vorträge über die Falkland Inseln. Es gibt eine Zodiaceinweisung, sowie die Gummistiefel und roten Parkas für diese Reise. Nachmittags können wir unsere ersten Seevögel beobachten, es ist relativ ruhige See. Am Abend gibt es den Welcome Cocktail und das Kapitänsdinner, Kapitän Natke stellt uns die wichtigsten Personen der Crew vor. 


        Tag 4 - 20.01.2005 New Islands/ Carcass Islands: 
        Am Morgen landen wir auf New Island an, wir sehen etliche gefiederte Bewohner dieser Insel unter anderem Kelpgänse und Magellangänse

        Inmitten der Kolonie der Felsenpinguine brüten einige Schwarzbrauenalbatrosse. Am Rande der Kolonie lauern Skuas, um kranke Tiere oder Küken zu erbeuten. Dann geht es wieder an Bord zum nächsten Ziel - Carcass Island. Trotz des starken Windes navigiert uns der Kapitän sicher durch die Westpoint Passage. 
        Wir landen am Strand von Leopard Beach, von dort geht es auf eine Wanderung zum Anwesen von Rob McGill. Nach unserem Marsch freuen wir uns auf den Tee und die große Auswahl selbstgebackener Kekse



        Tag 5 - 21.01.2005 Volunteer Beach - Port Stanley: 
        Die Wetterbedingungen haben sich verschlechtert, es ist keine Anlandung auf Volunteer Beach möglich. Selbst für die Einfahrt nach Stanley ist der Wind zu stark, wir müssen bis zum Nachmittag warten. So bleiben uns ca. 3 Stunden, um Stanley zu erkunden. Kein Vergnügen bei der steifen Brise, wie wir Norddeutschen sagen. So landen wir schließlich alle in der gemütlichen Kneipe des Ortes.
        Wir nehmen jetzt Kurs auf die Antarktis, bis Elephant Island sind es 578 Seemeilen. 

        Tag 6 - 22.01.2005 - Auf See - Drake Passage: Ruhige Überfahrt, angenehm nach dem gestrigen Tag. Wir werden in die Verhaltensregeln für den Landgang in der Antarktis eingewiesen und mit Vorträgen der Lektoren eingestimmt. Wir bewegen uns auf den Spuren des legendären Sir Ernest Shackleton



        Tag 7 - 23.01.2005 - Point Wild - Elephant Island: 
        Am Morgen präsentiert Sylvia Stevens einen Lichtbildvortrag über Pinguine. Zum Mittag erreichen wir dann den berühmten Point Wild, wo 22 Mann der Shackleton Expedition 4 Monate verbringen mussten, bevor Hilfe kam. Die Büste dort ist von Kapitän Luis Pardo von der Yelcho, Yelcho ist der Name des Wachbootes der Chilenischen Marine, der der Expedition 1916 zur Hilfe kam. Heute wird dieser Ort von Zügelpinguinen bewohnt. Wir nehmen Kurs auf die Bransfield Strasse, den "Antarctic Sound" und Paulet Island


         
        Tag 8 - 24.01.2005 - Paulet Island:  
        Am frühen Morgen liegen wir vor Paulet Island, dort merken wir schon die eisige Kälte des Weddell Meeres. Per Zodiac geht es zu einer Kolonie Adeliepinguine, meine absoluten Favoriten neben den Rock Hoppern,  die auch Macaronipinguin genannt werden. Larsens, der hier nach dem Untergang der Antarctic 1903 überwintern musste, gab ihnen den Namen Macaroni. An Bord gibt es erst einmal Frühstück, weiter geht es in den Antarctic Sound - Entfernung 296 Seemeilen, wo der Kapitän bis auf 70 m an einen Tafeleisberg heranfährt. Wir stehen in der Nock und der Wind bläst uns um die Ohren. Es ist bitterkalt. Am Nachmittag setzen wir einen deutschen Wissenschaftler an der Deutsch - Chilenischen Station O'Higgins ab. Als wir ins Restaurant gehen wollen, sitzt der "leibhaftige" Shackleton vor der Tür! Es ist natürlich David Fletcher, der abenteuerlich zurchtgemacht ist. Der Abend ist ganz im Zeichen Shackletons, uns wird das Shackleton Dinner serviert! 

        Tag 9 - 25.01.2005 Petermann Island - Almirante Brown / Paradise Bay

        Während des Frühstücks liegt die Hanseatic vor dem Eingang des Lemaire Kanals. Der enge Kanal ist voll mit kleinen Eisbergen und Meereis, nur langsam kann sich das Schiff vorantasten. 

        Krabbenfresserrobben (Robbenarten) und Seeleoparden liegen vereinzelt auf den Eisschollen und lassen sich selbst dann kaum stören, wenn wir die Schollen mit dem Schiff entzweien. Das Eis wird immer dichter und wir müssen umkehren. Petermann Island erreichen wir heute nicht, Kurs Neumeyer - Kanal - Paradies Bay zur Station Almirante Brown. Dort ist eine Kolonie von Eselspinguinen, wir können den Hausberg herunterrutschen. Bei einer Zodiactour durch die Bucht sehen wir Blauaugenkormorane, Seeschwalben und Kapsturmvögel. Ein Seeleopard liegt relaxed auf einer Eisscholle, obwohl wir nah an ihm vorbeifahren, läßt er sich nicht stören. Wir können auch einige Wale beobachten. Am Abend sehen wir zwei Buckelwale, die uns ihre großen Fluken zeigen. Kurs auf die Gerlachsterasse und Deception Island - 143 Seemeilen.




























        Tag 10 - 26.01.2005 - Deception Island - Greenwich Island - King George Island:


        Heute sind wir in der Caldera des Vulkans Deception Island. Einfahrt ist die enge Einfahrt durch Neptuns Blasebalg, wir ankern vor der Whalers Bay, vor den Ruinen der alten Walfängerstation. Der letzte Vulkanausbruch war dort 1968 -  70. Wir haben die Möglichkeit in einen ausgehobenen Pool mit 40 Grad zu baden und den Gipfel zu besteigen. Nach dem Mittag geht es weiter nach Yankee Harbour zu einer Eselspinguinkolonie. Die Küken dort sind schon älter, es gibt dort wieder die Skuas und einige antarktische Seebären. Zur Kaffeezeit sind wir wieder an Bord, da wir noch eine 3. Anlandung auf King George Island planen. Das Highlight der russischen Station Bellinghausen ist die orthodoxe Kirche aus sibirischen Hölzern, stolz führt uns der Pope herum. Wir werden überall freundlich empfangen und dürfen auch den Chilenischen Teil der Station besuchen, der durch einen Grenzfluss getrennt ist. Dort gibt es eine Bank, einen Souvenirshop, eine Kirche und ein Postamt, wir können Postkarten aufgeben. Sehr spät geht es wieder an Bord. Was für ein toller Tag! Die Hanseatic nimmt wieder Kurs auf die Drake Passage.




























        Tag 11 - 27.0.2005 - Auf See - Drake Passage - Kurs Ushuaia: 
        Die Drake Passage ist weiterhin ruhig, es gibt einige interessante Vorträge über Vulkane und die Antarktis. Heute ist ein rustikales Buffet angesagt mit Freibier. Am Abend Abschiedscocktail und das Abschiedsdinner, danach singt der Hanseatic Shanty Chor und die Versteigerung der Seekarte dieser Reise beginnt.




























        Tag 12 - 28.01.2005 - Auf See - Drake Passage - Kurs Ushuaia: 
        Immer noch auf See, alles ruhig. Weiter geht es mit Vorträgen über Wale, Stationen in der Antarktis und einer lustigen Vorlesung "Am Südpol denkt man ist es heiß", sowie Vogelbeobachtungen mit Sylvia Stevens. Wir packen, da es am morgen von Bord geht. Wir geniessen den letzten Abend an Bord.

        Tag 13 - 29.01.2005 - Ushuaia - Buenos Aires:
        Wir übernachten wieder in dem gleichen Hotel und gehen in unser Steakhaus El Mirasol. Ich komme als erste am Lokal an und sehe, der 10 - er Tisch steht bereits oder noch immer so aufgestellt. Die Kellner erkennen uns sofort wieder und holen sofort die Eiskühler an den Tisch. Was gibt es wohl? Siehe Tag 1!

        Das war meine erste Tour dieser Art und es hat mich gepackt. Schon keimte der Wunsch nach dem nächsten Trip, aber das ist eine andere Geschichte. 

        Ich wünsche euch einen schönen Tag!
        © Constanze 'Paula' Hoffmann